halensee hat geschrieben:Flache9 hat geschrieben:killroy hat geschrieben:- Raubtierkapitalismus
- Materialismus
- Rückbau der sozialen Sicherungssysteme
- Undurchlässigkeit der Milieugrenzen
Ich ergänze:
Faulheit
Ich bin schwäbischer Babyboomer und mit der Info aufgewachsen, dass Selbstständige wirtschaftliches Risiko tragen, häufig Arbeit schaffen und daher mehr Geld verdienen als "Arbeiter" und wenn es dem Unternehmer gut geht, geht es auch dem Arbeiter gut. Leute wie Robert Bosch und das Wirtschaftswunder waren hierfür prägend.
Heute tragen die Wirtschaftsgrößen / Manager aus meiner Sicht kein Risiko mehr, kassieren dafür aber umso mächtiger ab und entziehen sich dem Sozialsystem. Rücklagen oder Sicherheiten werden nicht gebildet, es zählt nur Gewinnmaximierung und Umsatzsteigerung. Wenn dann irgend etwas in die Hosen geht, fangen sie an zu weinen und mindern ihre Verluste aus dem Steuersäckel des gemeinen Volkes. Gewinne sind natürlich vorher in Sicherheit gebracht worden.
So sieht's in schwarz / weiss aus.
Ja der rote Bosch, lieber Geld verlieren als Kunden, ...
Ich hab um ehrlich zu sein viel Ehrfurcht vor Unternehmern, und für leider viel zu viele Managern und CEOs viel zu wenig Respekt.
um auf die Frage einzugehen, ob man das näher ausführen könnte, weil es so nebulös war. Wie gesagt, ich weiß nicht an was es liegt, ich kenne aber genügend Leute aus der Babyboomer Generation die von ihren Eltern auch nicht gefördert worden sind, bei denen es sogar so war, dass die Eltern alles andere als begeistert waren als die Söhne kein Geld mehr nach Hause gebracht haben, sondern wieder die Schulbank gedrückt haben nach der Ausbildung. Die mussten noch Geld an die Eltern abdrücken von dem was sie in der Lehre verdient haben.
Und ich muss jetzt tatsächlich die Frage aufwerfen, ob es zum Teil nicht tatsächlich etwas mit Motivation und Faulheit zu tun hat, mit falschen Vorbildern oder gar keinen.
Es kann aber genauso vieles andere was aufgezählt wurde sein. Das spielt garantiert auch mit rein, Hoffnungslosigkeit aus der Situation der Eltern rauszukommen. Gesellschaftliche Spaltung, Kapitalismus, Ungleichheit, ...
Was Halensee schreibt, das trifft auch auf meine Eltern zu. Die Erzählungen ihrer Kindheit ( meiner Eltern), wie viele Personen in einem Haushalt gelebt haben, wie viele Menschen in einem Haus gelebt haben, sind für mich bis heute zwar verstehbar, aber schwer greifbar. Ich kenne beide elterlichen Häuser und die sind im Vergleich zu da wo ich aufgewachsen bin scho nicht groß, nur wohnten da 3mal so viele Menschen drin.
Also meine ich einfach, es liegt nicht am Geld. Wenn es am Geld liegen würde, hätten viele der Babyboomer keinen so großen sozialen Aufstieg hinbekommen.