Für meinen Geschmack wird die Diskussion hier weit zu verbissen und ideologisch geführt.
Da wird eine demokratisch legitimierte Partei, die sowohl von ihren Motiven her als auch von der Art und Weise Wähler für sich gewinnen zu wollen sicher fragwürdig agiert, mit Neonazis gleichgestellt. Dogmatischer gehts kaum. Wenn dann noch historische Analogien zur Machtergreifung der Nazis gezogen werden wirds gar lächerlich.
Nicht dass ich deren Programm teile oder die AfD (die ja in keinerlei Hinsicht eine Alternative ist) gar wählen würde -Gott bewahre- aber was bringt diese ganze verbitterte Verurteilerei, wenn man sich nicht nach den Gründen fragt, WIESO eine solche Partei, die ja nichts anderes tut, als stetig stärker werdende Strömungen aus der Bevölkerung heraus aufzunehmen und zu verstärken, so einen immensen Zulauf verzeichnen kann. Ob das nun besonders intelligent oder polemisch-dumpf findet, liegt alleine im Auge des Betrachters, aber dass man mit diesen Strömungen umgehen und seitens der sog. Volksparteien darauf Antworten finden muss, das geht uns alle an.
Und zum Thema Schießbefehl, der O-Ton von Petry.
Die Zeit hat geschrieben:Kein Polizist wolle auf einen Flüchtling schießen. "Ich will das auch nicht. Aber zur Ultima Ratio gehört der Einsatz von Waffengewalt", sagte Petry. Entscheidend sei, dass es nicht so weit komme und über Abkommen mit Österreich und Kontrollen an EU-Außengrenzen der Flüchtlingsandrang gebremst werde.
Ist doch nur ein weiterer, kalkulierter Affront, der durch das "Ich will das nicht" entscheidend abgeschwächt wird. Wer das demnach zum Anlass nimmt, um lauthals die Keule der inhumanen AfD-Neonazis zu schwingen, tut ihr und all den Dumpfbroten doch nur ein Gefallen damit. Das schließt die Reihen all der Protestler besser, als es die AfD selbst je könnte. Solche Protestparteien sind nur dadurch zu entlarven und zu zerschlagen, als dass sie in der Verantwortung stehend regelmäßig versagen, weil sie ihre polemischen Positionen nicht in Realpolitik umgesetzt bekommen. Wie auch?
Von daher empfehle ich die Kirche mal im Dorf zu lassen. Es ist nun an den arrivierten Parteien, der AfD sachlich zu begegnen und ENDLICH Lösungswege für die drängenden Probleme aufzuzeigen. Ob auf Landes- oder Bundesebene. Man muss die Leute mitnehmen und ihnen vermitteln, was man vorhat. Diese weitestgehend inhaltsfreie Kommunikationsstrategie von Mutti, Siggi & Co. ist jedenfalls weniger ein Zeichen für aktives Agieren denn für ohnmächtiges Reagieren.
Und genau das spüren die Leute. Die überschaubar Intelligenten treibt man damit in die Fänge von AfD, Pegida & Co. Wer da nicht ansetzt ... oder ansetzen will, der kann sich drüber aufregen so viel er will. Er wird dem nicht Herr werden...