29242 Beiträge


killroy
Benutzeravatar
Granadaseggl
Ich verstehe das ja alles. Und ja, es wird die nächsten zwei Tage viel persönliches Pech geben. Ich kenne das vom vielen Bahnfahren nur zu gut. Und zunächst ist das immer ärgerlich.
Ich versuche jedoch, je älter ich werde, mich von derartige Dingen nicht mehr belasten zu lassen. Das Leben ist nunmal voller Unwägbarkeiten, am Sonntag gabs 14 km Stau auf der A8 wegen einer Baustelle und Menschen haben ihre Urlaubsflüge verpasst. Können die Bauarbeiter nicht Nachts arbeiten?
Oder die Fluggesellschaft, die das komplete Gepäck von dir und deiner Familie liegen lässt und du einen 14-tägigen Urlaub im Wohnmobildamit zubringen musst herauszufinden, ob du deine persönlichen Sachen jemals wiedersehen wirst (haben wir dann auf der Heimreise :D ).

Also ok, von mir aus Mitgefühl, besser fände ich aber kreative oder auch unkreative Lösungen für diese zwei Tage. Immerhin gibt es in diesem Land für jede volljährige Person einen angemeldeten PKW. Ich kenne Bahn-Pendlergemeinschaften, die genau für solche Situationen die Telefonnummern voneinander haben und sich dann abstimmen. Es gibt Mitfahrgelegenheiten. Manche könnten mal das olle Fahrrad rausholen. Marbach - Ludwigsburg z.B. ist nicht die Welt und eine schöne Strecke am Neckar entlang. Oder dort wo es geht kurzfristig Homeoffice, wir sind ja erprobt.
Für Urlauber kanns schwierig werden. Wir z.B. sind ab Samstag zu dritt mit drei Rädern und ner Menge Gepäck unterwegs. Fällt unser gebuchter ICE aus (wegen Streiknachwirkungen) werden wir mit x Regionalzügen mehr als doppelt so lang unterwegs sein - sofern die fahren. Und ob wir nach zwei Wochen dann von HH zurückkommen steht in den Sternen.

Und trotzdem gilt es nicht zu verzagen sondern das Beste aus solchen Situationen zu machen. Head up high und positive denken.
seit/seid

Herr der (Brust-)Ringe III - Die Rückkehr des Präsidenten

Unter Westfalen
Benutzeravatar
Grasdaggl
Wir wollen am Sonntag mit unseren Freunden nach Koblenz fahren und Mittwoch wieder zurück.
Falls der Zug nicht fährt, bilden wir Fahrgemeinschaften.
Staus sind vorprogrammiert.
Gut, auf einem belüfteten Bahnsteig lässt es sich vielleicht angenehmer warten, als in einer CO-Wolke auf der A 45.
Der Weselsky ist schon ein harter Hund.
Aber warum ist der ausgerechnet in der CDU?
Er wäre doch der klassische Vertreter für Die Linke.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai



RedBlues
Halbdaggl
Killroy

Wie gesagt, ich nehme das ganze mit Schulterzucken und Unverständnis zur Kenntnis. Selbst bin ich nicht betroffen, da ich aufgrund von fehlender Lebenszeit auf den öffentlichen Nahverkehr für den Arbeitsweg dankend verzichte.

Aber aus Erfahrung früherer Streiks, ist ja nicht so, dass das nicht öfters vorgekommen wäre, habe ich Mitgefühl mit allen die jetzt wieder einen Haufen Spaß haben werden.

Und bei Herrn Weselsky hab ich halt leider den Eindruck, dass es ihm nicht wirklich um seine Mitglieder geht, sondern mehr um seine persönliche Fehde mit dem bahnvorstand

killroy
Benutzeravatar
Granadaseggl
kleiner Nebenaspekt.

Das hier
fehlende Lebenszeit durch den öffentlichen Nahverkehr für den Arbeitsweg

kann man so und so sehen. ich habe in den letzten 25 Jahren einen Haufen sinnlos verbrachter Lebenszeit im Stop and Go auf A8, A81, B27, B10, B297 und B313 verbracht. Und auf vielen dienstlichen Fahrten, die ich früher unnötigerweise wegen 60 Minuten schneller mit dem PKW gefahren bin.
Heute sitze ich ohne Not (der PKW steht bereit) lieber 30 Minuten länger im Bus oder auch mal eine Stunde länger im Zug - höre was, lese was oder schaue einfach nur aus dem Fenster - und fühle mich damit wesentlich besser. Und diese "aus dem Fenster schauen" Lebenszeit ist zu 100% sinnvoller verbracht als jede Minute Autofahren im Großraum Stuttgart.
Lange Urlaubsfahrten nur noch mit dem Zug, trotz Verspätungen und manchem Geraffel - aber auch das ist in jedem Fall so unfassbar viel besser und erholsamer als sich mehrere 100 km auf der Autobahn im Verdrängungskampf zu befinden.
seit/seid

Herr der (Brust-)Ringe III - Die Rückkehr des Präsidenten

Unter Westfalen
Benutzeravatar
Grasdaggl
Ich glaube, dass es die Lokführer relativ wenig interessiert, ob er eine und welche Fehde Weselsky mit dem Bahnvorstand führt, solange er erfolgreich ist.
Und das ist er zweifelsohne.
Mehdorn war mir unsympathischer.

Und wie die Piloten nützen die Lokführer eben ihre Sonderstellung in den Betriebsabläufen ihrer Unternehmen aus. Das ist legitim. Ob es solidarisch ist, wenn man an alle Beschäftigten denkt, kann durchaus diskutiert werden.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

Unter Westfalen
Benutzeravatar
Grasdaggl
killroy hat geschrieben:kleiner Nebenaspekt.

Das hier
fehlende Lebenszeit durch den öffentlichen Nahverkehr für den Arbeitsweg

kann man so und so sehen. ich habe in den letzten 25 Jahren einen Haufen sinnlos verbrachter Lebenszeit im Stop and Go auf A8, A81, B27, B10, B297 und B313 verbracht. Und auf vielen dienstlichen Fahrten, die ich früher unnötigerweise wegen 60 Minuten schneller mit dem PKW gefahren bin.
Heute sitze ich ohne Not (der PKW steht bereit) lieber 30 Minuten länger im Bus oder auch mal eine Stunde länger im Zug - höre was, lese was oder schaue einfach nur aus dem Fenster - und fühle mich damit wesentlich besser. Und diese "aus dem Fenster schauen" Lebenszeit ist zu 100% sinnvoller verbracht als jede Minute Autofahren im Großraum Stuttgart.
Lange Urlaubsfahrten nur noch mit dem Zug, trotz Verspätungen und manchem Geraffel - aber auch das ist in jedem Fall so unfassbar viel besser und erholsamer als sich mehrere 100 km auf der Autobahn im Verdrängungskampf zu befinden.


Auch Autofahren kann durchaus sinnvoll sein. :!:
Über 20 Jahre lang bin ich täglich ins Ruhrgebiet gefahren, 1,5 Stunden hin, 1,5 Stunden zurück. 8)
In dieser Zeit habe ich nahezu alle Opern von Verdi auswendig gelernt. :!: :lol:
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai


RedBlues
Halbdaggl
killroy hat geschrieben:kleiner Nebenaspekt.

Das hier
fehlende Lebenszeit durch den öffentlichen Nahverkehr für den Arbeitsweg

kann man so und so sehen. ich habe in den letzten 25 Jahren einen Haufen sinnlos verbrachter Lebenszeit im Stop and Go auf A8, A81, B27, B10, B297 und B313 verbracht. Und auf vielen dienstlichen Fahrten, die ich früher unnötigerweise wegen 60 Minuten schneller mit dem PKW gefahren bin.
Heute sitze ich ohne Not (der PKW steht bereit) lieber 30 Minuten länger im Bus oder auch mal eine Stunde länger im Zug - höre was, lese was oder schaue einfach nur aus dem Fenster - und fühle mich damit wesentlich besser. Und diese "aus dem Fenster schauen" Lebenszeit ist zu 100% sinnvoller verbracht als jede Minute Autofahren im Großraum Stuttgart.
Lange Urlaubsfahrten nur noch mit dem Zug, trotz Verspätungen und manchem Geraffel - aber auch das ist in jedem Fall so unfassbar viel besser und erholsamer als sich mehrere 100 km auf der Autobahn im Verdrängungskampf zu befinden.


Das mag bei dir zutreffen, ich spare durch die Nutzung des persönlichen Kfz jeden Tag im Vergleich zum ÖPNV sehr viel Zeit ein.

Also eine Fahrt statt ca 85 Minuten nur 25 Minuten.
Das hin und zurück, kann man sich selbst ausrechnen.

Früher als ich in der Großstadt gearbeitet habe, also muc und Stuggi, und wo anders gewohnt habe mit hervorragender Anbindung an den Nahverkehr, war das überhaupt keine Diskussion den PKW zu nehmen.


killroy
Benutzeravatar
Granadaseggl
mit hervorragender Anbindung an den Nahverkehr, war das überhaupt keine Diskussion den PKW zu nehmen

und das hast du jetzt nicht mehr - offensichtlich :cry:
womit wir wieder bei konservativer Verhinderungspolitik für einen nachhaltigen ökologischen Wandel wären - stattdessen Förderung des egomanen Individualismus.
seit/seid

Herr der (Brust-)Ringe III - Die Rückkehr des Präsidenten

RedBlues
Halbdaggl
killroy hat geschrieben:
mit hervorragender Anbindung an den Nahverkehr, war das überhaupt keine Diskussion den PKW zu nehmen

und das hast du jetzt nicht mehr - offensichtlich :cry:
womit wir wieder bei konservativer Verhinderungspolitik für einen nachhaltigen ökologischen Wandel wären - stattdessen Förderung des egomanen Individualismus.


Naja, ist halt immer schwierig alle Städte miteinander sinnvoll zu verbinden. Von da wo ich wohne bin ich easy in 30 Minuten in Stuttgart mit der Bahn, wenn es dann aber quer durchs Land geht, ist die Verbindung halt blöd. Auch wenn es knapp die Hälfte der Kilometer sind.

Vielleicht wäre es grundsätzlich ganz sinnvoll die Raumplanung zu überdenken und nicht in jedem Kuhkaff ein Industriegebiet auszuweisen. Dass der Nahverkehr nicht immer eine Alternative ist, liegt auch an der Zersiedelung die wir seit Jahrzehnten betreiben.

killroy
Benutzeravatar
Granadaseggl
Dass der Nahverkehr nicht immer eine Alternative ist, liegt auch an der Zersiedelung die wir seit Jahrzehnten betreiben.

Richtig. Aber auch an der (gewollten) Unfähigkeit, ein flexibles und möglichst intelligent reagierendes Nahverkehrssystem auf die Beine zu stellen und zu finanzieren. Verbunden mit einem massiven Ausbau von Car-to-Go u.ä. Modellen. Das hätten Politik UND Automobilwirtschaft schon vor langer Zeit angehen können. Individuelle Flexibilität im Nahverkehrsmix statt Individualität im 3-Tonnen-SUV. Das wird alles kommen (Insiderwissen vom Benz: Die sind bereits drauf eingestellt und das nicht erst seit dem letzten IPCC-Bericht), aber eben Jahrzehnte zu spät.
seit/seid

Herr der (Brust-)Ringe III - Die Rückkehr des Präsidenten

Iron
Grasdaggl
Es spricht nichts gegen die dezentrale Versorgung. Strom, Wasser für die Spülung, Heizung, Warmwasser.

Dann bis du auf den Kuhdörfern relativ schnell CO2 Neutral.

In riesigen Plattenbauten aus dem vorherigen Jahrhundert natürlich nur schwer zu erreichen...

Dazu ein intelligentes Verkehrssystem, dass dann den ÖPNV unnötig werden lässt. Dann muss man nur schauen wie Leute versorgt werden, die sich den Spaß finanziell nicht leisten können.

Züge die auf Schienen von A nach B fahren aber nicht vom eigentlichen Standort bis zum gewünschten Zielort sollte keine Zukunft haben.

Bis zum Hauptbahnhof brauche ich länger, als von Stuttgart nach Mannheim.

RedBlues
Halbdaggl
killroy hat geschrieben:
Dass der Nahverkehr nicht immer eine Alternative ist, liegt auch an der Zersiedelung die wir seit Jahrzehnten betreiben.

Richtig. Aber auch an der (gewollten) Unfähigkeit, ein flexibles und möglichst intelligent reagierendes Nahverkehrssystem auf die Beine zu stellen und zu finanzieren. Verbunden mit einem massiven Ausbau von Car-to-Go u.ä. Modellen. Das hätten Politik UND Automobilwirtschaft schon vor langer Zeit angehen können. Individuelle Flexibilität im Nahverkehrsmix statt Individualität im 3-Tonnen-SUV. Das wird alles kommen (Insiderwissen vom Benz: Die sind bereits drauf eingestellt und das nicht erst seit dem letzten IPCC-Bericht), aber eben Jahrzehnte zu spät.


Wenn man Konzepte wie Car-to-Go der Privatwirtschaft überlässt, dann müssen diese Geschäftsmodelle wirtschaftlich tragfähig sein, das war soweit mir bekannt bei Daimlers Konzept nicht so wirklich gegeben, wenn man außerhalb von Großstädten war. Denn solche Fahrzeuge müssen viel in Bewegung sein. Trotzdem werden solche Geschäftsmodelle immer mehr profitabel werden können, wenn es mehr Nutzer dafür gibt.

Nicht umsonst kauft Volkswagen Europcar zurück.

Warum die SUVs in jedem Post von dir immer schwerer werden erschließt sich mir nicht. :mrgreen:

Was du irgendwie ständig ignorierst ist, dass Unternehmen keine Non Profit Organisationen sind, deren einzige Daseinsberechtigung ist das verdienen von Geld. Der Staat sollte auch nicht die Aufgabe haben Unternehmen zu subventionieren, und wenn es sein muss dann bitte nur als Anschubhilfe.

Das ist im Übrigen auch was mich so an den Aufstockern nervt. Es kan. nicht unser Ernst sein, dass der Staat Jobs subventionieren muss, damit die Menschen die Arbeiten einen auskömmlichen Lebensunterhalt beziehen können. Denn was macht man da, faktisch gibt man Unternehmen Geld dafür dass sie Menschen zu zu niedrigen Löhnen beschäftigen. Und bevor es falsch verstanden wird, ich möchte nicht dass die Billiglöhner keine Stütze mehr bekommen, ich möchte dass die Unternehmen Löhne zahlen die keine Alimente durch den Staat erzwingen.

Rufus
Granadaseggl
Im ZDF ("Für und wider - Wahlduelle") kam gerade einer der Forumslieblinge:
Entweder ist das nicht live oder er durfte mit einer Sondergenehmigung abends länger aufbleiben :mrgreen:

Bild




Unter Westfalen
Benutzeravatar
Grasdaggl
Heute vor 60 Jahren lag ich bis in die tiefe Nacht vor unserer Musiktruhe. Fernseher konnten wir uns noch nicht leisten.
Die Reportagen von der Sektorengrenze erinnerten an Ungarn 1956.
Ein Gefühl der Hilflosigkeit machte sich breit und sollte mich jahrelang begleiten.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

higgi
Benutzeravatar
Grasdaggl
20 Jahre militärische Ausbildung der afghanischen Armee durch den Westen, um eine kampflose Übergabe der Macht an die Taliban zu gewährleisten :lol:
von daher