Ich kann alles unterschreiben, was sturgtr über Episode VII sagt.
Hab ihn jetzt das zweite Mal gesehen und - erstaunlich - es wurde unterhaltsamer. Beim ersten Mal war in meinem Hinterkopf sehr stark der "Vergleichsmodus" an. Das ist zum einen ganz nett, weil der Retrofan in mir wirklich Futter bekommen hat. (Angefangen mit "Ich hab da ein ganz mieses Gefühl", über soviele symbolische Kameraeinstellungen bis hin zu "Die Mühle ist doch nur Schrott!") Zum anderen kommt es eben zu, wohlmeinend formuliert, gewissen Wiederholungseffekten.
JJ Abrams hatte da sicherlich einen Drahtseilakt auf dem Nylonfaden, das richtige Maß zu finden: Retro und Altfans bedienen, moderne Kinobedürfnisse befriedigen und irgendwie halt auch Actionfiguren verkaufen (+ x, + XX, + XXXX³ - schlimm wie das Merchandising sich hier präsentiert).
Und Sachen, die brillant sind, gehen leider etwas unter. Mit anderen Worten: Der Flug durch den Verteidigungskanal in 3D war richtig geil. Leider haut einen das nicht mehr so durch den Sitz, wie weiland in 1977 der ellenlange Sternenzerstörer... oder später die Schlacht auf Hoth. Damals war sowas halt neu. Sowas versteht man nicht richtig, wenn man nicht damals im Kino war. Vergleichbar ist das wohl mit der "Bullet time"-Technik von Matrix. Da geht man aus dem Kino mit den Worten: Sowas hab ich noch nicht gesehen.
Star Wars Ep. VII hat diese Innovationskraft nicht. Wird damit eben zurückgeworfen auf Story, Charaktere und Symbolik. Daher fand ich es ganz richtig, neue Protagonisten einzuführen und gleich zu Beginn stark in den Fokus zu setzen. Und logischerweise verkauft ein Han Solo mit Mitte 70 auch keine Frühstücksflocken mehr.
Ich kann allerdings auch nur soviel sagen: Ich wollte nicht in der Haut von Abrams stecken. Es wurde aber in meinen Augen wesentlich besser, als von meiner Seite erwartet, gemacht. Ich wollte irgendwann anstimmen: "Siehst Du, George Lucas, SO wird das gemacht!" Ich fand es das bessere Retro als Episode 1-2,75 (die alte Trilogie wird eigentlich erst ab MItte des dritten Filmes gut.)
Man merkt schon, ich hänge noch stark an Ep. 4-6. Nun gut, so gerne ich in der Vergangenheit geschwelgt habe: die Sachen, die neu und innovativ waren, waren schlussendlich auch die Szenen, die den Film zum Atmen brachten. Und man möchte da auch einfach rufen: Weiter so! Traut Euch, mehr eigene Wege zu gehen!
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.