Schöner Beitrag von @haber
An anderer Stelle schon mit Dir geschrieben... und auch jetzt bewegt mich die genaue Positionierung der Trennlinie zwischen der "einen" und der der "anderen" Seite. Hier nur ein Versuch:
Wir haben einen Sportverein. Manche betonen das Wort Verein. Manche betonen das Wort Sport.
Wer sich im modernen
Sport bewegt, insbesondere im Fußball oder den anderen kommerzlastigen Sportarten, sollte mittlerweile mitbekommen haben, dass eine unglaubliche Professionalisierung stattgefunden hat. Wir sind meilenweit weg, von dem Modell als die Fußballclubs das Gleiche gemacht haben wie der Dorfclub, nur auf einer anderen Leistungsebene. Plötzlich kommen Spielergehälter, Spielerablösen, Siegpärmien, Handgelder, Arbeitsrecht, Bosman-Urteil...
Die Clubs entwickeln Geschäftmodelle. Früher hat man halt Glück mit seinen Jahrgängen gehabt, die zum Profikader aufgerückt sind. Oder auch Pech. 1954 waren sechs Weltmeister aus dem Kaiserslauterer Kader und ohne es zu prüfen, behaupt ich mal, dass die alle dort im Umkreis geboren wurden. Mittlerweile hat man sechs oder mehr Bayernspieler, die Weltmeister werden, nur sind die halt auch mal aus Gelsenkirchen oder sind gar Franken!
Und weiter geht es mit...
...Werbeverträge, Mäzene (im besten Sinne), Investoren, TV-Gelder-Leistungstabellen, Beteiligungsgesellschaften in Panama, etc.
Ich will das erstmal nicht bewerten, sondern nur so hinnehmen. Dass das derzeitige Vereinsrecht hier an seine Grenzen stößt und dass demzufolge andere Organisationsformen gesucht werden, ist für mich nur eine Folge aus dem oberen Strudel.
Das ist aber nicht im Sinne derjenigen, die das Wort
Verein betonen. Das ist an anderen Werten orientiert: Zusammenhalt, Gemeinschaft, Identität...
Die Fragestellungen unterscheiden sich einfach fundamental. Auf der einen Seite wird etwas gesucht, das planbar, messbar und modellierbar ist. Unser höchsteigener Kaderplaner benutzt Worte, die man auf irgendwelchen Businesskasperveranstaltungen wiederfindet. Dass man da als Traditionalist sich nicht mehr wiederfindet ist ebenso klar. Auch hier keine Bewertung, das nehme ich mal so hin.
Ich habe nicht so viel Zeit, das alles minutiös auszufüllen und an meinen Formulierungen zu feilen.
Kurzer Denkansatz: Das eine ist eine (imho) unaufhaltsame Entwicklung, das andere ist der Wunsch nach Bremsung, Bewahrung, idealerweise sogar Stillstand oder sogar Umkehrung dieser Entwicklung. Schaffen wir es, diese zwei Pole wieder zusammenzuführen? Dann wird aus Sport und Verein wieder ein Sportverein... Und beide Elemente müssen ja ganicht so im krassen Widerspruch stehen.
Der Podcast über Lautern hatte da bspw. einen hochinteressanten Punkt. Die Fans haben auch bei jeder "ultra face palm!" -Aktion von der Vereinsführung damals immer dem Verein die Stange gehalten. Immer. Immer. Immer. Damals hatte man bei der Ausgliederung den Fans eine Fanbeteiligung in Aktien in Aussicht gestellt. Und die Fans hätten das mitgemacht, OBWOHL bereits zwei Fananleihen den Bach runter sind.
Man hatte daraufhin Probleme, Investoren zu finden, und infolgedessen Geldprobleme, wie so oft. Dann hat dann aber eines genau nicht aufgesetzt: Diese Fanbeteiligung. Imho wären da zumindest die ersten Geldprobleme erledigt gewesen und man hätte die Fans wunderbar mit im Boot gehabt.
Schlaue Füchse entdecken vielleicht Parallelen zu uns... Wie steht's eigentlich beim zweiten Investor?

Es muss ja nicht 1:1 so sein wie in Lautern, aber ich fand das ein super Idee um den Sportkapitalismus und die Mitglieder/Faninteressen zusammenzuführen. Man stelle sich doch mal vor, dass der Mitgliederpool die gleiche Beteiligungsquote hätte wie Daimler... Nur meine zwei Cent. (Wir aber nicht reichen für ein Anteilspapierle...)
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.