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Nilkheimer
Halbdaggl
Aber da sieht's ja noch einigermaßen ok aus. Einigermaßen.

Obwohl, wie viel sind's gerade: 4 Wochen vorläufige Festnahme möglich, ohne dass mal ein Richter ne Nase reinsteckt? Von Assange mal ganz zu schweigen. So gesehen. Von daher, quasi.

Diclaimer: Vom Verwaltungsrecht im Anglobereich habe ich ja ehrlich gesagt mal gerade so gar keine Ahnung.
Aber das macht doch nichts.

Tifferette
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Grasdaggl
Es sind diese Feinheiten. Dort ist es absolut normal, dass Leute nicht vor Gericht gehen, weil sie kein Geld haben. Nix PKH. Anwaltskosten viel höher, zudem ist man viel mehr auf einen guten Anwalt angewiesen.

Und das gilt auch gegenüber dem Staat! Das muss man sich mal geben. Als ich meiner Frau die Verfassungsbeschwerde erklärt habe - die dachte, ich erzähle Märchengeschichten.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)

Nilkheimer
Halbdaggl
Ganz andere Sache. Interessant, dass es sich in den USA dann ja doch deutlich anders entwickelt hat. Liegt wohl an der dort vorhandenen Verfassung - lohnt sich doch. :D

In UK hams ja "jetzt" wenigstens den HRA (--> ECHR), macht hoffentlich/vermutlich in der Praxis einen entscheidenden Unterschied im Vergleich zu AUS.
Aber das macht doch nichts.

Monitor
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Granadaseggl
18.06.2021

Wie eine Corona-Infektion Blutzellen langfristig verändert

Clarissa Grygier Kommunikation und Marketing

Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts

Mithilfe der Echtzeit-Verformungszytometrie konnten Forscher*innen des Max-Planck-Zentrums für Physik und Medizin in Erlangen erstmals zeigen: Durch eine Covid-19-Erkrankung verändern sich Größe und Steifigkeit roter und weißer Blutkörperchen deutlich – zum Teil über Monate hinweg. Diese Ergebnisse können dabei helfen, zu erklären, warum manche Betroffene noch lange nach einer Infektion über Beschwerden klagen (Long Covid).

Atemnot, Müdigkeit und Kopfschmerzen: Manche Patient*innen kämpfen noch ein halbes Jahr und länger mit Langzeitfolgen einer schweren Infektion durch das Coronavirus SARS-CoV-2. Dieses Post-Covid-19-Syndrom, kurz Long Covid, ist noch immer nicht richtig verstanden. Klar ist, dass im Zuge einer Erkrankung oft die Blutzirkulation beeinträchtigt ist, es zu gefährlichen Gefäßverschlüssen kommen kann und der Sauerstofftransport im Blut nur eingeschränkt funktioniert. Alles Phänomene, bei denen die Blutzellen und ihre physikalischen Eigenschaften eine Schlüsselrolle spielen.

Die Methode könnte als Frühwarnsystem helfen, künftige Pandemien durch unbekannte Viren zu erkennen

https://idw-online.de/de/news771055
I could write several novels about what I do not know.

Frank N Furter
@Moni, CZ und Haber

Danke für die Genesungswünsche!


Monitor hat geschrieben: Heute kam ein Paket + Post von der Zeltschule :nod: inkl. dicke Zeitung ZELT ZEIT ZELTSCHULE ZEITUNG Ausgabe №6

Hilfe für syrische Flüchtlinge im Libanon und in Syrien

Wir bauen Zeltschulen . Direkt in den Flüchtlingslagern. Wo sie gebraucht werden.


STARK! :prost:
ich hatte das Posting ja eigentlich gelöscht.... umso schöner, dass es doch noch jemanden erreicht hat!


Tamasi
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Allmachtsbachel
Es gibt hier ja Infizierte, die gern Radl fahren. Weiterhin gute Genesung und beim Radeln und Sporteln langsam machen, gell?!
kicker hat geschrieben:Herzmuskelentzündung: Jarstein weiter mit Sportverbot

Der Norweger hatte sich Ende März mit dem Coronavirus infiziert und musste damals zur Behandlung der Erkrankung sogar in die Berliner Charité. Damit war die Saison 2020/21 für den Routinier vorzeitig gelaufen - und die neue beginnt ebenfalls nicht gut. Beim Trainingsstart am Mittwoch fehlte Jarstein - wegen der Folgen einer Herzmuskelentzündung.

Allet Jute!





de mappes
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Spamferkel
aber die Inzidenz ist in Deutschland auf unter 5! gesunken
da klingt der R-Wert von 1,0 dann doch etwas beschaulicher

generell Inzidenz

Intensivmediziner: Nicht mehr nur auf Inzidenz schauen
Intensivmediziner sprechen sich dafür aus, bei der Pandemiebekämpfung nicht mehr ausschließlich die Inzidenzwerte in den Fokus zu stellen. „Mit steigender Impfquote ist der Inzidenzwert alleine weniger aussagekräftig, um die potenzielle Gefahr für das Gesundheitssystem messen zu können“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis, der „Rheinischen Post“. „Wir rechnen damit, dass die Inzidenzwerte im Herbst, wie in England aktuell schon der Fall, stärker steigen werden als die Zahl der Intensivpatienten“, so der Intensivmediziner.
Don't criticize what you can't understand

Tifferette
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Grasdaggl
Gibts des hat geschrieben:R-Wert 1,0.
Gibt's nemme
in den Medien... ...ein Karl Lagerfeld Lauterbach, wer böses dabei denkt. :cyclops:

Und was willst Du uns damit sagen?
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)

Southern Comfort
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Grasdaggl
Weil es mit Fußball erklärt wird...


Bild
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.

Nilkheimer
Halbdaggl
Bzgl. Gibser:


07.35 Uhr: Der seit Wochen anhaltende Rückgang der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz hat vorläufig ein Ende gefunden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilte, lag der Wert bei 5,0 Corona-Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner.

Am Samstag war er auf 4,9 gesunken, am Freitag hatte er 5,0 betragen – und am Sonntag vergangener Woche 5,7. In der Regel liegt die Zahl der Neuinfektionen am Wochenende und am Montag niedriger als im Wochendurchschnitt, weil an den Wochenenden weniger getestet wird und weniger Testergebnisse übermittelt werden.

Wie das RKI weiter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 559 Corona-Neuinfektionen registriert – 21 Fälle mehr als am Sonntag vor einer Woche.
Aber das macht doch nichts.

Goofy
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Grasdaggl
Trefferquote bei den PCR-Tests war letzte Woche 0,96%.
Da sind wir wieder in den Bereichen, wo es irgendwann nicht mehr weiter runtergeht.
Das niedrigste im letzten Jahr war um die 0,5 bis 0,6 rum.

So niedrig wird es dieses Jahr vielleicht nicht, weil durch die Schnelltests vorsortiert wird, wer einen PCR-Test macht.

Tamasi
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Allmachtsbachel
R-Wert aktuell wieder unter 1. Also... nun ja... bei 0.99.

Ich verfolge den steigenden R-Wert auch schon seit einiger Zeit. Der hat ja was Prophetisches... Und es ist keine große Zahl, mit denen hab ich's ja nicht so. :lol:

Jetzt aber Zeit für eine Watsch'n-Orgie:

Im Herbst wieder Wechselunterricht? Liebe Eltern, lasst die Politik nicht so ungeschoren damit davonkommen.

Kommentar von Hilmar Klute

Während der dunkelsten Wochen der Pandemie mussten Eltern in Deutschland lernen, dass ihre Kinder vor allem eine Bande von Superspreadern sind. Mit negativen Symbolen haben Politik und Verwaltung nicht geknausert. Fast schon mit Genugtuung wurden in der ersten Welle die Kinderspielplätze mit rot-weißen Absperrbändern zugeknotet: Hier wippt der Feind!

Helge Braun, der Kanzleramtsminister mit der weichen Stimme und der harten Haltung, hat bislang noch jede auch nur gerüchteweise aufgekommene Hypothese, dass Kinder und Jugendliche besonders große Virentreiber sein könnten, dazu genutzt, um sich mit seinem ganzen politischen Gewicht für geschlossene Schulen einzusetzen. Die sozialen und seelischen Folgen ließ der gelernte Arzt und Menschenfreund bis auf ein paar angelernte Phrasen ("Kinder haben höchste Priorität") unkommentiert. Eine Kleine Anfrage im Bundestag hat kürzlich ergeben, dass die Bundesregierung bis dato keinen Schimmer hatte, wie viele Kinder in Deutschland infiziert worden sind, wie hoch die Zahl der Kinder mit Symptomen und schweren Verläufen ist.

Selbstverständlich gibt es inzwischen eine Menge Hinweise und auch Studien darüber, wie sehr Kinder und Jugendliche an dem Mix aus täglichen Pandemie-Horrornachrichten, stillgelegter Bildung und fehlenden Sozialkontakten leiden, nur signalisiert diese Bundesregierung gar kein Interesse an ihnen. Dabei muss man nur in die Gesichter der Mütter und Väter schauen, die ein Jahr damit verbracht haben, ihren Kindern irgendwie die Hoffnung zu vermitteln, dass es irgendwann wieder eine Normalität für sie geben könnte. Und dass die täglichen Quälereien mit Homeschooling, mit abgekappten, meist noch frischen Freundschaften von der Aussicht auf eine noch nicht definierte Zukunft in gut gefilterten Klassenräumen abgelöst werden könnte.

Die Bundesregierung ist weiß Gott nicht für die Erlösung zuständig, aber hin und wieder bekommen bestimmte Gruppen und Einrichtungen dieses Landes gerne ein paar Perspektiven-Häppchen spendiert. Die Stadien dürfen wieder mit sich feucht anjubelnden Halbnackten befüllt werden, bald auch, und zum Glück, gibt es auch im Theater und in den wahrlich von Not gezeichneten Kinos wieder ein Publikum. Was sind die Aussichten für Schülerinnen und Schüler? Was unternehmen Land und Länder, um ihnen die im Alltag tränentreibende Angst zu nehmen, dass ihr normales Leben vielleicht nicht mehr zurückkehrt? Brauchen Kinder nicht, wie jeder Familientherapeut weiß, vor allem: Stabilität? Trost gibt es derzeit nur für Defätisten: Immer dann, wenn man annimmt, der Dilettantismus sei nicht mehr zu toppen, ploppt die kaputte Sonderzone Berlin auf.

Der Senat der Hauptstadt wollte vor den Sommerferien eigentlich gerne gar keinen Regelbetrieb mehr an den Schulen anbieten. Grund: Der Verwaltungsaufwand dafür sei zu hoch, die Badehose ist ja sozusagen schon gepackt. Nachdem Berliner Eltern im Namen ihrer Kinder gegen diese besonders freche Form von Arbeitsverweigerung durch steuerfinanzierte Ämter geklagt hatten, entschied das Berliner Verwaltungsgericht, dass die Schulen zum normalen Unterricht zurückzukehren haben. Noch einmal zum Mitdenken: Ein Gericht muss eine Landesregierung erst dazu zwingen, Kinder in die Schulen zu lassen - Kinder, die ihrerseits Monat um Monat brav maskiert der Schulpflicht nachkommen. Was taugt ein Senat, was taugt ein Regierender Bürgermeister, die sich ihre Kinderfeindlichkeit und ihre Bildungsverachtung von einem Richter austreiben lassen müssen?

Wie immer, wenn es um Bildung und die Wertschätzung der staatlichen Schulen geht, lohnt der Blick nach Frankreich. Präsident Emmanuel Macron hat nach dem großen Lockdown zuerst die Kitas und Schulen wieder geöffnet. Er hat dafür gesorgt, dass die Kinder so lange in den Unterricht gehen konnten wie möglich. Alle Lockdown-Maßnahmen in Frankreich waren praktisch um die Bildungseinrichtungen herumgebaut worden. Die Deutschen planten als Erstes den Besuch von Fußballstadien. Was man aus diesem groben Vergleich lernt?

Natürlich, dass Frankreich einen Großteil seiner (aus anderen Gründen derzeit angeschlagenen) nationalen Identität immer noch grundsätzlich aus der Wertschätzung von Bildung und Lehre bezieht. Man wird dann hierzulande wieder einmal aufs Bitterste darüber belehrt, wie eklatant Deutschlands Politiker in Wahrheit das Schulwesen und die Bildung übersehen, wie beschämend groß die Geringschätzung von Kindern und Heranwachsenden ausfällt. Sicher, auch Frankreich musste in der Hochphase der Pandemie den Schulbetrieb vorübergehend einstellen. Aber es herrschte dort, anders als in Deutschland, nicht der Ton der Abfertigung und der indifferenten Gleichmacherei, als stünden dichtgemachte Cafés und Theater auf der gleichen Verluststufe wie geschlossene Schulen.

"Dieses Land hat eine Verpflichtung gegenüber der Jugend", wird Emmanuel Macron zitiert. Von Angela Merkel dagegen dürfte vielen Eltern und Schülern vor allem dieser eine Satz der Kanzlerin aus dem Winter für immer im Gedächtnis bleiben: "Ich halte es auch für richtig, die Schulen - etwa durch Verlängerung der Ferien - zu schließen bis zum 10. Januar oder aber Digitalunterricht zu machen oder was auch immer. Das ist egal." Genau, was auch immer, das ist egal. Von nichts und niemand sind diese Kanzlerin und ihr Kabinett, mit vielen Ministern ohne Familiensinn, weiter entfernt als von den Schülern und Kindern in Deutschland.

In der deutschen Politik ist noch nicht angekommen, dass das Pandemie-Jahr eine Bildungs- und Sozialkrise unter Millionen Kindern ausgelöst hat. Es hat eine bestürzenden Zunahme von Schlägen und Tritten in Kindergesichter zur Folge gehabt, weil die amtliche Kontrolle über prügelnde Mütter und Väter nicht mehr stattfand. Und es hat auch die vielen Eltern, die alles daransetzen, ihren Kindern das Wissen und die Welterfahrung zukommen zu lassen, die ihnen als Kindern sehr besonders zustehen, in Verzweiflung und Ratlosigkeit zurückgelassen.

Dabei hätte die Kanzlerin zum Zeitpunkt ihrer Was-auch-immer-egal-Rede schon die große Studie des Ifo-Instituts zur Situation der Schüler während der Pandemie kennen können. Sie hätte wissen können, dass sich Schüler in der Zeit des Homeschoolings gerade mal 3,6 Stunden täglich mit schulischen Aufgaben befasst haben, während sie vor der Pandemie mehr als doppelt so viele Stunden auf den Lernstoff verwendet hatten. Homeschooling, das weiß jeder Vater, jede Mutter, jedes Schulkind, weist in etwa den Lerneffekt von Sommerferien auf. Die Leerstelle füllten Handy-Anstarrerei, Fernsehen, Computerspiele und vergleichbare Beschäftigungen, die stumm machen, während das Radio in Küche, Bad oder Auto schon wieder eine neue Mutante ankündigt und von massenhaften Leichenverbrennungen in indischen Innenhöfen berichtet.

Kinder leben im Jetzt, und sie zehren von den Verlässlichkeiten, die ihnen ihr Alltag gibt. Sie leben aber auch von ihren Zukunftsvorstellungen. Und sie brauchen neben familiären auch vollkommen selbstverständlich staatliche Strukturen, die ihnen Halt geben mit Bildung, Erziehung und sozialen Gemeinschaften. Die Politik in diesem Land hat ihnen während der Pandemie in Stil, Geste und Inhalt die Solidarität aufgekündigt. Die Wertigkeit von Kindern und Jugendlichen wird in Inzidenzen und potenziellen Ansteckungszahlen gemessen. Kinder sind Virenträger, deren Einhegung wichtiger ist als ihr Fortkommen. Es mag sein, dass sich kaum jemand vorstellen konnte, wie monströs dieses Virus Sicherheiten und Übereinkünfte torpedieren würde. Aber dass der Staat seine vulnerabelsten Bürger, die Kinder, derart brutal aus der Solidargemeinschaft ausschließen würde, wer hätte das gedacht?

Immerhin ist Geld da, Geld vom Bund: 5 Milliarden Euro, inklusive 1,5 Milliarden Aufstockung in der Pandemie durch den Digitalpakt Schule. Ein kompliziertes Bund-Länder-Abkommen, das helfen soll, die Digitalisierung von Schulen "voranzutreiben", wie es immer so beschleunigend heißt. Statt die mühsam hergestellten Transfers für die Stärkung von Bildung und Schule zu entfieseln und zu vereinfachen, ging es dann darum, dass vor allem der Datenschutz gewährleistet sei. Während also Teams-Meetings für Schüler als untauglich befunden wurden, zoomte sich behände die Kultusministerkonferenz zusammen. Nicht, um neue Strategien für die Schulen zu ersinnen, sondern um gemeinsam die Chefs in der Ministerpräsidentenkonferenz anzustarren und zu erfahren, was eigentlich von ihnen verlangt werde.

Aktuell dröhnt Winfried Kretschmann in den Niedriginzidenzsommer. Der grüne Ministerpräsident will das Bundesbildungsministerium abschaffen, weil Politik eben Ländersache sei. Begründung des zu Späßen aufgelegten Kretschmann: "Baden-Württemberg hat schließlich auch kein Außenministerium." Trotz der schier unerträglichen Schwerfälligkeit der Bildungspolitik: Ohne den Bund wäre auch in Kretschmanns Bundesland, das so stolz auf Hegel, Hölderlin und Hesse ist, die Matrize das Mittel der Wahl.

Es sind Politiker wie Angela Merkel und Winfried Kretschmann und Helge Braun, die mit inzwischen zu Routine gefrorener Mischung aus Zynismus, dröhnender Kaltschnäuzigkeit und Verantwortungslosigkeit Eltern in die Verzweiflung treiben. Denn die Eltern haben in den vergangenen Monaten die Aufgaben des Staates übernommen, dem eine gesetzlich verankerte Fürsorgepflicht obliegt und der dafür zu sorgen hat, dass Kinder in die Schule gehen können. Das Verrückte ist die von der Politik geduldete Normalität: In einem der reichsten Länder der Welt unterrichten Eltern mithilfe von verlässlich abstürzenden Browsern ihre Kinder in Schreiben und Rechnen. Die Schulpflicht, eine der Grundvereinbarungen moderner Bildungsgesellschaften, ist in Deutschland obsolet geworden, oder, wie die Kanzlerin sagen würde: egal.

Es ist jetzt Sommer, Deutsche waren bis eben noch auf Virenfang in europäischen Fußballstadien, jetzt geht es wieder nach Mallorca. Und dann? Man hätte vor einem halben Jahr damit beginnen können, flächendeckend Filteranlagen anzuschaffen, mit denen man die Raumluft wendet, sodass die Virenlast gering bleibt. So allmählich wird die Sache halbherzig angeleiert, viel zu spät. Wenn die Delta-Variante im Oktober die Lehrpläne schreibt, wird die Technik für die Filter nicht flächendeckend installiert werden können. Eltern und Kinder werden also wieder am Wechselunterricht verzweifeln. Sie werden sich dann aus der Politik anhören müssen, dass kein Weg an Schulschließungen vorbeiführt, dass Kleinkinder mit ihren Freundinnen statt in der Kita auch per Teams spielen können - oder was auch immer, ist ja egal. Inzwischen rücken Eltern und Lehrer mit Petitionen und Elterninitiativen ihren Landesregierungen auf den Pelz, damit sie in den Schulen und Kitas Hepa-Luftfilter einbauen lassen. Aber wie es aussieht, wird nichts passieren. Man kann ja die Fenster aufreißen oder was auch immer.

Es ist erstaunlich, wie ungeschoren deutsche Eltern Politik und Verwaltung für dieses Versagen bisher davonkommen lassen. Was sollen sie tun? Sie sollten sich dem Wechselunterricht verweigern und nur noch zu Hause unterrichten, sobald der Horror wieder von vorne losgeht. Es ist an der Zeit, diesen Staat vorläufig von seiner Bildungspflicht zu entbinden. Vielleicht ergreift ja sogar den kältesten Bildungspolitiker die Scham, wenn er sieht, dass Schülern in Deutschland der Lernstoff besser zuhause verabreicht wird als in einem auf Zuruf stattfindenden Klassenunterricht. Das gilt natürlich nur für die Kinder gebildeter Eltern. Für die anderen, denen Bildung von Haus aus eher nicht in die Wiege gelegt wurde, wäre das dann wirklich die Hölle.

https://www.sueddeutsche.de/kultur/coro ... -1.5340709

Ein anderer SZ-Artikel setzt sich mit der Nicht-Umsetzbarkeit von Söders "Ab Herbst haben alle bayerischen Klassenzimmer Luftfilter"-Ansage auseinandersetzt:

Tatsächlich hatte sogar der Aerosolforscher Christian Kähler von der Universität der Bundeswehr in Neubiberg, anfänglich ein Verfechter der Luftfilter, im August zunächst Hoffnung auf virenfreie Klassenzimmer gemacht, war dann aber selbst zurückgerudert und hatte eingeräumt, dass Trennscheiben besseren Schutz böten und die Geräte das Lüften nicht ersetzen würden.

Dieses permanente Entweder-Oder macht mich fuchsig. Die Luftfilter sollen das Lüften nicht ERSETZEN, sondern ERGÄNZEN. Okay, natürlich würde es in der kalten Jahreszeit realistischerweise doch oft vorkommen, dass man seltener lüften und sich vermehrt auf die Luftreinigung verlassen würde. Aber auch das zum x-ten Mal: In Jacke und bei Wind und Kälte ist - auf Dauer - einfach kein sinnvoller Unterricht möglich.

Und darum mal kurz zu dem anderen Aspekt aus dem Zitat: Trennscheiben. Ach. Das ist ja was ganz Neues!! Leider kostet eine einzelne Trennscheibe 100.000 Euro. Sonst hätte man doch längst alle Schultische... :evil:




de mappes
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Spamferkel
Dass Trennscheiben, nachdem es zunächst hieß, sie bringen nix, jetzt wieder besser sein sollen kann ich mir nicht erklären
Die aerosol-Forschung bzw Luftströmung ändert sich ja nicht wie ein mutierendes, neuartiges Virus
Wie man hier Erkenntnisse kippen und umwerfen kann…ist da vielleicht doch etwas Politik…? Hm
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Nilkheimer
Halbdaggl
Das ist jetzt mal nicht so die gute Nachricht:

In Israel hat die Wirksamkeit der Pfizer/Biontech-Impfung gegen das Coronavirus nach Angaben des Gesundheitsministeriums in den vergangenen Wochen deutlich nachgelassen. Parallel habe sich die aggressivere Delta-Variante im Land ausgebreitet, teilte das Ministerium am Montagabend mit. Seit dem 6. Juni sei die Wirksamkeit der Impfung bei der Verhinderung einer Infektion in Israel auf 64 Prozent gesunken. Dies sei auch bei der Verhinderung einer Erkrankung mit Symptomen der Fall. Allerdings wehre die Impfung demnach zu 93 Prozent eine schwere Erkrankung und Krankenhausaufenthalte ab.
Aber das macht doch nichts.

Spielgerät
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Halbdaggl
Nilkheimer hat geschrieben:Das ist jetzt mal nicht so die gute Nachricht:

Allerdings wehre die Impfung demnach zu 93 Prozent eine schwere Erkrankung und Krankenhausaufenthalte ab.


[Drostenmode on] Das Virus verschwindet nicht. Wir müssen lernen damit zu leben. Es wird weiter Opfer fordern. [Drostenmode off]
Wenn wir deren Zahl durch Impfung klein halten können, dann sind 93% eine fucking gute Nachricht. Davon hätte vor einem Jahr keiner zu träumen gewagt.
"In this world there's two kind of people: Those who have loaded guns and those who dig. And you dig."

Iron
Grasdaggl
de mappes hat geschrieben:Dass Trennscheiben, nachdem es zunächst hieß, sie bringen nix, jetzt wieder besser sein sollen kann ich mir nicht erklären
Die aerosol-Forschung bzw Luftströmung ändert sich ja nicht wie ein mutierendes, neuartiges Virus
Wie man hier Erkenntnisse kippen und umwerfen kann…ist da vielleicht doch etwas Politik…? Hm


Die Luftströmung ist keine Konstante. Kann sich ja jeder vorstellen, dass die je nach Klassenzimer, Anzahl der Schüler, Wetter, Sonneneinstrahlung usw. jedesmal eine andere ist.

Mit Luftfiltern entstehen Situationen, da sind einzelne Plätze voll der Virenströmung ausgesetzt, also das genaue Gegenteil was man sich davon spricht.

Das Problem ist, dass man nicht den Raum Virenfrei bekommt, wenn da einer/mehrere sitzt, der ständig für Nachschub sorgt.

de mappes
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Spamferkel
natürlich ist sie keine konstante, um gottes willen
aber sie war mit entsprechenden modellen die ganze zeit kalkulierbar
an den physikalischen grundlagen ändert sich nichts

filtersysteme sind seit über einem jahr in der debatte...glasscheiben waren das erste mittel nach 4 wochen pandemie

wenn man hier zu neuen erkenntnissen kommt, hat man entweder vorher was falsch gemacht oder möchte gern mal wieder was veröffentlichen...oder es passt irgendwem grad besser in die argumentation
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