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Frank N Furter
In den Vereinigten Staaten stehen sich zunehmend zwei monolithische Gesellschaftsblöcke entgegen. Die einen werden als "Neoliberal" verspottet, die anderen sind die sogenannten "Abgehängten". Letztlich ist es aber viel simpler: die einen sind wohlhabend und die anderen nicht.

Was hat das mit Journalismus zu tun?

https://www.spiegel.de/karriere/medien- ... -box-pager

Ich glaube, dass auch ein großer Teil der "Lügenpresse"-Thematik dem Umstand geschuldet ist, dass Menschen mit einem "Wohlstandshintergrund" (das ist gut, oder? :lol: ) über Menschen mit einem Armutshintergrund das Berichterstattungsmonopol haben (Stellt Euch hierzu mal kurz vor, wie es umgekehrt wäre....). Oder wie es ein Klimaexperte neulich sehr gut auf den Punkt brachte: "Veröffentlichung ist nicht Öffentlichkeit".

Frank N Furter
@Haber

Ich verstehe nicht ganz worauf Du hinauswillst.

Deutschland ist auch gemäß dem neuen PISA-Bericht weiterhin eines der Länder weltweit, wo die soziale Herkunft über die Bildungschancen und den tatsächlichen Bildungsabschluss entscheidet.

Für Journalisten und Journalismus bedeutet das, dass das zweifach gesiebt wurde:
1. Eher die Kinder Wohlhabender machen Abitur und studieren (insbesondere Geisteswissenschaften!)
2. Fast nur Nachwuchsjournalisten mit reichen Eltern können sich die langen finanziellen Durststrecken zum beruflichen Durchbruch leisten (Thema des verlinkten Artikels).

Stimmst Du damit überein, oder eher nicht?

Frank N Furter
Sorry, habe jetzt erst Deine Edit gelesen.

Haber hat geschrieben:
zum Artikel:

Journalismus - ist das nicht heutzutage instagram, facebook, twitter, youtube ... die social media: überschriften schlagzeilen bilder zitate sprechblasen kurzfilme


Immer mehr, ja. Aber in welcher Qualität? Unbezahlt kannst Du doch nicht wochenlang ein Thema recherchieren. Das geht ganz offensichtlich auf die Qualität. Die Leute auf Instagram, Facebook etc. sind für mich erstmal per se keine Journalisten sondern eher mit uns beiden Forendattlern zu vergleichen. :D


Haber hat geschrieben:bestimmte Zeitungen waren doch noch nie adressiert an Ärmere, bildungsferne! Damit schmückten sich doch ganz andere Leute, am Strand auf einer Insel eine sueddeutsche! oder die zeit, die der wind ins meer bläst.


Ja. Aber wenn jetzt nur noch Wohlhabende für Wohlhabende in den klassischen Medien über die Welt berichten, dann ergibt sich daraus was? Unter Anderem vielleicht das, was Ärmere eine "neoliberale" Schönzeichnung nennen würden, wenn sie es denn läsen.
Und die Armen lesen dann für umsonst die Wutberichte der Laienjournalisten auf Facebook. Schwupps, hast Du die mediale Unterfütterung der beiden Blöcke in den USA und auch immer stärker bei uns. Das was uns im Grunde nur noch von den USA trennt, ist die politische Monolithisierung (Republikaner = WWW-Wutmedien (WWWW) - "Abgehängtes" Publikum; versus Demokraten = klassische Medien - "neoliberales" Wohlstandspublikum).

Frank N Furter
Haber hat geschrieben:für mich ist da nix Neues dran, das war imo schon immer so, dass Journalismus etwas abgehoben daher kommt. Ich habe immer wieder das Projekt Zeitung in der Schule gemacht, das war nur ansatzweise zu gebrauchen.


Haber, Du neigst oft zum Positiven (löblich), leider auch manchmal zur Vereinfachung bis hin zur Ignoranz (sorry).

In dem Artikel von dem jungen Nachwuchsjournalisten beschreibt er, dass er von den öffentlich-rechtlich finanzierten, also mit unseren GEZ-Gebühren finanzierten Medien nicht mal eine minimale Aufwandsentschädigung bekommt. Nichtmal dann, wenn er krankheitsbedingt die Aufgaben von bezahlten Kollegen übernimmt (Nein, man muss nicht gewerkschaftlich organisiert sein, um das indiskutabel zu finden).

Gleichzeitig zahlen die Öffentlich-Rechtlichen ihrem "Spitzenpersonal" geradezu phantastische Gehälter (das zigfache dessen was die Bundeskanzlerin bekommt).

Was man hier durchaus mal etwas "differenzierter" betrachten darf, ist, dass zumindest mit den GEZ-Gebühren der Journalistennachwuchs wenigstens halbwegs überlebensrelevant bezahlt werden sollte, von dem wir einmal erwarten, dass er basierend auf hervorragender Recherche und nicht auf dem Meinungsbild seines gut situierten Ekternhauses die Welt beschreibt.

Wenn uns das nämlich mal wieder alles scheiß egal ist - Vulgo: hämmer doch scho immer gwußt - dann kriegen wir nach und nach die US-amerikanischen Verhältnisse, wo "Neoliberale" in den klassischen Medien die zufällig ihnen selbst gehören und ihrer Partei dienen gegen die Proll-Medien der Republikaner nur noch Fake-News streuen...

Zu komplex?




Unter Westfalen
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Grasdaggl
Falls Ihr da unten vielleicht auch noch von AKK unabhängige Zeitungen habt,
gleich schließen lassen!
Die Redakteure verdienen zu viel.
:arr:
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai


Unter Westfalen
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Wenn Du mir auflistest,
was die Geschäftsführer von
Sat1, RTL (alle Sparten), Pro 7 und Vox usw.
verdienen (Fixum, Leistungszuschläge und Insideraktienanteil!), kommen wir vielleicht wieder zusammen.
Und vielleicht weißt Du ja auch zufällig, wieviel der BILD-Chefredakteur verdientbekommt.
:twisted: :mrgreen: :twisted: :banane:

Edit: Der Frage liegt die Annahme zugrunde, dass es Deine Medien sind. :arr:
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de mappes
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Spamferkel
Unter Westfalen hat geschrieben:Wenn Du mir auflistest,
was die Geschäftsführer von
Sat1, RTL (alle Sparten), Pro 7 und Vox usw.
verdienen (Fixum, Leistungszuschläge und Insideraktienanteil!), kommen wir vielleicht wieder zusammen.
Und vielleicht weißt Du ja auch zufällig, wieviel der BILD-Chefredakteur verdientbekommt.
:twisted: :mrgreen: :twisted: :banane:

Edit: Der Frage liegt die Annahme zugrunde, dass es Deine Medien sind. :arr:


Meine Medien; Deine Medien...seltsame herangehensweise...aber bestätigt ja genau das, was Frank oben beschrieben hat auch anhand des Artikels.
soll das auch in irgend einer art und weise eine abwertung darstellen, wenn du mir diese Medien als "meine" unterstellst?
Wäre wirklich deinem alter und unserer situation unangemessen, von daher glaube ich an neutrale schilderungen :arr:

Ich kann keine der genannten Mein Eigen nennen...sehe und lese querbeet...bei dir scheint es mir da deutlich spezifischer zuzugehen, wenn ich überwiegend deine Links richtig in erinnerung habe

wir drehen uns im (großen) kreis; die Oberen beim ÖR unterliegen weniger den Marktgesetzen als jene der Privaten, weil ihre Kohle stets fließt; unabhängig vom Programm...das bietet durchaus grundlage für Kritik und/oder verbesserungsvorschläge...

und unabhängig davon,wieviel die obereren der Privaten verdienen; die der ÖRs verdienen in meinen augen deutlich zu viel...dazu die Jobgarantie...passt nicht
Don't criticize what you can't understand

Frank N Furter
Haber hat geschrieben:Schreiben können und dürfen (fast) alle, hat also nix mit arm/reich oder nur bedingt mit Bildungsferne zu tun. Es gibt viele viele Bücher, Anleitungen, was Kreatives Schreiben oder Recherche ist. Die sind für alle da.


Den meisten gehts ums gelesen werden beim Schreiben.

Haber hat geschrieben:Habe das immer noch nicht ganz kapiert, denn "Neoliberale" schreiben doch in allen Gazetten und Proll gibt es überall. Es mixt sich doch alles. Ich verstehe die Trennung noch nicht ganz -aber bin lernwillig.


Wenn die winzige Auswahl derer, die nicht nur schreiben, sondern auch ein Medium gefunden haben, in dem sie gelesen werden, überwiegend einen Wohlstandshintergrund oder sonst ein Privileg (=Behinderung ) haben, wird Journalismus gefährlich tendenziös.

Kennst du Rebecca Solnit? Das ist eine Feministin. Sie hat ein Essay darüber geschrieben, wie es ist, nicht bemerkt (gelesen, wahrgenommen, zugehört etc.) zu werden. Sehr klug. Sollten möglichst viele Männer lesen und verstehen:
https://books.google.de/books/about/Wen ... &q&f=false

Strafraumgitarre
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Halbdaggl
Frank N Furter hat geschrieben:Wohlstandshintergrund oder sonst ein Privileg (=Behinderung )


"Hurra, ich sitzte im Rollstuhl! Jetzt kann ich es endlich allen zeigen!"

So etwa? Nicht wirklich, oder?

Das wäre als Weltbild ähnlich undifferenziert, wie das der Männer, die den von Dir verlinkten Artikel nicht verstehen. Was mir an sich bereits undifferenziert genug wäre.

Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, egal welche Schublade ihm von anderen zugewiesen werden mag.

Frank N Furter hat geschrieben:...wird Journalismus gefährlich tendenziös.

Es gibt ja neben dem Journalismus auch noch die Rezipienten.
Und auch die besitzen eine Verantwortung, aus der sie niemand entlassen kann, auch nicht Journalisten.
Fick den Reichskanzler! Und den Kaiser!

Frank N Furter
Strafraumgitarre hat geschrieben:
Frank N Furter hat geschrieben:Wohlstandshintergrund oder sonst ein Privileg (=Behinderung )


"Hurra, ich sitzte im Rollstuhl! Jetzt kann ich es endlich allen zeigen!"

So etwa? Nicht wirklich, oder?

Das wäre als Weltbild ähnlich undifferenziert, wie das der Männer, die den von Dir verlinkten Artikel nicht verstehen. Was mir an sich bereits undifferenziert genug wäre.

Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, egal welche Schublade ihm von anderen zugewiesen werden mag.

Frank N Furter hat geschrieben:...wird Journalismus gefährlich tendenziös.

Es gibt ja neben dem Journalismus auch noch die Rezipienten.
Und auch die besitzen eine Verantwortung, aus der sie niemand entlassen kann, auch nicht Journalisten.


Liebe Klampfe,
ich befürchte, dass Du ausgerechnet hier nicht auf eine großartige Replik scharf bist..... :mrgreen:

Ein Rollstuhlfahrer ist nicht privilegiert. Das Privileg mit einem golden Löffel im Arsch geboren worden zu sein, mag vielfach auch hinderlich sein, aber wenigstens in der überwiegenden Zahl der Fälle harmlos. Außer bei wohlstandbehinderten Journalisten-Kindern, da muss man befürchten, dass sie einen großen Teil der Lebenswirklichkeiten über die sie berichten und leider zunehmend auch (ver-)urteilen wollen, in unserem Land nie am eigenen Leib mal erlebt haben.

Es macht doch schon einen Unterschied, ob Du ein Rotzlöffel reicher Eltern bist, der sich wirklich völlig frei entscheiden kann, was er mittels der Möglichkeiten und des Geldes seiner Eltern am allerliebsten studieren würde, oder ob das Ende der Schule sofort mit einem leeren Girokonto beginnt. In diesem Sinne war das Privileg als Behinderung von mir (sarkastisch überspitzt) gemeint.

Strafraumgitarre
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Halbdaggl
Frank N Furter hat geschrieben:
Ein Rollstuhlfahrer ist nicht privilegiert. Das Privileg mit einem golden Löffel im Arsch geboren worden zu sein, mag vielfach auch hinderlich sein, aber wenigstens in der überwiegenden Zahl der Fälle harmlos. Außer bei wohlstandbehinderten Journalisten-Kindern, da muss man befürchten, dass sie einen großen Teil der Lebenswirklichkeiten über die sie berichten und leider zunehmend auch (ver-)urteilen wollen, in unserem Land nie am eigenen Leib mal erlebt haben.

Es macht doch schon einen Unterschied, ob Du ein Rotzlöffel reicher Eltern bist, der sich wirklich völlig frei entscheiden kann, was er mittels der Möglichkeiten und des Geldes seiner Eltern am allerliebsten studieren würde, oder ob das Ende der Schule sofort mit einem leeren Girokonto beginnt. In diesem Sinne war das Privileg als Behinderung von mir (sarkastisch überspitzt) gemeint.


Das war in der Tat mehr als missverständlich formuliert, zumindest für mich.
Jedenfalls Danke für die Klarstellung, wie Du es gemeint hattest.

Allerdings denke ich, dass grundsätzlich kein journalistisch tätiger Mensch "Lebenswirklichkeiten", über die er berichtet, überhaupt am eigenen Leib erfahren haben kann, da schlicht jeder Mensch seine eigene besitzt. Außerdem wäre es dann kein Journalismus mehr, sondern eine Autobiographie.

Und wenn Journalisten tatsächlich "Lebenswirklichkeiten" verurteilen sollten (mir persönlich ist das viel zu schwammig und unkonkret, an dieser Formulierung ist nix, aber auch gar nix wirklich greifbar!), dann läge es immer noch an der Leserschaft, ob sie diese "Verurteilungen" übernähme, oder den Journalisten für's Verurteilen verurteilt.

Das meinte ich mit der Verantwortung der Rezipienten, die ihnen niemand abnehmen kann. Eigenverantwortung! Auch und gerade dafür, wie man all die Informationen und Meinungen, mit denen man tagtäglich zugeballert wird, für sich persönlich sortiert und bewertet.

Am Ende bleibt ein guter Journalist ein guter Journalist und ein schlechter ein schlechter und dieses Urteil muss jeder für sich selbst fällen. Einen Bäcker beurteile ich auch nicht nach der "Lebenswirklichkeit" seines Elternhauses, sondern anhand der Qualität seiner Brezeln.
Fick den Reichskanzler! Und den Kaiser!



Southern Comfort
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Grasdaggl
Die FAZ online...

Pusht mir innerhalb von einer Minute 5 Meldungen aufs Handy mit den Titel: "Bis zu 3.000 € mehr - So teuer wird das Klimapaket für die Verbraucher". Also fünf mal "breaking News Alarm", als wäre der Papst erschossen worden oder so...

Dann ein weiteres "ding": "Korrektur: Bis zu 300 € mehr..."

Wir gratulieren und applaudieren!
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.




Southern Comfort
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Grasdaggl
Bücherwurm hat geschrieben:SC:

Neulich auch ganz toll: Spon oder Zeit-online

"Audi entlässt 6900 Mitarbeiter"

WoW, jetzT aber!!! Allerdings...so gut wie nix dazu, auch nicht die Kleinigkeit "...bis Ende 2025"


Und die Sueddeutsche lässt Daimler 100.000 Stellen streichen - in der Überschrift. Im Text waren es dann nur noch 10.000...

Mir geht es nicht um fake news oder die völlig verfehlte Lügenpressenkritik. Ein bisschen Gründlichkeit... Das darf man doch erwarten. Wenn der Redakteur zum Arzt geht, und eine Infusion bekommt, ist der Faktor 10 beim Wirkstoff vielleicht entscheidend. Da würde er auch nicht auf die Idee kommen, das sowas mal passieren könne...
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.

de mappes
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Spamferkel
Southern Comfort hat geschrieben:Die FAZ online...

Pusht mir innerhalb von einer Minute 5 Meldungen aufs Handy mit den Titel: "Bis zu 3.000 € mehr - So teuer wird das Klimapaket für die Verbraucher". Also fünf mal "breaking News Alarm", als wäre der Papst erschossen worden oder so...

Dann ein weiteres "ding": "Korrektur: Bis zu 300 € mehr..."

Wir gratulieren und applaudieren!


:lol: :lol:
Man muss der schnellste sein, da bleibt keine Zeit, die Zahl auf die korrekte Anzahl an Nullen zu prüfen :mrgreen:
Don't criticize what you can't understand