Southern Comfort hat geschrieben:Ich bemühe mich um Sachlichkeit.
Ich will noch verstehen, was für Dich sachlich bedeutet.
Das hier ja dann wohl doch nicht?
Southern Comfort hat geschrieben:Du verlierst nur ein Auswärtsspiel. Nur weil Dir jemand mal den Fokus auf ein paar andere Aspekte legt, kanzelt Dich niemand ab. Aber wenn Du meinst, mit der Schlussfolgerung der parteienorganisierten Steuerhinterziehung durchkommen zu können, und dabei einen § anführst, den Du nicht durchsteigst, dann spielst Du auswärts auch noch ohne Torwart. Logisch, dass Du Dir ein paar Dinger fängst.
Aber findest Du es jetzt ernsthaft sachlich, zur Qualifikation des Finanzministers Hessens
(CDU!) zum Thema folgende Qualifizierung abzugeben:
Southern Comfort hat geschrieben:Dass ein Politiker gerne eine empfundene Ungerechtigkeit kommentiert, ist soweit erwartbar. Das ist aber zunächst mal keine fachliche Meinung.
Nur um dann drei Zeilen weiter den Finanzminister Niedersachsens, Reinhold Hilbers (CDU!) als Kronzeugen Deiner Argumentation einzuführen? Und der ist jetzt "(k)ein Politiker der gerne empfundene Ungerechtigkeiten kommentiert"?
Nochmal die Frage: Was verstehst Du unter sachlich?
Du schreibst weiter:
Southern Comfort hat geschrieben:Ich habe allerhöchsten Respekt vor BFH-Richtern, wenngleich nicht jede Entscheidung meine Zustimmung findet. Dass Herr Mellinghoff dem IX. Senat des BFH angehörte mag eine Erklärung sein, warum er seinen Fokus auf private Veräußerungsgeschäfte und insbesondere private Immobiliengeschäfte legt und nicht auf die steuerlichen Aspekt von M&A . Offenbar war er nicht im II. Senat, der die Grunderwerbsteuerfragen behandelt.
Okay, weil einer der höchsten Richter für Steuerrecht nicht den II Senat angehörte in dem Gewerbesteuerfragen behandelt wurden, hälst Du es für sachlich in Ordnung seine Kompetenz soweit zu relativieren, dass Du Dir hier kompetenter erscheinst, ja? Dann muss ich Dich natürlich fragen: Warst Du denn dann im zweiten Senats des Bundesgerichtshofs der Grunderwerbssteuerfragen behandelte? Weil das müsstest Du dann gemäß Deiner eigenen Begründung schon gewesen sein, ansonsten ist Deine Argumentation komplett in die Luft gebaut.
Tut mir leid, Southern Comfort, dass ist alles überhaupt nicht sachlich. Nicht mal im Versuch. Das beste was ich machen kann, ist Dir zu unterstellen, dass Dir solche Mängel in der Argumentation selbst gar nicht auffallen. Also das Du unabsichtlich so argumentierst.
Southern Comfort hat geschrieben:Ich habe bereits mehrfach angeführt, wo die Probleme liegen. Das ist nicht meine Entdeckung, sondern das, was die Bundessteuerberaterkammer dazu in Ihren Fachveranstaltungen kommentieren lässt. Ich lasse aber zunächst mal den sprechen, der an der Sache mitgearbeitet hat und insofern unterstelle ich auch etwas mehr Zugang zur Materie.
Ich weiß nicht wie ich es schreiben muss, damit das bei Dir ankommt: Ich habe Deine Argumentation verstanden! Ich fand das was Du in Deinem ersten Posting gesschrieben hast respektabel und nachvollziehbar. Kommt das an?
Nur wirst Du hoffentlich bitte entschuldigen, dass ich festgestellt habe, dass es in dieser Causa sehr unterschiedliche Meinungen gibt, was ja unter Fachleuten alles andere als ungewöhnlich ist. Ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen Dich mit irgendeiner Begründung als inkompetent abzukanzeln, sondern alkzeptiere Deine Meinung. Ich habe mich auch für Deine Darstellung bedankt! Es ist gut und richtig, viele verschiedene Meinungen zu einer Sache zu lesen.
Da verliert niemand ein Heimspiel oder Auswärtsspiel ohne Torwart! Zumindest nicht unter halbwegs zivilisierten Gesprächspartnern, zu denen ich Dich nach wie vor zähle.
Ich habe jetzt auch Dank Deiner Ausführungen einige Probleme besser verstanden. Ich bin kein Steuerfachmann und will auch nicht vorgeben einer zu sein. Ich will Dir aber auch sagen, dass ich einige Deiner Argumente für konstruiert halte. Wir reden hier zum Beispiel nie über den Kleinanktionär und seine Addidas-Aktien. Das wäre so absurd, als würde ich schreiben, dass ich mit dem Erwerb von einer Daimleraktie auch plötzlich Arbeitgeberpflichten gegenüber den Daimler-Mitarbeitern übernehmen müsste. Grotesk!
Und wir reden hier nicht (nur) über diese bescheuerten Shared Deals und Aktienunternehmen, das hat Dein unfreiwilliger Sidekick Tifferette mal wieder als eine seiner berühmten Nebelkerzen hier eingeführt, wenn er sich mal wieder juristisch aufplustern will, bzw. auf unsachlichste Art Diskussionen torpedieren will. Inhaltlich hat er ja selbst nie etwas beizutragen, außer sein unqualifiziertes, kindisches Getue.
Ich hatte Dir geschrieben, dass mir, als Privatperson in der Vergangenheit Immobilien angeboten wurden zu 90%. Den Rest sollte ein Konstrukt der Immobilienmakleragentur halten, bis die Frist abgelaufen ist, so dass ich die hätte übernehmen können ohne Grunderwerbssteuer zu zahlen. Das bedeutet, dass es dieses Steuerbetrugsmodell - denn um nichts anderes handelt es sich hier! - schon ewig und unabhängig von Aktienunternehmen gibt. Es wurde schon in den letzten Jahren dutzendfach in den Medien angeprangert.
Und jetzt nochmal zurück zu meinem eigentlichen Vorwurf: Dass die Reform des Grunderwerbssteuergesetzes dieses Problem wieder nicht löst, war so klar wie Klosbrühe. Du beschreibst es ja unten selbst! Dass das so - Prozentgrenzen verschieben, Jahresfristen erhöhen - kaum zu lösen. Das war auch der Politik völlig klar und sie hat es in Kauf genommen. Genauso wie diese Politik in Kauf genommen hat, dass man 10 Jahre lang von den Lücken im Gesetz wußte, die Cum-Cum-Geschäfte angeblich ermöglichten und man nichts dagegen unternommen hat. DAS sagt die Oberstaatsanwältin, die die Fälle bearbeitet und von mafiösen Strukturen spricht, die bis in die Justiz hineinreichen! Vom Versuch der Kriminellen selbst die Gesetze zu schreiben. Ich habe das ebenfalls verlinkt.
Du darfst sehr gerne anderer Meinung sein. Wenn Du meinst, dass es enorm schwierig wäre alle Steuerlücken immer zu schließen und der Staat oft nur zweiter Sieger sein kann - geschenkt, auch diese Meinung verstehe ich sofort.
Wo ich aber dann doch aus der genannten Sachlichkeit drum bitten würde: stelle mich nicht wie einen Trotteltrainer einer Mannschaft dar, der zu blöd ist mit Torwart zu spielen und dem einige Dinger eingeschenkt werden, weil er so blöd ist. Ich denke nach wie vor, dass es sehr gute Gründe gibt anzunehmen, dass einige Gesetzeslücken absichtsvoll nicht oder nicht konsequent geschlossen werden. Man merkt das z.B. auch daran, dass bei der Frage hier vor allem die CDU mauert. Grüne und SPD sind anderer Meinung. Dementsprechend liegt der Verdacht der Klientelpolitik sogar recht offensichtlich nahe.
Wir haben hier unterschiedliche Ansichten und sollten dass erst mal ganz sachlich akzeptieren. Sonst kann man sich nämlich eine faire Diskussion sparen.