muffinho hat geschrieben:Oh Fränk, mit Dir zu diskutieren ist teilweise anstrengender als meinen Kindern
Wo hingegen mit Dir zu diskutieren, mein lieber Muffi, besser ist als Sex.

(Spaß, ne)
Du gestattest mir bitte, dass ich unser aneinander-vorbei-Diskutieren jetzt nicht nochmal im Detail durchgehe.
Dein Hauptpunkt: "Es gibt Gründe, die Kriminalität prädisponieren, die an den Lebensverhältnissen liegen, die nun mal bei Flüchtlingen (geht eigentlich ja um Nicht-Deutsche, sorry) ausgeprägter sind"...ist gekauft, bzw. bezweifle ich gar nicht.
Würde man das nämlich so grundsätzlich bezweifeln, käme man ja in die alte Debatte Gene-versus-Umwelt rein. Wenns dann die Umwelt nicht wäre, blieben nur die Gene und schwupps, wäre es eine "Blut-und-Boden"-Argumentation. Ich bin übrigens der Letzte der an Gene in irgendeinem Zusammenhang glaubt. Selbst wir beide teilen zu 99,9% dieselben Gene.
Was Du leider bisher irgendwie nicht zur Kenntnis nehmen willst, ist der Umstand, dass es für Flüchtlinge zwei prägende Umwelten gibt. Eine die sie den größten Teil ihres Lebens geprägt hat, nämlich der Umwelt (Kultur) des Landes aus dem sie flüchteten und dann natürlich den hier herrschenden Verhältnissen (sprich: Container und sonstigen Fährnissen).
Wenn es jetzt z.B. zu frauenfeindlichen Handlungen kommt, ist die Frage, ob man wirklich bereit sein will, eine erhöhte Kriminalitätsrate überwiegend an den hiesigen Lebensumständen festzumachen. Oder ob man dazu einfach nicht bereit ist (auch, aber eben nicht maßgeblich entscheidend, weil man die Herkunftsumstände als Wirkmechanismus auf die Frauenfeindlichkeit für mindestens genauso maßgeblich hält).
Tifferette hat geschrieben:Also ich habe zb große Schwierigkeiten damit, auf diese ominösen 2.300% zu kommen....
Aber das liegt bestimmt an mir. So wie bei fkAS.
Dass sich die 2.300 % auf den Faktor 23 beziehen und dass dieser Faktor ein Multiplikationsergebnis aus 7,7 x 3 ist, dürftest Du ja verstanden haben. Dass die 7,7 das zahlenmäßige Verhältnis von Deutschen zu Nicht-Deutschen widerspiegelt auch (Angaben aus der PKS übrigens). Der Faktor 3 wird ebenfalls in der PKS genannt. Man muss zwei Dinge unterscheiden: die PKS liefert einerseits prozentuale Angaben darüber, wie welcher Anteil in gewissen Straftats-Bereichen von Deutschen und von Nicht-Deutschen verübt wird. Bei Mord war es z.B. irgendwas in der Nähe von 60% zu 40%. Würde man nun die Frage stellen: Wenn an einer Person x ein Mord verübt wurde, wie wahrscheinlich ist es dann, dass dieser Mord von einem Deutschen verübt wurde, bzw. wie wahrscheinlich ist es, dass er von einem Nicht-Deutschen verübt wurde, dann wäre die Rechnung so:
Nicht-Deutsch: 7,7 mal 4/10 = 3,08
Ich glaube, das entspricht Deinen Zugang/Rechenergebnis
Aber das wäre für einen Statistiker keine Vergleichszahl zwischen der Wahrscheinlichkeit einem Deutschen Täter im Verhältnis zu einem Nicht-Deutschen Täter zum Opfer zu fallen. Also errechnet ein Statistiker erstmal die Prävalenz. Die Prävalenz ist der Bezug zur Datenbasis, also sozusagen "zur Vergangenheit". Um nun eine Aussage zu machen, wie Wahrscheinlich eine Täterschaft von diesen oder jenen für eine nächste Tat ist (in der Zukunft also), muss man aus der Prävalenz die Inzidenz berechnen. Und das wurde in der PKS bereits getan und veröffentlicht. Das ist der Faktor 3 von 3 x 7,7 = 23,1, also die gerundeten 2.300%.
Nilkheimer hat geschrieben:Das ist eine völlige Verkennung des ursprünglichen und eigentlichen Asylrechts.
Im Prinzip hat das ja schon factotum beantwortet: Ich denke, wir müssen das Asylrecht dringend reformieren. Es stammt aus einer Zeit, in der ein Asylsuchender an ein Kirchentor klopfte, weil der Kaiser oder Papst nach ihm trachtete (jaja, ich weiß, das ist jetzt stark gerafft). Jedenfalls nicht aus einer Zeit, wo Menschen aus ganz unterschiedlichen humanitären Motiven, in Massen auf der Flucht sind. Es ist aus meiner Sicht auch nicht mehr wirklich "humanitär" die Motive der Menschen erforschen zu wollen. Zum einen, weil man eh nicht direkt in deren Gehirne nachschauen kann, zum anderen, weil nicht mehr zu differenzieren ist, ob jemand politisch verfolgt ist, weil er den Diktator so scheiße findet, oder politisch verfolgt wird, weil der Diktator die Leute hungern lässt.
Das alte Asylrecht abzuschaffen, hat eigentlich nur gute Seiten. Das jetzige Asylrecht hat in Deutschland 2018 zu ca. 185.000 Asylanträgen geführt. Mit einem neuen und faireren Migrationsgesetz könnten wir arbeitsmarkttechnisch sicherlich auch 250.000 Menschen pro Jahr aufnehmen. Wir müssten halt in organisierter Form die gesamte Infrastruktur für diese Menschen schaffen. Aber man würde dafür nicht nur mehr Menschen aus ihrer sehr schlechten Situation rausholen, sondern auch noch gezielt die "Richtigen". Also Frauen und Kinder und Familien, die ohnehin die Schutzlosesten sind. Und nicht nur die, die sich einfach robust durchschlagen können.
Sollte man für ein besseres und faireres Migrationsgesetz unsere Verfassung ändern müssen: ja, bitte. Ist ja nicht einzusehen, dass es allen schlechter geht, nur dass ein Text von 1949 nicht mehr der sich veränderten Realität angepasst werden muss.
Siehst Du denn, mal konkret gefragt, irgendein unlösbares Problem, dass mit einer Änderung des Asylgesetzes einhergeht?
@Plan B
Sorry, für die blöde Anmache gestern: nur sicherheitshalber: Ich hab Dir natürlich da nichts krumm genommen!
