Unter Westfalen hat geschrieben: Ach so, fast hätte ich es vergessen,
... und man kann auch GAR NICHT wählen.
Über das Pro und Contra bezüglich WÄHLEN und NICHT WÄHLEN kann man hier nicht mehr diskutieren, deshalb erspare ich es mir auch und belasse es bei einem bloßen Hinweis zur getilgten Schuld der sprichtwörtlichen Vollständigkeit halber...
Als ich mir gestern die Zeit nehmen wollte, den Bundes-WahlOmaten zu konsultieren, kam ich nicht mehr über die fünfte Frage hinaus. Mir schien es einfach zu absurd, warum ich pauschal einer Partei Absolution erteilen sollte, wenn es doch die ganz natürliche und im Alltag auch völlig selbstverständliche Möglichkeit gäbe, über jede Frage gesondert nachzudenken, sich gesondert eine Meinung zu bilden und gesondert darüber abszustimmen. Eben, so, wie das erwachsene Menschen im wahren Leben immer handhaben.
Stellt euch nur mal probeweise vor, ihr dürftet nicht einfach so in einem Supermarkt einkaufen. Sondern es wäre so, wie bei politischen "Wahlen" in unserem System. Ihr dürftet also nur den Namen des Supermarktes wählen und die dürften euch dann liefern, was immer sie euch liefern wollen, und das auch noch ohne jegliches Widerspruchsrecht für volle 4 Jahre. Selbst wenn sie euch verdorbene Ware zu inakzeptablen Preisen liefern, welche ihr gar nicht kaufen wolltet, müsstet ihr sie annehmen und euch davon ernähren...
Wenn alle Menschen in Deutschland ihre Willensfreiheit* in Anspruch nehmen würden, würde es so etwas wie die anstehenden Wahlen ganz offensichtlich gar nicht geben. "Wahlen" dieser Art sind nichts anderes als ein Akt freiwilliger Entmündigung.
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Wenn man tatsächlich für Demokratie ist und Parteien als allzumenschliche Ersetzungskonstrukte feudaler Strukturen* betrachtet, welche in der Handhabung nach aktuellster Fasson vornehmlich dem Zweck des "Zusammenschlusses" zur persönlichen Bereicherung "erfolgreicher" Parteimitglieder dienen (im Übrigen sehr vergleichbar mit den häufig zitierten Stammes- oder Clanstrukturen der "undemokratischen" Ländern nicht-westlicher Prägung), versteht es sich von selbst, dass man auch keine Partei wählen kann, die sich als Ziel gesetzt hat, mehr demokratische Strukturen zu schaffen. Man kann schließlich keine Partei wählen mit der Hoffnung, sie würde sich und alle anderen Parteien abschaffen.
Es klingt vielleicht sarkastisch, ist aber keineswegs so gemeint: Ein Demokrat könnte heute nur so realdemokratisch handeln, dass er in einem Feststellungsverfahren feststellt, wer seiner Mitbürger Willens und in der Lage ist mündig gemeinsam demokratische Entscheidungen zu treffen. Alle anderen Bürger des Staates, die weder Willens sind oder sich in der Lage sehen selbst-, eigen- und hauptverantwortlich Entscheidungen zu treffen, wählen konsequenter Weise gar nicht. Im Grunde ändert sich ja für diese Leute nichts, außer dass ihnen die Demütigung erspart bleibt, alle 4 Jahre ihrer Entmächtigung auch noch formal zustimmen zu müssen. Echte Demokratien können immer nur auf Mehrheitsentscheidungen basierende Entscheidungsfindungsakte der Willigen darstellen.