Für unsere Tomatenfreunde (Freundinnen haben sich zu diesem Thema noch nicht gemeldet

):
Halensee hat geschrieben:
Kurze Zwischenfrage an alle Tomatenfreaks; eine sehr kleine aber rote Tomate, wächst doch wohl nicht mehr. Ich will sicher gehen, dass ich die Dinger nicht zu schnell futtere.
Iss sie, wenn sie rot sind, bevor sie auf den Boden fallen.
halensee hat geschrieben:
Die 2 Super Roma Vf von Lidl, die gemeinsam in einem Kasten eingepflanzt wurden, irritieren mich ein wenig, da ich diese wesentlich größer erwartet hatte. Vielleicht haben sie sich aber aufgrund von Platzmangel für die Kleinwüchsigkeit entschieden. Die Früchte haben lediglich einen Durchmesser von ca. 2,5 cm, sind relativ rund und die ersten Früchte werden schon rot. Das sieht also auch ganz gut aus.
Die Größe der Tomaten hängt von der Art ab. Die Roma ist nicht allzu groß. Nimm das nächste Mal russische Fleischtomaten, die Kindskopfgröße erreichen.
halensee hat geschrieben:
Hatte gestern mit meinem Schwager einiges zu erledigen und er erzählte, dass er einen Großteil seiner im Freiland gezogenen Tomaten entfernen musste, da diese sehr stark unter Braunfäule gelitten haben. Er hat das aufs Wetter geschoben.
Das ist im Freiland leider manchmal der Fall.
Als ich mit Tomaten anfing, habe ich sie auch zunächst im Freiland gezogen, ohne Tomatenhaus und Tomatenhäubchen. Jahrelang klappte das gut, bis in einem kalten und nassen Sommer die ganzen Pflanzen am Pfahl verfaulten. Da kannst du nichts machen, siehe die Erfahrungen von CZ in diesem Jahr.
Zu meinem Dienstjubiläum schenkten mir meine Kolleginnen und Kollegen ein Gewächshaus. Nicht so ein billiges, vom Baumarkt, sondern ein richtig gutes von der Spezialfirma. Und da habe ich in den ersten 2 Jahren Lehrgeld bezahlt, im wahrsten Sinne des Wortes. Gleich nach der Einweihung habe ich es mit Tomaten bepflanzt. Da es noch nicht sehr warm war, blieben Tür und Fenster zu. Das war ein Riesenfehler. Tomaten brauchen immer Luft und Wind, nicht nur wegen der Bestäubung. Die ganzen Pflanzen waren nach wenigen Tagen hinüber.
Der zweite Fehler war, dass ich im Folgejahr die Pflanzen automatisch mit dem Spritzschlauch von unten gewässert habe. Wasser auf den Blättern mögen sie aber nicht und erst recht nicht, wenn es mit 13 Grad aus dem Brunnen kommt. Jetzt pumpe ich das Grundwasser erst in eine Tonne und lasse das Wasser aufwärmen. Gegossen wird ausschließlich an den Stamm. Da die Tomaten in Erde stehen, muss ich mir keine Gedanken über zu viel Wasser machen. Eher im Gegenteil, vor allem, wenn die Außentemperatur über 30 Grad geht.
halensee hat geschrieben:
Kleine Nachfrage. Ich habe jetzt 3 Balkonkübel ohne Pflanzen respektive Tomaten. Kann ich als alter Schwabe die (kaum genutzte) Pflanzenerde nächstes Jahr für die Tomatenzucht wiederverwenden, oder empfiehlt sich das eher nicht? Für entsprechende Düngung würde ich natürlich sorgen.
In meinem Bio Gartenbuch steht, dass man die Tomaten nicht im Folgejahr an dieselben Stellen pflanzen soll. Angeblich würden sie dann verkümmern. Das kann ich nicht bestätigen. Bei mir gedeihen sie seit über 20 Jahren immer an denselben Stellen, also muss man halt immer seine eigene Erfahrung machen. Ich würde die Erde in Deinen Töpfen wieder verwenden.
Zum Ausgeizen:
Muss man nicht sklavisch befolgen. Mir passiert es zudem in jedem Jahr, dass ich, wenn ich nicht alle Pflanzen (25-30) regelmäßig kontrolliere, der eine oder andere Trieb schon so stark geworden ist, dass ich ihn belassen möchte, vor allem, wenn schon Blütenansatz zu erkennen ist. Damit die Pflanzen nicht ineinander wachsen und einen Tomatendschungel bilden, kann man den Trieb nach dem Blütenstand vorsichtig abknipsen, so dass es bei dem einen bleibt. Man vergrößert damit natürlich auch die Ernte.
Zu den Sorten:
Früher habe ich die Pflanzen auf dem Markt gekauft. Es war meist eine Einheitstomate, apfelgroß, wie die holländischen mit ziemlich harter Schale. Alte Tomatensorten gab es nicht. Das ist heute zum Glück anders. Ich nehme mir jetzt von den Tomaten, die mir gefallen, Samen, säe sie im Februar aus und ziehe mir meine Pflanzen selbst heran. Für neue alte Sorten bin ich aber immer zu haben. Im Internet gibt es inzwischen jede Menge Samenhandlungen, die auf alte Tomaten spezialisiert sind.
Übrigens, die Strauchtomaten, die man heute en masse im Supermarkt kaufen kann, sind der größte Marketinggag der niederländischen Agrarindustrie. Die berüchtigte holländische Einheitstomate, gleichmäßig rund und ohne Geschmack, fiel nach und nach in die Ungunst der Käufer, die gelernt hatten, dass es im Biomarkt auch Sorten gab, die noch nach Tomaten schmecken. Also wurde die Strauchtomate erfunden, deren Wurzeln, wie ihre Vorgängerin, nie Erde gespürt hat, aber so richtig biomäßig rüberkommt. Der Kunde freut sich, dass er eine so gesunde Tomate bekommt und merkt nicht, dass sie genau so fade schmeckt. Und er bezahlt das Grün noch mit, falls er sich nicht traut, es vor dem Abwiegen abzumachen.
Bei meinem Supermarkt gibt es inzwischen Tomaten in allen Farben, rot, orange, gelb, blauschwarz, gelbgrün usw. Preis: 4,99 bis 7,99 €. Ich habe einige davon getestet und war jedes Mal enttäuscht. Meine Bewertung: Nasssubstratgemüse, auf Aussehen gezüchtet. Damit kannst Du ein Buffet verschönern, aber nicht Deine Geschmacksnerven kitzeln.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai