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Frank N Furter
thoreau hat geschrieben:Mein Problem ist nicht der erste Teil dieser Aussagen. Natürlich ist das ein Problem (dessen Ursache aber nochmal ein ganz anderes Thema sein könnte). Mir geht es um den Teil "Bevor sich Frau gegen Mann auflehnt...". Auflehnen? Ist das wirklich ein Verb über das du hinwegsehen willst? Oder diese Formulierung generell? Für mich verleiht dieser Satz dem ganzen Beitrag diesen lapprigen Beigeschmack von (ich mag diese Begriffe nicht, aber nunja, jetzt gibt es sie eben...) Mansplaining. "Da soll die Frau als solche erstmal unter sich Ordnung machen, bevor sie sich jetzt gegen die Männer "auflehnt.""


Okay, verstehe, diesen Einwand kann ich nachvollziehen.

Frank N Furter
Strafraumgitarre hat geschrieben:An dieser Stelle frage ich mich halt aber auch in all meiner naiven küchenpsychologischen Unschuld, inwiefern hierbei ausgerechnet Männer das Recht haben, zu kritisieren, wenn Frauen selbstbestimmt sexistische Klischees bedienen, um daraus für sich selbst Vorteile zu ziehen, die sie ohne ausreichend gepolte männliche Rezipienten gar nicht ziehen könnten.

Umgekehrt: Warum sollen Männer nicht das Recht haben? Wenn man Frauen ein "Patent" darauf gäbe Sexismus kritisieren zu dürfen, wird man nie die nötige Anzahl von Männern mobilisieren die es braucht, um hier etwas gesamtgesellschaftlich zu verändern. Außerdem, wie Darkred auch schon zu recht angedeutet hat, müssen sich Männer auch dafür kritisieren lassen, wenn sie Frauen nur auf ihre sexuellen Reize reduzieren. Dann ist es schon auch durch Männer diskutabel, finde ich, warum Frauen das dann selbst machen. Hier entsteht Erklärungsbedarf. Wir reden hier ja nicht über Pussy Riot, die ihre körperliche Nacktheit nutzen um für demokratische Ziele die Öffentlichkeit zu provozieren. Flache9 hatte ehemals auch auf Instagram und Social Media in toto abgehoben.

Strafraumgitarre hat geschrieben:Ich gehöre sicher nicht zur Zielgruppe für diese Art Musik im allgemeinen und schon allein aus diesem Grund auch nicht für die dazugehörenden Videos. Aber wenn Männer anprangern, dass es Frauen gibt, welche die Emanzipation ihres eigenen Geschlechts torpedieren, indem sie aktiv einem männlich dominierten Sexismus Vorschub leisten, dann hat das für mich eben auch ein Gschmäggle. Sie könnten ja stattdessen ebenso ihre männlichen Geschlechtsgenossen kritisieren, die diese kommerziell offenbar durchaus ergiebigen Darbietungen überhaupt erst ermöglichen. Letzteres wäre aber vermutlich die unbequemere Variante.

Warum konstruierst Du hier ein "Entweder oder"? Mann und Frau kann doch beides krisisieren, also die jungen Frauen, die nur mit ihren sexuellen Reizen "argumentieren" wollen, als auch die Jungs und Männer, die diesen Mädels nur deshalb Aufmerksamkeit schenken?

Strafraumgitarre hat geschrieben:Und manchmal ist es vielleicht auch gar nicht verkehrt, wenn man sich aus einem gewissen Respekt heraus zu bestimmten Sachverhalten erst gar nicht äußert.

Wenn man Sexismus beobachtet, geht es ja gerade darum nicht mehr wegzuschauen. Das "Wegschauen" dann mit "Respekt" zu begründen, hat etwas Abenteuerliches.

Strafraumgitarre hat geschrieben:Und ganz grundsätzlich fällt mir hierzu gerade noch eines meiner Lieblingszitate überhaupt ein.
Geschrieben hat diesen Satz Gisbert Haefs in irgendeinem seiner Bücher und er lautet
Gisbert Haefs hat geschrieben:Es gibt mehr schlechte Männer als gute Frauen.
Das bringt für mich den gesamten Komplex bestmöglichst auf den Punkt.

Da es hier nicht um gut und böse/schlecht geht, ist das für mich eher so ein Zitat auf Mario-Barth-Niveau, tut mir leid, ich hoffe das kränkt Dich nicht. Frauen und Männer leben aktuell noch in einer patriarchal geprägten Gesellschaft. Darunter leiden Frauen und Männer gemeinsam (darüber müssten wir dann im Falle der Männer auch mal reden). Um dies zu ändern, sollten man besser nicht gleich mit den alttestamentarischen Schuldkategorien beginnen. Keiner von uns hat sich die Gesellschaft ausgesucht in die er/sie hineingeboren wurde. Und man braucht ja auch erst mal 30-40 Jahre, bis man die Mechanismen so halbwegs versteht, wenn man sich überhaupt dafür interessieren möchte.

Strafraumgitarre hat geschrieben:Wer irgendetwas verändern oder verbessern möchte, der (oder die...) muss bei sich selbst beginnen anstatt kritisierend mit dem Finger auf andere zu zeigen. Das ganz grundsätzlich, weil es eben so ist und auch nur so funktioniert.

Sorry, aber das ist auch so ein oft zitiertes, aber deshalb meist nicht weniger naives Verdikt. Vieles kann man nur gemeinsam mit vielen Anderen ändern. Da nutzt es nichts, wenn jeder glaubt bei sich selbst beginnen zu können. Die patriarchialen Strukturen ändern wir so jedenfalls nicht. Zumindest nicht effizient.






Frank N Furter
Auswurf hat geschrieben:was soll ich jetzt machen, obwohl ich kein problem hab?


:shock:
Oh Gott, jetzt wird mir ja plötzlich alles klar....

:lol:

Ha nix, bzw. Dich freuen.

Ich war als Grundschüler eigentlich durchgehend immer in jemanden verliebt - natürlich unglücklich. Meist Mädels, aber nicht nur. :lol: Blöder weise bin ich aber gar nicht auf die Idee gekommen, es mal mit Kleidern zu versuchen....

...das ist also ganz normal, sowohl, dass Jungs auch mal ne Phase haben, wo sie Kleider ausprobieren wollen, oder sich auch in andere Jungs verlieben. Für Mädels gilt natürlich dasselbe umgekehrt. Gibt sogar ein Fremdwort dafür, aber nachdem ich weiß, dass Du auf dirty talk nicht so stehst, verkneif ichs mir....

Hasenrupfer
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Grasdaggl
Strafraumgitarre hat geschrieben:Über das Verhalten von Userinnen und Usern... :cyclops:

Jetzt wäre gerade eigentlich ein guter Zeitpunkt, dass @Tiffi mal wieder konstatiert, dass das Forum immer dann am schönsten ist, wenn es selbstreferentiell wird. Wenn ich das schreibe, ist es irgendwie nicht dasselbe.


Wann ist denn die näggschde Ami-Wahl?! Das war eine nie für möglich gehaltene Oase der Eintracht und des Friedens hier, hach...

:vfb:




Auswurf
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Grasdaggl
böse gemeint

darum gings doch nicht.
Ich dachte nur es wäre hier eine breitere gesprächsgrundlage vorhanden.
melone - rund
bohne - eher länglich

meint
- was Du mir zu erklärung an die hand gabst,
weiss doch jeder
oder wie goofy
sagte
Ist doch kein Problem mehr heutzutage.


und es ist "kein" problem,
weil viele sich selbst ganz gut selbst reflektieren
und halbwegs entspannt einzuordnen versuchen,
wer sie sind - mit sich und in der welt
das ist doch keine Musik

Frank N Furter
Auswurf hat geschrieben:
und es ist "kein" problem,
weil viele sich selbst ganz gut selbst reflektieren
und halbwegs entspannt einzuordnen versuchen,
wer sie sind - mit sich und in der welt


Schön wärs. Komm mal zu uns in die psychatrische Notaufnahme, dann siehst Du eine andere Welt. Reflektiert sind nur ganz, ganz wenige Menschen und diese auch nur zu einem ganz geringen Teil.

Es gab und gibt Psychologen, die haben untersucht, wie reflektiert Menschen sind und 6-10 Stufen der Reflexion bzw. eines reflektierten Bewusstseins unterschieden. 50% sind Stufe 1, 40% Stufe 2, 9% Stufe 3, 0,9% Stufe 4, 0,09& Stufe 5 usw.

In der Stufe 6 spricht man dann erst von einem Menschen, der in der Lage ist durch Reflexion seine eigenen Gefühle steuern zu können. Also jemanden, der sich nicht mehr durch kurzfristige Affektschübe zu unüberlegtem Handeln oder Reden hinreißen läßt. Eines unter 10.000 ist demgemäß auf diese Weise reflektiert.
Würdest Du jetzt für Dich behaupten, Auswurf, dass Du Deine Gefühle kognitiv regulieren kannst?

Goofy
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Frank N Furter hat geschrieben:Würdest Du jetzt für Dich behaupten, Auswurf, dass Du Deine Gefühle kognitiv regulieren kannst?



Also ich kanns nicht.

Ich kann aber hinterher reflektieren, dass es scheisse war (manchmal :cyclops: )
linksgrünversifft - was davon weit entfernt ist, ist Ironie, Sarkasmus und schlechter Humor



Frank N Furter
Haber hat geschrieben:Peter Handke hat es - glaub mal - in einem seiner frühen Romane geschrieben
"Ich wünsche mir, dass ich mir nicht mehr auffalle"


... dass seine Romanfigur einfach leben kann, ohne sich ständig zu hinterfragen. Ohne diesen Zwang des Erkenne dich selbst

dieses permanente Reflektieren macht einen ja ganz kirre. Man*n will doch am liebsten einfach nur in den Tag hineinleben und möglichst sicher im Bett landen. Wer reflektiert schon? Soviel Drogen und Alkohol kann man*n ja gar nicht konsumieren um die Erkenntnisse wieder zu vertuschen. Deshalb lassen gute Psychologen ihre Patienten auch immer sagen:

Einfach sein


Dann könnten die allerbesten Psychologen auch einfach sagen: bring Dich um, dann hast Du es komplett hinter Dir (samt Reflektiererei).

Nee, mein Guter, hier liegsch a bissle falsch. "Reflektieren" hört sich natürlich mittlerweile tatsächlich auch ein wenig doof an. Dieses Schicksal teilen viele Psycho-Modewörter. "Achtsamkeit" kannst Du heute fast auch nicht mehr sagen, so abgedroschen klingt das. Vor 30 Jahren sollte jeder seine "innere Balance" finden etc.

Wenn man "reflektieren" übersetzt, dann kann damit auch gemeint sein, dass man selbst versucht seine Gefühle so genau zu empfinden, dass man sie sehr gut sprachlich beschreiben kann. Nur wer diese Fähigkeit erwirbt, ist eigentlich in der Lage sich einem anderen Menschen mitzuteilen und auch als der Mensch geliebt zu werden, der man ist. Das gewinnt dann also am Ende doch eine erstaunlich große Bedeutung. Leider redet bis heute die Mehrzahl der Leute davon, dass sie jemanden lieben, obwohl sie eigentlich sehr wenig über diese Person wissen.

Seine "inneren nichtsprachlichen" geistigen Vorgänge zu reflektieren führt letztlich auch auf einem längeren Weg dahin, dass man die Gefühle die man hat, überhaupt mal fühlen kann. Das ist besonders wichtig für Menschen, die irgendwann einmal etwas Schlimmeres erlebt haben im Leben und die damit verbundenen unangenehmen Gefühle nicht ausgehalten haben. Gerade bei Kindern ist das enorm gefährlich. Sie können ja ihre Emotionen meist noch überhaupt nicht steuern, so dass die einzige Chance die sie haben mit diesem teilweise wirklich lebensgefährlich negativen Gefühlen umzugehen, darin besteht, sie komplett wegzudrücken. Viele traumatisierte Menschen sind ausgesprochen emotionsarm. Das hat man leider jetzt auch wieder erfahren müssen, als die ganzen Missbrauchsopfer der Kirche endlich begonnen haben mal über ihr erlittenes Leid zu reden.

Menschen, die sich emotional gedimmt haben, haben leider nur noch eine sehr geringe Lebensqualität. Es ist ein bisschen so wie mit dem Geschmackssinn: was nützt das beste Essen, wenn Du nichts mehr schmeckst. Was nützen die schönsten Erlebnisse, wenn Du Dich kaum noch glücklich fühlen kannst. Um diese gedimmten Gefühle wieder voll zu entfalten - ja, das geht! - muss man eben in sich hineinhören und sich reflektieren, damit das nicht mehr Wahrgenommene wieder wahrnehmbar wird.

So, das waren jetzt nur zwei von vielen Beispielen, warum die Reflexion an sich für den Menschen von sehr großer Bedeutung ist und nicht nur ein Mode-Hype.

Frank N Furter


Der Orgasmus ist ja das Ende des Sexualaktes. Jedenfalls sehr häufig beim (und mit!) dem Manne. Es ist doch erstaunlich, dass dessen erreichen ein so großes Ziel sein soll. Also logisch ist das nicht. Bei dieser Art von Trieben sind wir wirklich noch ein Opfer der Evolution. Reine Roboter.

Im Prinzip warte ich darauf, dass mal ein Hersteller einen Orgasmus-Verhinderer für Männer auf den Markt bringt. Aber halt, grad wo ichs schreibe: gibts ja: Manche Frauen halten ja ihre geneigten Männer keusch. Die sind dann dauergeil ohne eine Erektion oder einen Orgasmus bekommen zu können. Keine Ahnung ob das am Ende besser ist, ich habs noch nicht ausprobiert... aber die Anzahl der Paare die in einer FLR leben, einer Female led relationship wo solche Späßchen praktiziert werden, nimmt in letzter Zeit stark zu, jedenfalls, wenn man diesbezüglichen Umfragen traut...



de mappes
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Spamferkel
Frank N Furter hat geschrieben:
Auswurf hat geschrieben:was soll ich jetzt machen, obwohl ich kein problem hab?


:shock:
Oh Gott, jetzt wird mir ja plötzlich alles klar....

:lol:

Ha nix, bzw. Dich freuen.

Ich war als Grundschüler eigentlich durchgehend immer in jemanden verliebt - natürlich unglücklich. Meist Mädels, aber nicht nur. :lol: Blöder weise bin ich aber gar nicht auf die Idee gekommen, es mal mit Kleidern zu versuchen....

...das ist also ganz normal, sowohl, dass Jungs auch mal ne Phase haben, wo sie Kleider ausprobieren wollen, oder sich auch in andere Jungs verlieben. Für Mädels gilt natürlich dasselbe umgekehrt. Gibt sogar ein Fremdwort dafür, aber nachdem ich weiß, dass Du auf dirty talk nicht so stehst, verkneif ichs mir....


:lol: :lol: :lol:
aber auch sehr interessant... :!:
Don't criticize what you can't understand

Frank N Furter
@Haber

So habe ich keine Lust mit Dir zu reden. Von dem was ich sagte ist leider nichts banal. Falls Du da anderer Ansicht bist, nützt es nichts, wenn Du mein ganzes Posting zitierst und mit einem unbegründeten, verachtenden Zweizeiler abmeierst. Musst schon argumentieren und das darf ich auch von Dir erwarten.

Southern Comfort
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Grasdaggl
Die Frauen unter uns schreiben hier vernünftigere Sachen rein. Noin, koin Pauschalurteil!

Dem FNF wünsche ich für diesen Gedankengang erstmal etwas Praxis mit ein paar Regelschmerzen und dann kann er wegen mir weiter theoretisieren.

Ansonsten... weiter mit einer Frau, über einen Mann, der Frauenerfahrungen macht.

Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.

Southern Comfort
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Grasdaggl
Ich schiebe mal hinterher...

Außer bei vivafernanda bin ich mir nicht sicher, wer hier weiblich ist. Bislang ist mir das auch egal gewesen und das bleibt es auch.

Nur so gesehen war es halt doch ein Pauschalurteil. Aber damit kann ich auch gut leben.
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.