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de mappes
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Spamferkel
Isch bin nun völlig isoliert.


Risikogruppe :?

. Ich kenne in meinem Umfeld reichlich Leute, die wie immer zu Weihnachten quer durchs Land reisen. "Wir passen natürich auf!" Ja, klar. :roll:


aber was macht das denn für einen Unterschied, wenn nicht in vollen Zügen sondern im Auto?
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de mappes
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Spamferkel
Sweden? Nein...Tübigen, alter!

(ok ist aus der Bild aber dennoch:)
DEUTSCHLANDS CORONA-MUSTER-STÄDTLE
„Macht es doch wie Tübingen!“
Boris Palmer (48, Grüne)

Artikelvon: PETER TIEDEveröffentlicht am
08.12.2020 - 09:21 Uhr
Im Herzen Baden-Württembergs liegt Deutschlands Corona-Muster-Städtle: Tübingen (89 000 Einwohner). Neun Altenheime mit knapp 1000 Pflegeplätzen gibt es dort. Und: „Seit Mai nicht einen einzigen Corona-Fall“, sagt Oberbürgermeister Boris Palmer (48, Grüne) stolz zu BILD.

Palmer – ein streitbarer und -lustiger Kopf. Auch in Corona-Zeiten. Er ging mit Gemeinderat und Verwaltung einen anderen Weg als Bund und Länder: „Wir haben uns auf den Schutz der Risikogruppen konzentriert – und das sind die Alten.“

Er habe im April und Mai intensiv die Zahlen aus Italien und Spanien analysiert und gesehen, dass es vor allem um Alte geht. Palmer: „Wenn man die Alten schützt, ist es kein großes Problem.“



Palmer verweist auf die Inzidenz (Neuinfektionen/100 000 Einwohner/7 Tagen) bei Alten: Laut Robert Koch Institut ist die in den vergangene vier Wochen bundesweit bei den Über-65-Jährigen von 95 auf 130 gestiegen. Und in der Tübingen? Palmer: „Wir liegen bei den Ü65- bei 10 und bei den Ü75-Jährigen bei null.“

Und so hat Tübingen es zum deutschen Muster-Städtle gebracht:


► Reservierte Einkaufszeiten für Senioren von 9 bis 11 Uhr

► Rufbus und Taxi für Senioren (30 Minuten vorher anfordern, kommt zur Bushaltestelle zum Preis eines Bustickets, mit Abo-Karte kostenlos)

► Regelmäßige, kostenlose Testungen der Beschäftigten in den Altenheimen, der Bewohner und seit geraumer Zeit auch für die Besucher


► Seit Kurzem auch kostenlose Schnelltests auf dem Marktplatz für Angehörige, die Hochbetagte besuchen wollen

► Kostenlose Abgabe von FFP2-Masken für Altenheime und Senioren, jetzt auch in Drogerien und bei der Tafel (Palmer: „Arme können sich die Masken nicht leisten.“)


Kosten? Palmer: „Das kostet, aber lohnt sich: Der Gemeinderat hat dafür in diesem Jahr eine halbe Million Euro bewilligt.“

Palmer hat sich beraten lassen vom Chef des Uni-Klinikums Tübingen, Michael Bamberg, und von der Chefin des Roten-Kreuzes im Landkreis, Lisa Federle.

Und wenn er den Bund und die Länder beraten könnte in Sachen Corona? „Konzentrieren Sie sich auf die Alten!“ Oder einfacher: „Machen Sie es wie Tübingen.“
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darkred
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Halbdaggl
Man kann ja von Palmer halten was man will, aber er hat als Politiker in der Pandemiebekämpfung etwas, was vielen anderen abgeht. Eine Überzeugung und einen stringenten Plan, der einfach mal konsequent durchgezogen wird. Nichts, dass er im stillen Kämmerlein ersonnen hat, sondern was er in enger Abstimmung mit der Uniklinik TÜ als tauglich erarbeitet und infolge umgesetzt hat. Er moderiert demnach nicht nur das Geschehen, er ergreift gezielt Initiative.

Und das in allererster Linie dahingehend, über was wir hier nun schon seit Monaten sprechen. Den gezielten Schutz der Bevölkerungsgruppe, die von der Pandemie am meisten gefährdet ist. Die Alten und Vulnerablen. Ohne rum eiern, ohne das einfallslose und nur bedingt wirksame "Sensenprinzip"(schrittweise immer mehr Lockdown für alle) das von Woche zu Woche tiefer senst. Und das am Ende nur Bürger zurück lässt, die das Vertrauen in die Sachkompetenz der sie Regierenden zusehends verlieren.

Es gab seit Ergreifen der Maßnahme dort nicht einen Fall in einem Alten- oder Pflegeheim. Trotz weiterhin regelmäßigen Besuchen der Angehörigen, die zuvor per Schnelltest getestet wurden. Ist das allein nicht schon Argument genug?

Hier ein kurzer Beitrag über den Tübinger Weg.

https://www.arte.tv/de/videos/100990-00 ... orona-kris

Der Lagebericht des RKI vom gestrigen Tage untermauert die Forderung nach besonderem Schutz dieser Bevölkerungsgruppe nochmals.

Während die 7-Tage-Inzidenz in den jüngeren Altersgruppen stagniert oder leicht abnimmt, nimmt sie in der älteren Bevölkerung weiter zu (vgl. Lagebericht vom 01.12.2020 Abbildung 4). Da ältere Personen
häufiger von schweren Erkrankungsverläufen von COVID-19 betroffen sind, steigt die Anzahl an
schweren Fällen und Todesfällen weiter an. Diese können vermieden werden, wenn alle mit Hilfe der
Infektionsschutzmaßnahmen die Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus verlangsamen.


https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/N ... cationFile

Wäre man bundesweit dem Bsp. der Unistadt Tübingen gefolgt, hätte man heute ein anderes Lagebild. Meine feste Überzeugung. Aber dazu braucht es Politiker die beizeiten erkennen, verstehen, vermitteln und umsetzen können.

jagdhuette
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Ich denke auch, dass der Tübinger Weg sinnvoll ist. Ich bin mir nur nicht sicher, ob er überall in Deutschland umsetzbar wäre, wo das wirtschaftliche Niveau (gespiegelt in der Ausstattung der Krankenhäuser, Altenheime etc.) deutlich niedriger ist. Aber wer unseren Bundesgesundheitsminister für einen fähigen Politiker hält, der ist sicherlich auch davon überzeugt, dass Schalke den Klassenerhalt schafft.

Dass die Pandemie in erster Linie dort gravierende Folgen hinterlässt wo Menschen eng wohnen, arbeiten, sich fortbewegen und ggf. die allgemeinen Regeln nicht verstehen oder nachvollziehen können ist die traurige Erkenntnis, dass Geld indirekt vor Ansteckung schützt. Dann kann man vermutlich nur durch erzwungen reduzierte Aktivität schützen. Aber es wäre sicher vieles möglich gewesen, wenn man ab Mai nicht ständig drüber diskutieren hätte müssen, wie man am besten den maximalen Sommerurlaub erlauben kann.

killroy
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Aber es wäre sicher vieles möglich gewesen, wenn man ab Mai nicht ständig drüber diskutieren hätte müssen, wie man am besten den maximalen Sommerurlaub erlauben kann.

Ja, und da dürfen wir uns aber als Gesamtgesellschaft an die Nase fassen.
seit/seid

Herr der (Brust-)Ringe III - Die Rückkehr des Präsidenten

killroy
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https://www.zeit.de/kultur/2020-12/coro ... hilosophie

Aus dem Artikel
Zu Klein-Boris:
Weshalb die Bemerkung, an Covid gestorbene alte Patienten hätte es doch ohnehin bald hinweggerafft, unterhalb des ethischen Konsenses unserer Republik angesiedelt ist. Wer sich so äußert, ist mangelhaft in die Gesellschaft integriert.


Und generell so:
Lebensschutz ist sehr wohl ein Ziel, das sich vor andere schieben kann. Zwar gilt auch hier das Gebot der Verhältnismäßigkeit, niemand wird eine Grippewelle um den Preis wirtschaftlichen Zusammenbruchs abwehren wollen, aber Corona ist von einer Qualität, die zumindest die Frage aufwirft, warum überhaupt noch jemand ins Büro gehen muss. Was mit einer Gesellschaft geschähe, die Zehntausende unversorgte Patienten auf Krankenhausfluren sterben ließe, um Kirchen und Theater, Fitnessstudios und Karaokebars offen halten zu können, mag man sich nicht ausmalen.
seit/seid

Herr der (Brust-)Ringe III - Die Rückkehr des Präsidenten


killroy
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Na das das ein spannender, philosophischer Artikel ist der das Denkmuster, nachdem Lebensschutz nicht die einzige Maxime des Handelns sein kann, da ja die Wirtschaft und damit auch wirtschaftliche Existenzen und - genauso wichtig - eine dazugehörige freiheitliche Lebensweise - bedroht sind, der also dieses Denken in Frage stellt. Mehr muss man doch gar nicht sagen wollen, wenn man einen Artikel verlinkt, oder?
seit/seid

Herr der (Brust-)Ringe III - Die Rückkehr des Präsidenten

darkred
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Ich meinte eher das erste Zitat, dass doch offensichtlich auf Palmer gemünzt ist. Hört deine Sicht auf ihn damit auf ... oder hast du noch eine Einlassung zu seinem (oben verlinkten/beschriebenen) Tun?

Es kommt noch etwas Drittes hinzu. Dem lebendigen Menschen steht ein absoluter Achtungsanspruch zu, die Menschenwürde. Sie wird missachtet, wenn sein Leben mit dem Leben anderer abgewogen wird. Für solche Abwägungen gibt es keine verfassungsgemäßen Kriterien, beispielsweise wäre im Fall einer Triage die vermutlich geringere Lebensdauer eines älteren Patienten kein zulässiger Grund, ihm zugunsten eines Jüngeren die rettende Behandlung zu versagen. Weshalb die Bemerkung, an Covid gestorbene alte Patienten hätte es doch ohnehin bald hinweggerafft, unterhalb des ethischen Konsenses unserer Republik angesiedelt ist. Wer sich so äußert, ist mangelhaft in die Gesellschaft integriert.


Natürlich hat jeder Mensch ein verfassungsmäßig verbrieftes Recht auf Menschenwürde.
Bei einer nötig werdenden Triage (lasst uns alle hoffe, dass es hier nie soweit kommt) wird man aber nun mal nach Kriterien entscheiden müssen, die nicht einem ethischen Konsens unterliegen. Sondern einer nüchternen, medizinischen Beurteilung, welcher Patient bessere Überlebenschancen hat und welcher weniger gute. Leider.

Lebensschutz ist sehr wohl ein Ziel, das sich vor andere schieben kann. Zwar gilt auch hier das Gebot der Verhältnismäßigkeit, niemand wird eine Grippewelle um den Preis wirtschaftlichen Zusammenbruchs abwehren wollen, aber Corona ist von einer Qualität, die zumindest die Frage aufwirft, warum überhaupt noch jemand ins Büro gehen muss. Was mit einer Gesellschaft geschähe, die Zehntausende unversorgte Patienten auf Krankenhausfluren sterben ließe, um Kirchen und Theater, Fitnessstudios und Karaokebars offen halten zu können, mag man sich nicht ausmalen.
#

Diese Gegenüberstellung wird der Komplexität des Themas imho nicht gerecht. Allein die arg simple Fragestellung "Wenn Corona, warum Büro" zeigt das doch schon deutlich auf. Und suggeriert zudem in ungebührlicher Weise "Zehntausende unversorgte Patienten auf Krankenhausfluren", wenn man ... ja was denn genau... nicht tut.?
Zuletzt geändert von darkred am 8. Dezember 2020 12:16, insgesamt 1-mal geändert.

killroy
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Achso ... Der Boris ist halt vielschichtig streitbar ... und mir ist nunmal parallel zur Diskussion um TÜ hier genau dieser schöne Artikel mit diesem Satz untergekommen .... und es passt eben.
Wenn Palmer nicht immer wieder regelmäßig so total übers Ziel hinausschießen würde wäre er vermutlich ein ganz Großer. Was er mit TÜ und klimaneutralität vorhat - Chapeau.
Was Corona angeht ... nun .. ich erkenne in seinen Aussagen ( nicht schwer) und seinem Handeln (auch eigentlich einfach zu analysieren) durchaus die Frank'sche Haltung: maximaler Schutz für die Risikogruppen und ansonsten das Virus laufen lassen. Gut, das ist jetzt verkürzt, zugespitzt und unfair .... aber das ist Boris auch oft. Ist nun nicht mein Ansatz, den es ist ein Spiel mit der Gesundheit der Menschen ... z.B. nach allem, was man mittlerweile auch über Long-Covid weiß.
seit/seid

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killroy
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40 Prozent erwägen Regelbruch zu Weihnachten

Nicht wenige Menschen sind offenbar bereit, die Einschränkungen an den Feiertagen zu brechen – auch wenn sie sie eigentlich für richtig befinden. Dies ergab eine Umfrage im Auftrag der Universität der Bundeswehr München.

Demnach befürworten mehr als drei Viertel der insgesamt 1.137 online Befragten die Maßnahmen. 42 Prozent von ihnen sagten aber auch, sie wollten sich unter Umständen über geltende Regeln hinwegsetzen. Die Schnittmenge zwischen beiden Gruppen liege bei 25 Prozent.

Die Bereitschaft zum Regelbruch sei besonders dann gegeben, wenn Menschen die Regeln für übertrieben hielten oder sicher seien, das nichts passieren könne, heißt es in einer Mitteilung. "Überdurchschnittlich viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass Sie eine Situation wie diese im Gegensatz zu anderen Menschen überdurchschnittlich gut einschätzen können – weshalb sie Verbote für andere Menschen gutheißen, sich selbst aber darüber hinwegsetzen", erläutert Philipp Rauschnabel von der Professur für digitales Marketing und Medieninnovation. "

klar, ist auch nicht anders wie beim fußball. wir haben doch sehr viele hochgebildete checker*innen in diesem land

Zum anderen ist es sehr wahrscheinlich, dass mehr Menschen die Regeln missachten, wenn sie bemerken, dass andere Menschen das auch machen."

lemmingverhalten

Einige Befragte können der Pandemie zu Weihnachten sogar etwas Positives abgewinnen. 28 Prozent glauben demnach, dass sie als Ausrede für unliebsame Verpflichtungen herhalten könne, ein Viertel glaubt, dass es dieses Jahr weniger Streit geben wird, und 45 Prozent geben an, weniger Vorweihnachtsstress zu haben.

das sind meine leute :mrgreen:
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darkred
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Sorry.
Hatte meinen Beitrag nach Lesen den Artikels, den ich in seiner Gänze nun nicht so spannend finde wir du, nochmals editiert.

Mir geht es vor allem um den Punkt, dass Boris Palmer ein Mann der Tat ist. Einer der nüchtern anaylsiert, sich Fachmeinungen einholt und dann einen Plan mit Start und Ziel benennt und verfolgt. Das gefällt nicht iummer Jedem... aber es scheint zu funktionieren. Auf seiner Ebene jedenfalls.

Mir ist schon klar, dass sowas nicht so einfach als roll out auf Bundesebene übertragen werden kann. Aber ein paar mehr Sachpolitiker seines Kalibers in verantwortlicher Regierungsposition des Bundes ... und eben nicht diese auf Medienpräsenz angelegten Moderatoren eines sich *huch* verändernden Zustands, auf den man immerzu nur reagieren kann. Überspitzt formuliert jetzt.

killroy
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Granadaseggl
zu deinen edits:
v. Randow spitzt das ja zu, ist ja auch ein KOmmentar (oder? hab nicht genau nachgeschaut, lese es aber so). Als Diskussionsaufhänger

zu Palmer:
Mann der Tat, ja. Agieren, ohne ständig auf Wählergunst zu schauen, auch ja. Und das gefällt mir sehr gut. Und es funktioniert in Tübingen. Auf größerer Ebene wird sowas heutzutage leider oft genug vom Wähler abgestraft bzw würde (vermutlich, oder ?). Also ich denke das ist so ein wenig Henne - Ei, Politiker - Wahlvolk, Wahlvolk - Politiker
seit/seid

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darkred
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Halbdaggl
Man soll ja nicht zu sehr in die Vergangenheit verweisen, weil andere Umstände und so.
Aber ich vermisse da einfach so Machertypen wie Helmut Schmidt, der aus Vernunft, Rationalität und Gestaltungskraft auch unpopuläre Maßnahmen durch drückte ... und in den meisten Fällen richtig lag.

killroy
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Granadaseggl
darkred hat geschrieben:Man soll ja nicht zu sehr in die Vergangenheit verweisen, weil andere Umstände und so.
Aber ich vermisse da einfach so Machertypen wie Helmut Schmidt, der aus Vernunft, Rationalität und Gestaltungskraft auch unpopuläre Maßnahmen durch drückte ... und in den meisten Fällen richtig lag.

stimmt schon. und ich denke schon, dass es dem heutigen typ politiker (den es so vereinheitlich ja nicht gibt) da etwas an format mangelt.
andererseits bleibe ich auch hier dabei - henne - ei
früher hat man eben SPD oder CDU oder FDP gewählt, und da ist man dabei geblieben. da hat man die unpopuläre entscheidung nicht umgehend bei der nächsten wahl abgestraft. und es gab keine sozialen medien und die meinungsbildung ist völlig anders (früher war alles besser :mrgreen: ) abgelaufen. und die welt war nicht so komplex wie heute.
ost -west
arbeiter - bürgertum - bonzen
akw - anti-akw
lange haare - kurze haare
usw.

leicht verständliche, für jeden nachvollziehbare und eine gemengelage, zu der man sich recht einfach positionieren konnte
seit/seid

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killroy hat geschrieben:und die welt war nicht so komplex wie heute.

lange haare - kurze haare


Stimmt.

Die Komplexität begann in dem Moment, als aus den langhaarigen Bombenlegern kurzhaarige langhaarige Bombenleger wurden. Heute kommen noch die langhaarigen kurzhaarigen langhaarigen Bombenleger hinzu.

Und da soll noch einer durchblicken...
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

- Charles Maurice de Talleyrand -

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Halbdaggl
A propos Corona:

Die US-Regierung hat gestern wohl einen Dämpfer bekommen, was die "America first"-Politik bei der Impfstoffbeschaffung angeht. Man wollte bei Pfizer/BioNTech zu den im vergangenen Sommer bestellten 100 Mio Impfdosen weitere 100 Mio Impfdosen kaufen, doch Pfizer hat erklärt, dass die USA erst wieder im Juni/Juli 2021 dran kommt, weil man die bis dahin produzierten Impfdosen bereits an andere Länder verkauft hat.

Es wird erwartet, dass Trump nun mittels einer executive order bestimmt, dass zunächst in den USA geimpft werden soll, bevor andere Länder mit Impfstoffen versorgt werden sollen. In diesem (durchaus vorhersehbaren) Fall war es übrigens sehr weitsichtig von der Bundesregierung, den Bau von Produktionsstätten in Europa finanziell zu unterstützen :!:
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

- Charles Maurice de Talleyrand -

Tamasi
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Allmachtsbachel
Das mit Tübingen klingt wirklich gut. Kann man natürlich nicht 1-1 aufs Land übertragen, aber andererseits werden in TÜ ja auch keine revolutionären Neuigkeiten umgesetzt, sondern zahlreiche Maßnahmen, die schon lange bekannt waren. Man hätte so manches davon also durchaus auch landesweit umsetzen können, wenn auch tw. nur mit entsprechenden Kompromissen.

Die für Anfang Dezember angekündigte Ausgabe vergünstigter FFP-2-Masken für Risikogrüppler verzögert sich übrigens weiterhin. Wobei schon "Anfang Dezember" viel zu spät war.

A propos "Risikogruppen" - da hakt das Tübinger Modell ein wenig. Die Heime besser zu schützen ist großartig und ich will das nicht aufrechnen. Aber die Risikogruppe ist durchaus etwas größer: Die Schätzungen schwanken m.W. zwischen 20 und 30 Mio. - das sind schon irre viel! Der "Gemeinsame Bundesausschuss" stellt bezüglich der Maskenvergabe fest:

Gemeinsamer Bundesausschuss hat geschrieben:Demnach sind etwa 27,35 Millionen Menschen potenziell anspruchsberechtigt. Dazu gehören 23,7 Millionen Personen ab 60 Jahren und jüngere Menschen mit bestimmten Risiken, wie zum Beispiel Diabetes mellitus Typ 2, Schlaganfall, Herzinsuffizienz, einer Risikoschwangerschaft oder Übergewicht (BMI ab 30). Auch Krebspatienten unter Chemo- oder Radiotherapie sowie COPD- und Asthma-Patienten fallen unter die Risikogruppen.

Ich vermute mal, ein sehr großer, wenn nicht sogar der Großteil der Risikogrüppler lebt gar nicht in den - vergleichsweise - einfach zu schützenden Heimen. Dennoch sind die Tübinger Maßnahmen mit den Schnelltests für die Heime bzw. deren Mitarbeiter und Besucher klasse. Aber eine 30jährige Asthmatikerin oder ein 40jähriger Dicker sind vermutlich nicht so happy, wenn das Virus sich ansonsten frei verbreiten darf.

Zur Eigenwahrnehmung und den Corona-Schutzvorkehrungen:

Stimmt, (fast) jeder einzelne denkt wohl, "Ich pass auf, ich hab's im Griff". Mich erinnert das ans Thema Werbung - da sagt doch auch jeder: "Ich durchschaue die Werbung, ich lasse mich nicht davon beeinflussen."

CoachingZone
Halbdaggl
Tamasi hat geschrieben:Zur Eigenwahrnehmung und den Corona-Schutzvorkehrungen:

Stimmt, (fast) jeder einzelne denkt wohl, "Ich pass auf, ich hab's im Griff". Mich erinnert das ans Thema Werbung - da sagt doch auch jeder: "Ich durchschaue die Werbung, ich lasse mich nicht davon beeinflussen."


Korrekt. Es wird aber halt insbesondere dann problematisch, wenn man andere Menschen trifft und ihnen länger als 10, 15 Minuten in einem geschlossenen Raum begegnet, selbst mit Maske, aber noch heftiger ohne. Denn niemand kann davon ausgehen, dass der andere genauso vorsichtig agiert. Vor allem, wenn der dann auch wieder andere Menschen trifft. S.o.

Wir hatten am Wochenende ein Problem. Unsere Tochter war zur Geburtstagsfeier bei der besten Freundin eingeladen - und wir haben erst am Tag der Feier mitbekommen, dass das keine kleine Feier mit den zwei besten Freundinnen sein wird, sondern eine Fete im Partyraum der hiesigen Jugendarbeit. Mit immerhin noch 9 Gästen, wenn auch mit Maske!

Was tun? Eigentlich wäre es vernünftig gewesen, abzusagen - wie es wohl einige eingeladene Gäste auch getan haben. Wir waren ziemlich wütend auf die Freundin, dass sie uns vor eine solche Wahl gestellt hat, denn wir hatten über das Thema "Große Fete" bereits im Sommer gesprochen, als beide noch gemeinsam ihren Geburtstag mit einer Halloween-Party feiern wollten, dass das in diesem Jahr einfach keine gute Idee ist. Und unsere Tochter war natürlich auch ziemlich wütend. Allerdings eher auf uns als auf die Freundin.

Letztendlich haben wir sie wider besseren Wissens auf die Party gehen lassen, allerdings mit der Konsequenz, dass sie sich jetzt eine Woche lang nur so kurz wie möglich und nur mit Maske in den Räumen außerhalb ihres Zimmers aufhalten darf. Toitoitoi. Bislang haben weder sie noch wir irgendwelche Symptome. Hoffen wir, dass es dabei bleibt! Aber glücklich bin ich weder über die Situation noch über die Entscheidung...
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

- Charles Maurice de Talleyrand -

Nilkheimer
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Schweden ist durch. Glück für Schweden.

Das bedeutet, dass Schweden jetzt fast die gleiche Sterberate wie die USA hat.

Und das Land könnte in den kommenden Wochen noch weit mehr Tote zu beklagen haben. Denn während Deutschland relativ stabil bei einer 7-Tage-Inzidenz von rund 150 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liegt, steigt die Zahl der neuen Fälle in Schweden weiter kräftig an. Aktuell liegt die Inzidenz der Skandinavier bei rund 340.


https://www.n-tv.de/panorama/Schweden-m ... 1607328588
Aber das macht doch nichts.

killroy
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Granadaseggl
wo ist eigentlich der charite-mitarbeiter, wenn es drum geht, dass eine seiner gesicherten thesen verteidigt werden muss?
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de mappes
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Spamferkel
und wir haben erst am Tag der Feier mitbekommen, dass das keine kleine Feier mit den zwei besten Freundinnen sein wird, sondern eine Fete im Partyraum der hiesigen Jugendarbeit. Mit immerhin noch 9 Gästen, wenn auch mit Maske!


meinst du, dass auf so ner Feier von jungen Leuten mit Essen und vor allem auch Getränken wirklich oft die Maske getragen wurde?
Ich kenne deine Familie und Tochter/Freunde ja nicht aber kann ich mir irgendwie garnicht vorstellen
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Tifferette
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Grasdaggl
killroy hat geschrieben:wo ist eigentlich der charite-mitarbeiter, wenn es drum geht, dass eine seiner gesicherten thesen verteidigt werden muss?

Der muss gerade Essen ausfahren.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)