Eskalationen:
Haber hat geschrieben:Es hängt sehr stark auch von Franks Fragestellung ab, ob es Vogt im Guten versucht hat oder die 109 überfahren hat, ich tendiere zum guten Versuch aber sie haben ihn abblitzen lassen.
Ich gehe auch von einem Versuch im Guten aus. Es war ja bereits - "gerüchteweise" - zu hören, dass die alteingesessenen Gremienkönige Vogt von Anfang an eher belächelt haben. Würde mich nicht wundern, wenn das stimmt. Und je weniger Vogt sich gehört fühlt, umso mehr weint er sich bei seinen Beratern aus - und hört auf diese.
Ein Mal falsch abgebogen - ab da geht's immer weiter in entgegensetzte Richtungen. Auch ohne Datenaffäre wäre das wohl schiefgegangen. Aber die Datenaffäre ist natürlich ein hervorragender Brandbeschleuniger. Je weniger Vogt sich gehört fühlt, umso mehr...
In gewisser Weise zu Recht. Nochmal, auch wenn ich Vogt sehr kritisch sehe: Die versuchte Mitgliedermanipulation - das trifft's m.E. eher als "Datenaffäre" - war absolut mies. Was Schlittenhardt im Podcats erzählt hat - und "wie" -, das fand ich abstoßend.
Hessoschwabe hat geschrieben:Dabei meinen es diese Leute gut, trauen den Mitgliedern aber nichts zu und meinen der Zweck würde dann die Mittel heiligen. Und es würde mich arg wundern, wenn die nicht alle über diese Aktion informiert gewesen wären.
Sehe ich genauso. Zum ersten Aspekt: Womöglich kam da auch dazu, dass die Anti-Haltung in der lauten Online-Welt auch schon damals sehr viel weiter verbreiteter war als die Pro-Haltung. Letztlich war's nur logisch und völlig in Ordnung, dass man versucht hat, dem etwas entgegenzusetzen (nur halt nicht
so).
Zum zweiten Aspekt: Ich glaube auch, dass vielleicht nicht "alle" aus der Führungsebene, aber doch viele darüber Bescheid wussten. Womöglich fanden sie's sogar mega clever. Siehe oben, endlich können wir unserer Seite im Internet eine Stimme geben.
Doch zu was das nun führt, finde ich hochgradig frustrierend:
Die einen finden vielleicht das Ergebnis "Ausgliederung" hochgradig frustrierend und wollen das nun gefühlt rückgängig machen, mindestens aber späte Rache. Das interessiert mich nicht, das teile ich nullkommanull.
Mich frustriert, dass nun der gesamte VfB deshalb demontiert und auseinander gerissen wird.
Die Verhältnismäßigkeit fehlt mir auch in einem weiteren Aspekt:
Ja, einige Leute beim VfB haben einen riesen Fehler gemacht. Die Namen Schraft und Porth machen ja prominent die Runde. Aber: Was bedeutet diese "Fackeln und Mistgabel schwenkende" Aufklärung jetzt für diese Leute? Wenn die am Ende "schuldig" gesprochen werden... die können beruflich doch einpacken. Glaubt ihr, Porth könnte weiter unbeschadet Personalvorstand beim Daimler bleiben? Und welches Unternehmen würde Schraft als Pressemann einstellen? Schon klar, irgendwas findet sich immer für solche Leute - vielleicht wären sie nicht ganz verbrannt, aber doch ziemlich angesengt. Und ist es das wirklich wert? Dass man womöglich Existenzen zerstört? Wegen so einer Aktion?
Ernsthaft: Wurden durch die Manipulation auch Existenzen zerstört? Oder nicht eher nur... naja, Wünsche oder Träumereien? (Mal davon abgesehen, dass es gar keinen Beleg dafür gibt, dass die Manipulation kriegsentscheidend war. Das bezweifle ich sogar sehr.)
Tja. Das Ding hätte man nach dem Bekanntwerden ganz schnell zumachen müssen. Durchaus inklusive der Option, dass die Verantwortlichen deshalb entlassen werden. Aber man hätte eine saubere Sprachregelung finden können - so wie man es bei jeder Trainerentlassung auch hinkriegt. "Im gegenseitigen Einvernehmen / Will sich beruflich neu orientieren / Blablabla." Wurde nicht vor einigen Monaten beim FC Köln ein hochrangiger Pressetyp auf ähnliche Art gegangen? Ist doch in Ordnung. "Strafe" ist da, Vernichtung bleibt aus.
Das geht jetzt natürlich nicht mehr. Und darum verstehe ich, dass die "Schuldigen" so vehement gegen eine öffentliche Demontage ankämpfen. Wer täte das nicht?
Falls es aber noch eine Möglichkeit gibt, halbwegs unbeschadet aus der Nummer rauszukommen, frage ich mich, warum sie das nicht machen. Freiwilliger Rücktritt - zum eigenen Wohl (und auch gut für den VfB).
Und Vogt müsste auch mit seinem "Ich gegen alle"-Kampf aufhören und auf die andere Seite zugehen. Alles andere bringt doch nichts. So dumm / verbohrt kann man gar nicht sein, das nicht zu sehen.