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Frank N Furter
Tamasi hat geschrieben:Nein. Die erste Welle hatte zwar in den USA ihren Ursprung, hat sich von dort aus aber fröhlich in die Welt verteilt - und das durchaus mit fatalen Folgen. Die zweite Welle wütete ebenso nicht nur "in Europa und dem Rest der Welt", sondern auch in den USA. Weitere Details: Siehe Wikipedia.


Und zum Rest der Welt, außerhalb Europas, zählst Du also die USA nicht mehr? :lol: Oh, Tamasi....

Tamasi hat geschrieben:Jein. Vermutlich ist das noch nicht eindeutig geklärt, aber Wikipedia verweist auf zwei Erklärungsansätze, von denen ich hier mal nur den zitiere, der als der Schlüssigere gilt:
Gemäß Gibbs et al. in Spektrum der Wissenschaft vom Januar 2006[32] war ein Faktor bei der ungewöhnlichen Verteilung auch die durch das Virus induzierte atypisch starke Zytokin-Aktivität. Die Überreaktion des Immunsystems in Form eines Zytokinsturms veranlasst Abwehrzellen zu einem Angriff auf das Lungengewebe. Da gerade die Gruppe der 20- bis 40-Jährigen über ein besonders aktives Immunsystem verfügt, ist hier die Ausprägung des Zytokinsturms besonders stark.


Tatsächlich wird aber in der Wissenschaft die andere These, also die mit der Vorimmunisierung gegen H1N5 (?) als die relevantere betrachtet... Egal, an meiner Aussage ändert das ja eh nichts: Im Gegensatz zu Sars-Cov-2 waren bei Influenza vor allem junge Menschen betroffen. Darin liegt ein sehr wichtiger Unterschied zwischen den beiden Epidemien, weshalb man sie nicht vergleichen kann. Einwände gegen diese Aussage?

Tamasi hat geschrieben:Interpretationsfrage:
Ich glaube, SO erwartet die auch keiner. Also dass die zweite Welle anders & tödlicher wäre. Vielmehr ist das aktuelle Furchtszenario, dass die Ausbreitung des Virus kurzfristig abgeschwächt werden kann, dass jedoch mit der Lockerung der Maßnahmen die Ausbreitung wieder startet - und das womöglich ausgerechnet im Herbst, wenn auch bald wieder die normale Grippewelle dazu kommt. Dann könnten Krankenhäuser wieder schneller an ihre Grenzen kommen und ja, deshalb könnte es dann auch wieder viele Tote geben. Nicht weil das Virus tödlicher geworden ist.


Nach allem was man bisher sagen kann, ist Sars-Cov-2 wesentlich weniger letal als das mutierte Influenza-Virus der spanischen Grippe. Diese Vermutung gilt natürlich nur für "bisher". Im Gegensatz zum Influenza Virus, muss es uns bei einer herbstlichen Wiederkehr, nicht gar zu bange sein, dass da ein "Monster" wiederkommt. Das wollte ich damit aussagen. Und das wiederum liegt natürlich an einer unvergleichbaren Mutagenität der beiden Virusordnungen, bedingt durch ihre Taxa.

Tamasi hat geschrieben:Was ich seinerzeit bei meiner kleinen Recherche aber nicht gefunden habe: Die Antwort auf die Frage, wieso die Spanische Grippe irgendwann plötzlich weg war. "Herdenimmunität" kann ja nicht sein, wenn das Influenza-Virus sich so leicht & gern verändert. Oder es ist halt einfach zu einem "nicht so tödlichen" Virus mutiert. Vermutlich, weil's uns so sehr lieb hat. :D


Das weiß man glaube ich auch nicht. Ist ja irre schwer, da heute noch etwas rauszubekommen. Und trotzdem stammt das meiste Tiefenwissen über die Spanische Grippe aus der Neuzeit, was alleine an einer einzigen Erfindung eines Herren Karry Mullis aus 1983 liegt. Er dürfte gleichzeitig einer der Menschen sein, der unsere Welt mit am stärksten verändert hat und dabei doch bei einer Mehrzahl von Menschen nie bekannt wurde...
Ich schweife ab....

Auswurf
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Grasdaggl
Und was Auswurf betrifft: ist er beleidigt? Weil ich ihm Unreife vorwarf? Soll ich nachschauen, was mir Auswurf hier schon alles an den Kopf geworfen hat? Entweder er ist Manns genug so etwas selbst auszutragen, oder er läßt es bleiben.


:bleich:
Manns genug

:oops:
Manns genug

:bounce: :bounce: :bounce: :banane:

ansonsten..

Beide wellen der spanischen grippe hatten ihren ursprung in den staaten und auch die erste erreichte europa keinesfalls folgenlos.
Zumindest wenn die doku, welche ich gestern sah nicht lügt
ttps://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo ... s-102.html
das ist doch keine Musik

Frank N Furter
Auswurf hat geschrieben: :bounce: :bounce: :bounce: :banane:


Da ischer ja, wieder, dr. Kerle :prost: :banane:


Auswurf hat geschrieben:ansonsten..

Beide wellen der spanischen grippe hatten ihren ursprung in den staaten und auch die erste erreichte europa keinesfalls folgenlos.
Zumindest wenn die doku, welche ich gestern sah nicht lügt
ttps://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo ... s-102.html


Muss mir das anschauen. Ich hatte es so in Erinnerung, dass der Ort, an dem das Virus dann mutierte, noch nicht entlarvt werden konnte (ist ja auch sauschwer).

PS: Link funzt nicht



Frank N Furter
Tamasi hat geschrieben:Oder lies einfach Wikipedia. ;)


@Auswurf & Tamasi

Das ist tatsächlich interessant. In der ZDF-Doku die Auswurf verlinkt hat, wird bei ca. 25:40 wirklich als Faktum dargestellt, dass die zweite, wesentlich tödlichere Welle der Spanischen Grippe, mit dem Schiff Leviathan nach Europa (Frankreich) kam. Das ist natürlich eine tolle Story inklusive der Mythologie um ein uraltes Fabelwesen .... Das Schiff war früher auch noch ein deutsches Handelsschiff mit dem Namen "Vaterland".

Aber diese Story wurde bereits wissenschaftlich als Urban Legend zurückgewiesen. Dass sie noch journalistisch verbreitet wird....

Auf Wikipedia steht in der Tat mehr dazu, allerdings bleibt die Frage nach der Herkunft des mutierten, tödlicheren Virus auch hier offen. Es wird aber geschildet, dass die Sterblichkeit an dem Virus bereits bevor die Leviathan in Frankreich ankommt, mancherorts plötzlich sprunghaft zunahm:

Wikipedia hat geschrieben:Ende Mai 1918 starben in einem kleinen französischen Militärlager fast fünf Prozent der dort stationierten Soldaten an der Grippe bzw. ihren Folgen. Und in Louisville, Kentucky, tauchte bereits das Muster auf, das aus heutiger Sicht eines der charakteristischen Merkmale der Spanischen Grippe ist: Gut 40 Prozent der Todesopfer gehörten der Altersgruppe der 20- bis 35-Jährigen an.


Weiter:

Wikipedia hat geschrieben:Der Beginn der Herbstwelle lässt sich etwa auf die zweite Augusthälfte des Jahres 1918 terminieren....


Das heißt, schon vor Beginn der zweiten Welle wurden höhere Sterblichkeiten beobachtet.

Wikipedia hat geschrieben:....eventuell brach sie [die zweite Welle] erstmalig auf dem norwegischen Frachter Bergesfjord aus, der am 12. August 1918 mit 200 erkrankten Besatzungsmitgliedern in Brooklyn anlegte; zuvor waren schon vier an Bord Verstorbene der See übergeben worden.


Das heißt, die zweite Welle ging demnach nicht von der USA aus, sondern kam dort (Brooklyn) an (vermeintlich aus Norwegen).

Ich denke, zusammenfassend kann man sagen, dass es einfach bis heute noch nicht klar ist, wo sich der ursprünglich harmlosere Influenza-Virus in einen deutlich gefährlicheren verwandelt hat. Wenn wir berücksichtigen, wie schwer wir uns aktuell damit tun, die Sterblichkeit von Sars-Cov-2 zu ermitteln (Unterschiede von Faktor 30 über verschiedene Länder), muss man davon ausgehen, dass auch viele Zeitzeugenberichte aus dem Jahr 1918 über die Sterblichkeit mit Vorsicht zu genießen sind.

fkAS
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Halbdaggl
Frank N Furter hat geschrieben:4. Fairer Weise sei erwähnt, dass der Artikel wenigstens auf einige der Unterschiede im Verlauf eingeht. Allerdings bleibt die Intention dabei unbeschädigt: nämlich einen Vergleich zwischen der verheerendsten Virus-Pandemie zu ziehen, die wir bisher bewußt wahrgenommen haben und der jetztigen Corona-Krise. Absolut unseriös sind deshalb auch solche Suggestionen:
...
Wu et al haben ausdrücklich gesagt, dass sie keine Schlüsse zur Sterblichkeit ziehen können! Das andere Paper ist von 2006, als es Sars-Cov-2 noch gar nicht gab. Was soll das? Was ist das für ein unseriöser Scheiß? Was neuste Studien tatsächlich bisher erahnen lassen - fern davon, schon evident sein zu können - ist eine wesentlich geringere Sterblichkeit bei Sars-Cov-2 als bei der Spanischen Grippe! Darüber könnte man aktuell berichten!
...

Wenn man ganz fair ist, muss man sagen, dass der Artikel auf alle Unterschiede eingeht, die du auch nennst. Das 2006er Papier bezieht sich auf die Spanische Grippe. Ziemlich seriös. Aber, wenn du dich aufregen willst, dann mach halt.
Und zu den vergleichen der Sterblichkeit sagen sie halt auch "As such, we postulate that confirmed case fatality risk in these cities should be in some ways comparable to our sCFR estimates for Wuhan, which attempt to account for under-ascertainment of cases in Wuhan." Vergleichen darf man halt schon, aber mit Vorsicht.

In der Zeit wird man als aufmerksamer Leser schon gut informiert, siehe auch heute der Gastbeitrag
https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2 ... ettansicht

Frank N Furter
fkAS hat geschrieben:Wenn man ganz fair ist, muss man sagen, dass der Artikel auf alle Unterschiede eingeht, die du auch nennst.


Nein, sicher nicht. Insbesondere nicht, was die wichtigste Frage betrifft, den Vergleich der Sterblichkeit zwischen Sars-Cov-2 und der Spanischen Grippe. Hier suggeriert der Artikel eine hälftige Sterblichkeit von Sars-Cov-2.

Außerdem existiert ja auch kein offizieller Wert für die Sterblichkeit der Spanischen Grippe. Hier wird ein Spielraum zwischen 1,5-6% genannt. Da der ZEIT-Artikel in der Rubrik Wissen eingestellt wurde, gehe ich schon davon aus, dass der Autor sich dessen bewußt ist und nicht ausgerechnet bei der entscheidenden Frage etwas von hälftiger Sterblichkeit faselt und versucht dies durch konkrete Literaturzitate "abzusichern".

Die meisten Leser der ZEIT werden sich gerade im Wissensteil darauf verlassen, dass man den Zitaten und Prozentangaben glauben darf.

Dein verlinkten Artikel ist leider eher noch schlechter, denn hier steht noch nicht mal irgendwo etwas Seriöses. Zuerst wird extrem wild fabuliert:

Wir beobachten seit dem 15. März eine tägliche Wachstumsrate der Infizierten von circa 23 Prozent, das heißt, die Zahl der registrierten Infizierten verdoppelt sich alle drei Tage. Verwendet man allein zur Verdeutlichung ein exponentielles Wachstumsmodell und startet man mit 6.000 Infizierten (in etwa die Anzahl am 15. März), wären innerhalb von 14 Tagen knapp 109.000 Personen infiziert, nach 30 Tagen nahezu drei Millionen.


Mal zur Verdeutlichung: Auf der Basis der offiziellen JH-Zahlen wählen sie einen Startpunkt am 15.03., sowie eine abgeleitete Wachstumsrate. Dann rechen sie das durch und kommen zu einem Ergebnis, dass die aktuellen Zahlen eindrucksvoll widerlegt (109.000 Infizierte am 29.03.). Dabei scheren sie sich einen feuchten Kehrricht darum, dass wir aktuell einen Shutdown haben - wie Du selbst neulich schon richtig erwähntest - und sich eine Basisreproduktionsrate von 3 deshalb eher nicht als wichtigste Zahl der Berechnung anbietet...

...Aber dann fällt es ihnen natürlich auch selbst auf:

Das alles sind natürlich nur Beispielrechnungen. Aktuell gibt es zu allen drei oben genannten Faktoren – Reproduktionsfaktor, Ansteckungsdauer und Immunität – im Falle von Covid-19 keine endgültig gesicherten Informationen.


Jou. Anhand dieser "Beispielrechnungen" machen sie aber trotzdem die Aussage, dass nach 30 Tagen, das wäre also der 14.04., unser Gesundheitssystem zusammengebrochen sein wird, weil wir da nämlich dann 3 Millionen Infizierte hätten...

Es ist wiederum offensichtlich, dass diese Entwicklung die die Gesundheitsversorgung schnell überlasten dürfte [...] So wären beispielsweise bei 1,5 Million Infizierten und einem Anteil schwerer Verläufe von nur drei Prozent die in Deutschland verfügbaren Intensivkapazitäten schon bei Weitem ausgereizt, selbst wenn man dort keinerlei andere Schwerkranke zu behandeln hätte. Eine Rationierung von Intensivkapazitäten wäre dann nicht mehr zu vermeiden. Im Klartext hieße das, viele Todesfälle hinnehmen zu müssen.


Ja, wirklich? Kommen denn in einer exponenentiellen Entwicklung über 30 Tage wirklich alle 1,5 Millionen am selben Tag? :roll: :lol:
Im Moment siehst es so aus, dass schlimmstenfalls 0,5% beatmet werden müssten (mit jedoch sehr unterschiedlichen Systemen, die nicht alle auf der Intensivstation aufgenommen sein müssten). Wenn ich jetzt sehr großzügig mit einem durchschnittlichen Verbleib von 15 Tagen rechne, also 750.000 Patienten und realistischen 0,5 % die tatsächlich beatmet werden müssten, dann komme ich auf 3.750 Patienten pro 15 Tage. Das wäre angesichts der heute schon existenten Intensivkapazitäten noch überhaupt nicht problematisch. Und selbst die oben genannten 3 Millionen Infizierte und 7.500 beatmete Patienten würden noch lange kein Zusammenbruch des Systems bedeuten. Vielerorts wurden die Intensivkapazitäten mittlerweile mehr als verdoppelt....

Allerdings reichen diese Beispielrechnungen, so ungewiss sie ja dann sein sollen, doch wiederum aus:

Und doch reichen diese Beispielrechnungen völlig aus, um ein entschlossenes politisches Handeln zu begründen, das der Eindämmung der Neuinfektionen aktuell die absolute Priorität zuweist.


Weiter hab`ich dann gar nicht mehr gelesen, entschuldige....

Flache9
Vorab: Ich finde es gut das man Patienten aus Frankreich und Italien hilft und sie einfliegt.
Auf der anderen Seite muss ich fragen, ob unsere Intensivkapazitäten ausreichen. Anscheinend schon.
Die ganze Zeit heißt es, man muss um jedes Bett kämpfen und suggeriert, dass zu wenige Betten vorhanden sind , auf der anderen Seite holen sie wöchentlich jeden Tag Patienten aus dem Ausland.


Auswurf
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Grasdaggl
die nimmt man ja nur in zahlenmäßig geringen umfang hier auf,
wohl wissend, dass die entweder aus dem gröbsten raus oder tot,
bis es hier zu höheren auslastungszahlen kommen wird.
Erfahrungswerte sammelt man außerdem.

schönes symbol ist es auf jeden fall
und für die betroffenen noch viel mehr
das ist doch keine Musik

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Hi Airwin,
in diesen schwierigen Zeiten muss man sich gegenseitig helfen.

Dieser Artikel der taz ist hinter der Bezahlschranke. Könntest du vielleicht den Text hier einstellen?

https://taz.de/Corona-in-Bolsonaros-Brasilien/!5674157/

Manus manum lavat.

Im Gegenzug biete ich Dir - und natürlich allen anderen auch - diesen Artikel:

https://www.nzz.ch/international/corona ... ket-newtab

Die Autorin ist unverdächtig, Inhalt ist ok. Sehr interessant. Bin gespannt, wie Indien das Problem löst. Ich sah jetzt ein Video, in dem die Polizisten mit Schlagsöcken auf Passanten einschlugen. Einige mussten auch Kniebeugen und Liegestützen machen. Andere Kultur halt.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Flache9 hat geschrieben:Vorab: Ich finde es gut das man Patienten aus Frankreich und Italien hilft und sie einfliegt.
Auf der anderen Seite muss ich fragen, ob unsere Intensivkapazitäten ausreichen. Anscheinend schon.
Die ganze Zeit heißt es, man muss um jedes Bett kämpfen und suggeriert, dass zu wenige Betten vorhanden sind , auf der anderen Seite holen sie wöchentlich jeden Tag Patienten aus dem Ausland.


https://www.spiegel.de/panorama/gesells ... 74cd031baa
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai


Frank N Furter
Unter Westfalen hat geschrieben:Ermutigende Aussage von BOSCH zur Serienreife der Schnelltests:

https://www.nzz.ch/wirtschaft/bosch-che ... ket-newtab


Technologisch ist der Test von Bosch wirklich super interessant und ich hätte nie gedacht, dass Bosch soetwas entwickelt (in Kooperation mit Randox Laboratories: https://www.randox.com/coronavirus-randox/).

Allerdings kann man mit dem Gerät bisher nur immer eine Probe testen. Also so maximal 9 im 24-Stundenbetrieb. Bisher ist das eigentliche Testverfahren auch noch nicht als Medizinprodukt zugelassen (sondern nur zu Forschungszwecken). Man sollte sich also kurzfristig davon noch keinen Mehrwert erhoffen.

Wenn die das aber noch schaffen hochdurchsatzfähig zu bekommen, dann wäre diese Technologie als echte Point-of-Care-Testung der Hit. Und zwar bei weitem nicht nur für den Sars-Cov-2-Nachweis.

Das ist schon ziemlich spannend, wie sich plötzlich die "traditionelle" Industrie bewegt. Ungeahnte Flexibilitäten werden da entwickelt, wo man bisher glaubte, die E-Mobilität oder der digitale Wandel würden diese Firmen völlig überfordern (Wobei Bosch da eh schon eine Ausnahme war....)

Flache9
Unter Westfalen hat geschrieben:
Flache9 hat geschrieben:Vorab: Ich finde es gut das man Patienten aus Frankreich und Italien hilft und sie einfliegt.
Auf der anderen Seite muss ich fragen, ob unsere Intensivkapazitäten ausreichen. Anscheinend schon.
Die ganze Zeit heißt es, man muss um jedes Bett kämpfen und suggeriert, dass zu wenige Betten vorhanden sind , auf der anderen Seite holen sie wöchentlich jeden Tag Patienten aus dem Ausland.


https://www.spiegel.de/panorama/gesells ... 74cd031baa


Danke für den Artikel.
Der bestätigt meine Gedanken.
Ich denke das es genug Kapazitäten geben wird.
Wenn Wieler sagt“ wir kämpfen um jedes Bett“ , dann ist das zwar richtig aber auch eine dramatische Rhetorik.
Daher glaube ich, egal welche Mengen sich infizieren werden, wir haben genug Kapazitäten.
( unter Berücksichtigung das nicht jedes Bundesland die gleichen Kapazitäten hat)

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Haber hat geschrieben:
Unter Westfalen hat geschrieben:Hi Airwin,
in diesen schwierigen Zeiten muss man sich gegenseitig helfen.

Dieser Artikel der taz ist hinter der Bezahlschranke. Könntest du vielleicht den Text hier einstellen?

https://taz.de/Corona-in-Bolsonaros-Brasilien/!5674157/

Manus manum lavat.

Im Gegenzug biete ich Dir - und natürlich allen anderen auch - diesen Artikel:

https://www.nzz.ch/international/corona ... ket-newtab

Die Autorin ist unverdächtig, Inhalt ist ok. Sehr interessant. Bin gespannt, wie Indien das Problem löst. Ich sah jetzt ein Video, in dem die Polizisten mit Schlagsöcken auf Passanten einschlugen. Einige mussten auch Kniebeugen und Liegestützen machen. Andere Kultur halt.


hallo uwe, die taz hat keine "Bezahlschranke", du kannst ohne schlechtes Gewissen zu haben lesen, du musst nur oben rechts anklicken, wenn du das gerne möchtest.


Dangge,
hat geklappt.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

Auswurf
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flache
Daher glaube ich, egal welche Mengen sich infizieren werden, wir haben genug Kapazitäten.

sorry, aber ich glaube das stimmt so überhaupt nicht.
Man kann schon davon ausgehen, dass wir bei ungebremster ausbreitung keine chance hätten alle zu versorgen.
Wieviel infizierte haben wir jetzt in D. ?
Ich denke jede halbwegs realistische angenommene zahl,
ist nur ein minimaler bruchteil dessen, was auf uns im bezug auf zeitgleich infizierte zukommen könnte
das ist doch keine Musik

fkAS
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Halbdaggl
Frank N Furter hat geschrieben:...Weiter hab`ich dann gar nicht mehr gelesen, entschuldige....

Du musst man lernen, Texte unvoreingenommen zu lesen...

Frank N Furter
fkAS hat geschrieben:
Frank N Furter hat geschrieben:...Weiter hab`ich dann gar nicht mehr gelesen, entschuldige....

Du musst man lernen, Texte unvoreingenommen zu lesen...


Hab ich ja. Ich hab Dir sogar recht ausführlich geschrieben, wo die Mängel sind (und die sind in diesem Falle ja wirklich eklatant! Da Du jedoch nicht näher drauf eingehst, nehme ich aber mal stark an, dass Dir das mittlerweile selbst aufgefallen ist.

PS: Übrigens hat die Dame (sie ist Unternehmerin) ja eine recht fragwürdige Agenda! Lies mal im Forum der Zeit zu dem Artikel, was da andere User zu sagen...

Flache9
Auswurf hat geschrieben:flache
Daher glaube ich, egal welche Mengen sich infizieren werden, wir haben genug Kapazitäten.

sorry, aber ich glaube das stimmt so überhaupt nicht.
Man kann schon davon ausgehen, dass wir bei ungebremster ausbreitung keine chance hätten alle zu versorgen.
Wieviel infizierte haben wir jetzt in D. ?
Ich denke jede halbwegs realistische angenommene zahl,
ist nur ein minimaler bruchteil dessen, was auf uns im bezug auf zeitgleich infizierte zukommen könnte


Nicht jeder infizierte benötigt ein Intensivbett.
Wieviel % benötigen eine Beatmungsgerät?
Man möchte die Kapazitäten auf 56.000 erhöhen und ist schon dabei.
Was immer sehr oft für mein Empfinden unten durch fällt ist, dass die Bevölkerung auch durchseucht werden muss. Ich glaube nicht das die Menschen weitere 9-12 Monate zuhause sitzen werden um auf das Impfmittel zu warten und die Wirtschaft komplett den Bach runter geht.

Frank N Furter
Flache9 hat geschrieben:Nicht jeder infizierte benötigt ein Intensivbett.

Korrekt. Hier ist auch die Quote entscheidend. In Deutschland ist es momentan so etwa jeder Vierte schwerere Fall. In den USA laut letzten Berichten etwa jeder Dritte; und in Italien wars zeitweise sogar jeder. Das hängt stark damit zusammen, wann die Leute ins Krankenhaus kommen.

Flache9 hat geschrieben:Wieviel % benötigen eine Beatmungsgerät?

Man kann mindestens drei Formen der Beatmung unterschieden und im Detail noch viel mehr. Die einfachste Form der Beatmung muss nicht auf einer Intensivstation erfolgen. Wie viele prozentual eine Beatmung benötigen, hängt wieder davon ab, wie früh die Menschen kommen. Hochgerechnet auf die "offiziell" Infizierten, sind es bei uns aktuell nicht mal 0,5%.

Flache9 hat geschrieben:Man möchte die Kapazitäten auf 56.000 erhöhen und ist schon dabei.

Das ist bereits erreicht worden. Man hat jetzt vor allem auch separate Klinikabteile geschaffen, die nur für Corona-Kranke da sind. Bei uns ist das eine komplette Klinik, 500 Betten. Dadurch will man erreichen, dass alle Leute erstmal ein Bett bekommen, auch noch mit frühen Symptomen. Und dadurch will man natürlich wiederum erreichen, dass die Leute nicht zu spät in Triage und Behandlungsverzug geraten. Die Klinikleitungen haben sich hier deutschlandweit wirklich schnell und effizient hervorragend abgestimmt.

Das darf man ruhig jetzt auch mal konstatieren: in letzter Zeit schien es ja so, als wäre Deutschland kaum noch in der Lage einen Flughafen zu bauen. Die Zeit die wir jetzt "geschenkt bekamen" wegen unserer anfangs überdurchschnittlich guten Testkapazitäten, haben wir, soweit man das heute sagen kann, wirklich hervorragend genutzt. Viel besser, als ich selbst noch vor 3-4 Wochen zu hoffen gewagt hätte. Der einzige Punkt, der aktuell noch nicht so gut beurteilt werden kann, ist die Versorgung mit Verbrauchsmaterialien. Da wirken die internationalen Handelbeschränkungen gerade sehr kontraproduktiv. Es wäre die Aufgabe der Politik sich hier international besser abszustimmen.

Frank N Furter
Noch eine wichtige Information:

Aktuell sind in Deutschland 323 Menschen an der Grippe gestorben. Also tatsächlich kaum viel weniger als an Corona, auch wenn diese Patienten natürlich nicht dieselbe Aufmerksamkeit erhalten. Der Höhepunkt der Grippewelle sei jetzt aber überschritten. Da zeitweise 80% der Intensivbetten mit schweren Grippeverläufen belegt waren, dürfte es jetzt auch von dieser Seite aus betrachtet zur Entspannung kommen.

https://www.morgenpost.de/vermischtes/a ... hland.html

Flache9
Frank N Furter hat geschrieben:
Flache9 hat geschrieben:Nicht jeder infizierte benötigt ein Intensivbett.

Korrekt. Hier ist auch die Quote entscheidend. In Deutschland ist es momentan so etwa jeder Vierte schwerere Fall. In den USA laut letzten Berichten etwa jeder Dritte; und in Italien wars zeitweise sogar jeder. Das hängt stark damit zusammen, wann die Leute ins Krankenhaus kommen.

Flache9 hat geschrieben:Wieviel % benötigen eine Beatmungsgerät?

Man kann mindestens drei Formen der Beatmung unterschieden und im Detail noch viel mehr. Die einfachste Form der Beatmung muss nicht auf einer Intensivstation erfolgen. Wie viele prozentual eine Beatmung benötigen, hängt wieder davon ab, wie früh die Menschen kommen. Hochgerechnet auf die "offiziell" Infizierten, sind es bei uns aktuell nicht mal 0,5%.

Flache9 hat geschrieben:Man möchte die Kapazitäten auf 56.000 erhöhen und ist schon dabei.

Das ist bereits erreicht worden. Man hat jetzt vor allem auch separate Klinikabteile geschaffen, die nur für Corona-Kranke da sind. Bei uns ist das eine komplette Klinik, 500 Betten. Dadurch will man erreichen, dass alle Leute erstmal ein Bett bekommen, auch noch mit frühen Symptomen. Und dadurch will man natürlich wiederum erreichen, dass die Leute nicht zu spät in Triage und Behandlungsverzug geraten. Die Klinikleitungen haben sich hier deutschlandweit wirklich schnell und effizient hervorragend abgestimmt.

Das darf man ruhig jetzt auch mal konstatieren: in letzter Zeit schien es ja so, als wäre Deutschland kaum noch in der Lage einen Flughafen zu bauen. Die Zeit die wir jetzt "geschenkt bekamen" wegen unserer anfangs überdurchschnittlich guten Testkapazitäten, haben wir, soweit man das heute sagen kann, wirklich hervorragend genutzt. Viel besser, als ich selbst noch vor 3-4 Wochen zu hoffen gewagt hätte. Der einzige Punkt, der aktuell noch nicht so gut beurteilt werden kann, ist die Versorgung mit Verbrauchsmaterialien. Da wirken die internationalen Handelbeschränkungen gerade sehr kontraproduktiv. Es wäre die Aufgabe der Politik sich hier international besser abszustimmen.


Danke dir für die Infos. Sehr gut.

Ein Bekannter von mir verkauft Schutzausrüstungen.
Leider sind da auch viele Behörden, Krankenhäuser, Apotheken zum Teil selber schuld. Aktuell sind die Produktionen aufgrund der weltweiten Nachfrage in die Höhe geschossen und damit auch der Preis.
Die Kunden wie Behörden, KKHs etc. wollen die alten Preise wie vor 6 Monaten, sie wollen keine Anzahlung leisten, obwohl der Händler alles vorfinanzieren muss. Sie wollen 30-60 Tage Zahlungsziele. Das sind Millionen. Aufträge werden einfach storniert weil man angeblich einen schnelleren Lieferanten gefunden hat. Dann kommen sie ein paar Tage später und wollen die Ware doch kaufen, weil der angebliche Lieferant nicht liefern kann. Die Ware ist aber mittlerweile schon verkauft. und und und.

Was er mit alles erzählt hat grenzt schon an Wahnsinn. Selbst die Mafia aus Italien wollten 2 Millionen Masken kaufen und über 10 Millionen Euro Bar bezahlen. Viele bekloppte.