Ich habe kein grünes Händchen bzw. meistens keine Zeit und Lust dafür.
Gut, wenn jemand da ist, der sich darum kümmert, mit viel Freude, kann ich ein Gärtlein auch
genießen. So große Betonringe am Haus fand ich schon immer merkwürdig und hässlich. Richtig wilde bunte kleine Gärten gefallen mir, bloß nicht zu akkurat angelegt.
Mit botanischen Gärten (weltweit) kann ich weniger anfangen. Da bevorzuge ich die wilde Natur. Man hatte mir vor zig Jahren auf Vancouver Island als Highlight empfohlen, ich sollte
Butchart Gardens besuchen, obwohl es drum herum überall wunderbar blühte inkl. dem üppigen Regenwald.
https://de.wikipedia.org/wiki/Butchart_GardensDie Wilhelma habe ich vor der Haustüre sowie zig botanische Gärten weltweit besucht (irgendeiner
wollte es sehen und ich bin mit). Bundesgartenschauen interessieren mich auch nicht. War als Kind mal in Karlsruhe und habe mich gelangweilt. Beim Kaffee im Kollegenkreis berichtete eine Kollegin aus dem Heilbronner Raum ausführlich von der Gartenschau im Ländle stundenlang. Wir hörten höflich zu, es steckte uns nicht ganz so an. Es ist ähnlich wie ein erzähltes Mittagessen. Fast alle waren Häuslebesitzer, die mithörten.
Den schönsten und wildesten Garten um ein Cottage herum habe ich genossen. Die Vermieterin, die in der Nähe im Haupthaus wohnte, hatte ein Händchen dafür und brauchte sicher viel Zeit. Alles blühte wild durcheinander. Zeit für die Fiddle hatte sie auch noch.
Sie verkaufte das ganze Anwesen danach für 1,2 CAD. Grund, sie wollte wohl näher bei ihrer Fernbeziehung an der Ostküste sein. Leider habe ich nicht im Lotto gewonnen, sonst hätte ich das hübsche Cottage gekauft, nicht das Haupthaus. Einen Hobby-Gärtner hätte ich zur Hand gehabt. Ein bisschen etwas wegrechen hätte ich auch noch geschafft oder gießen.
Ich bekomme sehr oft Fotos von befreundeten Hobbygärtnern. Kürbisse, Gurken, Blumen, Beete, Früchte, Bäume, Sträucher. Eine Freundin hat mir ein Bild von einem riesigen Korb und Blumen-Arrangement geschickt, welcher auf mich warten würde, wenn wir uns wiedersehen. Muss halt alles meistens im XXL-Format sein.
Von großen Schnittblumensträußen bin ich auch nicht so angetan, schon immer. Wenn ich zigmal gesagt habe, nein, ich möchte keine Blumen (meistens ignorierte man das), wurde mir von meiner früheren Chefin und anderen riesige Sträuße aufgedrängt - ich musste ständig bestätigen, was für tolle Blumen sie ausgewählt hatte (ein Buchgutschein wäre mir lieber gewesen), die dann kurz danach in den Müll flogen, weil ich längere Zeit verreist war (meistens zum ungünstigsten Zeitpunkt) oder am Entlassungstag im Krankenhaus. Dort ist eh kein Platz für Blumen. Wenn, gefallen mir kleine Sträuße, bloß keine Orchideen oder große Blüten.
Meine Lieblingsblumen sind Vergissmeinnicht, blau / weiß sollten sie sein, nein, nicht lila. Maiglöckchen sind ja giftig. Es gibt sie kaum noch.

Butchard Gardens, Vancouver Island

In der Familie gab es meistens Gärten, die eifrig gepflegt wurden. Als Jugendliche gab es auch zwei
Pferde im Garten am Haus, um die sich ein Familienmitglied kümmerte.
Wer gießt jetzt meine Blumen, wenn ich unterwegs bin?
