Geschichtsklitterung ... wenn man schon fortgesetzt mit so einem Scheißvergleich hantieren muss.
Leute, ist es mittlerweile unsäglich hier mitzulesen ... oder gar mitzuschreiben.
Die Diskussion hier driftet regelmäßig in sinnlose Schusswechsel -aus befremdlich anmutenden, ideologischen Extremen heraus- ab, was so weder notwendig noch der Sache an sich dienlich ist. Da werden historische Vergleiche bemüht, die so eklig wie unzutreffend sind, nur um irgendwie noch drastischer sein politisches Weltbild anbringen zu können. Jeder hat schnell ne Anklage parat, aber keiner 'nen Lösungsansatz.
Also, geht's da eigentlich noch um die Sache ...??
Nicht jeder, der die Asylpolitik der letzten Jahrzehnte sowie die neuerliche Handhabe der Flüchtlingsproblematik als mangelhaft bezeichnet ist pauschal ein Nazi, ebenso wenig wie ein zuallererst humanistisch denkender Zeitgenosse ein bedingungslos linker Multikulti-Verfechter ist.
Aber man wird doch wohl noch anmerken dürfen, dass es einfach keine Lösung sein kann, ungezügelt und unregistriert Flüchtlinge ins Land zu lassen, um DANN zu schauen, wie man das handhabt, kanalisiert und rechtlich betrachtet. Kein Bürger, mit einem auf Demokratie fußenden Rechtsverständnis, will doch an Leib und Leben bedrohten Menschen die helfende Hand verweigern. Danach krakeelen nur die wirklich strunzdummen Extremisten und überzeugten Faschisten, die aber zum Glück nicht annähernd die große Masse der momentan zurecht unzufriedenen Bürgerschaft repräsentieren. Und wer anderes behauptet, ist für mich ein Zündler, dann halt von der anderen Seite. Macht aber kein Unterschied. Aber genauso wenig will man Migranten im Land haben, die mit unlauteren Absichten herkommen und deshalb vorsätzlich ihre Identität nicht preisgeben, weil sie genau wissen, dass der Rechtsstaat auf Basis geltenden Rechtes keine wirksame Handhabe gegen sie hat. Das ist ein unhaltbarer Zustand, den man auch als solchen benennen muss. Ich hoffe, das ist unstrittig.
Und da bin ich der Meinung, dass es ein "Erstmal alle rein lassen und dann schauen wir weiter" absolut nicht sein kann. Nur weil die Politik die (zugegeben komplexe) Migrationsthematik seit Ewigkeiten vor sich her schiebt wie einen dampfenden Nachttopf. Und jetzt, wo das Thema auf einmal an die Türe der ersten Welt in Europa klopft, steht man als Volkspartei orientierungslos und überfordert da. Weil man es verpennt hat. Weil man wirkliche Integration, trotz der längst bekannten demografischen Entwicklung, schlichtweg nicht als so wichtig erachtet hat, um hier nachhaltig tragende Lösungen zu schaffen. Ghettoisierung befördert hat man, ja ... aber Integration nicht wirklich.
Wo bleibt denn die Defintion von Zuzugsmodalitäten, wo sind die verpflichtenden, integrativen Maßnahmen für einen jeden Neubürger? Alles was die Politik hier zustande brachte waren doch lächerliche, klientelpolitische Greencard-Modelle für IT-Inder und wahnsinnig hilfreiche Einbürgerungstests. Wow. Hut ab. Am deutschen Verwaltungswesen soll die Welt genesen ... und dabei ja niemandem auf den Schlips treten. Bei dem historischen Erbe. Genau in dieser Frage, kotzt mich dieser feige, verpennte Haufen aus machtgetriebenen Parteipolitikern so derart an. Asylbewerber, die sich hier aufrecht einbringen und am Gemeinwohl teilhaben wollen dürfen nicht und die, die dem Rechtsstaat mit erhobenem Mittelfinger feixend auf der Nase rum tanzen kann man nicht loswerden. Respekt. Alles richtig gemacht.
Und wer einem ohnmächtigen Kanzlerfurz namens "Das schaffen wir schon" dann nicht uneingeschränkt vertraut oder gar seinen Unmut darüber äußert, wie beschissen hilflos und ungesteuert man einer solchen Flüchtlingswelle gegenüber steht, der muss sich im logischen Umkehrschluss dann rechtsextreme Tendenzen attestieren lassen...?
Klar, sind bei den AfD Wählern auch unverbesserliche Totalablehner und dumpfe Deutschtümler dabei, aber die überwiegende Zahl der Zuläufer sind doch nichts anderes als zutiefst enttäuschte Protestwähler, deren simplifizierte Vorstellung es ist, dem gegenwärtigen Regierungskurs mal ein "Gegengewicht" anzuhängen.
Und da nun mal nicht nur der Bürger wählen darf, der über Bildung und Fähigkeit zur Reflektion verfügt, sondern jeder der per Grundgesetz (qua Alter) dafür "tauglich" ist, muss man damit leben und umgehen können. Und wer meint, dass dieses "Umgehen" im Ablehnen und Verteufeln (also in reiner , dialogfreier Konfrontation) enden sollte, der wird eine böse Überraschung erleben. So lange die Volksparteien ihrer originären Aufgabe der lösungsorientierten Sachpolitik nicht in einem Maße nachkommen, dass aufziehenden Problemen halbwegs geordnet begegnet werden kann, so lange werden Parteien/Organisationen von den politischen Rändern regen Zulauf finden. Da liegt doch der Hase im Pfeffer.