Southern Comfort hat geschrieben:Lieber CZ,
Diese von Dir skizzierten Seilschaften im Intrigantenstadel müssen ziemlich beschissen sein, wenn sie mit dem Austauschen eines Mannes bestehen oder vergehen. So einfach ist das ganz sicher nicht.
Gegen einen unliebsamen Gegenkandidaten gibt es nur eins: Wählen gehen! Möglichst viele...
Nun - vergehen tun sie sicher nicht von alleine. Wenn aber der Vereinspräsident (alleine oder im Verbund mit dem Präsidium) beispielsweise AR-Mitglieder der AG bestimmt, dann kann da schon ein wenig mehr an den Machtpositionen verändert werden.
Wenn die Mitglieder den Vereinsbeirat wählen dürfen, dann können sich auch dort die Machtverhältnisse verändern. Denn der hat nun mal das alleinige Vorschlagsrecht für den oder die Präsidentschaftskandidaten. Setzt allerdings voraus, dass ihnen nicht nur Leute aus dem inner circle zur Wahl gestellt werden.
Und jetzt kommt ja das Interessante:
Seit Jahrzehnten und insbesondere nach der 2011er MV (mit dem Roleder-Chaos) wurde den Mitgliedern nur noch EIN Präsidentschaftskandidat aus dem "Industriekapitänle"-Kreis vom vereinsintern bestimmten Ehrenrat vorgeschlagen. D.h. die Mitglieder konnten diesen Kandidaten nur wählen oder nicht wählen, hatten aber keine Alternative und durften auch keine vorschlagen.
Nach der Ausgliederung, die den Profifußball dem direkten Einfluss der Mitglieder entzogen hatte, wurde als Zuckerle die Mitsprache beim Vereinsbeirat in der Satzung verankert, wobei die Kandidaten zur Wahl beim ersten Mal noch vom Ehrenrat, ab dann vom aktuellen Vereinsbeirat geprüft und zugelassen werden. D.h. auch hier dürfen die Mitglieder zwar wählen, aber nur die vom Verein vorgegebenen Bewerber. Immerhin ist es aber bei der außerordentlichen MV 2019 tatsächlich gelungen, dass nicht der vom Vereinsbeirat favorisierte Alteingesessene, sondern sein Herausforderer (Dr. Schlecht) gewählt worden ist...
Nach den Tumulten von 2019 wurde vom zwar von den Mitgliedern gewählten, aber immer noch vereinsintern handverlesenen Vereinsbeirat - so wie ich es damals schon befürchtet habe und mittlerweile sehe - zur Mitgliederberuhigung erstmals eine offene Bewerbung und zwei Kandidaten zugelassen, allerdings handelte es sich da nur noch um die Restamtsperiode (von einem Jahr) bis zur nächsten regulären Wahl (was vereinsrechtlich im übrigen nicht unüblich ist).
Jetzt, wo der amtierende Präsident an einigen Stellen genauer hinschaut oder die WD-Treuen vom Vereinsbeirat ausbremst (Stichwort: Datenaffäre) oder etwas personell verändert (Stichwort: Adrion im AR) oder möglicherweise nicht den Investor hereinnimmt, den sich manche in der AG wünschen, oder einen vorschlägt, den man (z.B. Daimler) nicht haben will (letzteres sehr Spekulatius), da wird dieser aus dem Nichts per BLÖD angezählt und es wird verdeutlicht, dass auch dieser nicht per se gesetzt ist, sondern sich erneut bewerben und vom Vereinsbeirat vorgeschlagen werden muss.
PLUS es kommt aus dem Nichts eine Bewerbung eines (ehemaligen) Industriellen (!) aus dem Remstal (!), der in Kitzbühel (!) mal Präsident des dortigen Eishockeyvereinles war und ansonsten aus seiner Bewunderung von RB-Gründer Mateschitz keinen Hehl macht, aber noch nie irgendwie in Verbindung mit dem VfB aufgefallen ist (Mäuser lässt grüßen...).
Wozu das Ganze

Wenn nicht zum Machterhalt der vorhandenen Strukturen

Und weil man befürchtet, dass Vogt da ernsthaft etwas ändern könnte
(Und warum hat man denn 2019 Riethmüller, der während des "Wahlkampfes" ganz offen davon sprach, im AR einige Positionen neu (und eventuell kompetenter) zu besetzen, kurz vor der Wahl per Presse desavouiert

Wenn nicht zum Machterhalt der vorhandenen Strukturen

)
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.
- Charles Maurice de Talleyrand -