Frank N Furter hat geschrieben:Haber hat geschrieben:Grün ist eher ein lifestyle Ding das auch modisch gepopt wird, Pop. Öko, ökopop,
Solange die Menschen hierzulande nicht wirklich tagtäglich mit den Folgen des Klimawandels richtig zu kämpfen haben, werden sie auch nicht bereit sein, Maßnahmen zu unterstützen, die sie gefühlt mehr kosten, als dass was sie an negativen Folgen jetzt schon real erfahren.
Da ich glaube, dass es keine große Koalition geben wird bin ich davon überzeugt, dass das Thema Klimapolitik ein zentraler Baustein des Koalitionsvertrag der kommenden Regierung werden wird.
Wer sich das Wahlprogramm von Grünen und FDP genau durchliest wird sehen, dass beide Konzepte den Ausstoß von CO2 zu reduzieren sehr einschneidend sind. Dazu kommen die notwenigen Veränderungen die das Land im Bereich von Digitalisierung bis Außenpolitik gehen müssen wird. Und dann haben wir noch die Folgen der Transformation des Automobilbaus (um diesen nur exemplarisch zu nennen). In unserem stärksten Wirtschaftszweig findet eine Revolution statt, die die Wirtschaft in manchen Bundesländern wie Baden-Württemberg massiv verändern wird.
Meine These ist daher die folgende. Egal ob die kommende Regierung sich dieser Themen annimmt oder nicht, in diesem Land wird sich das Leben der Bürger zum Teil deutlich verändern. Preise für Energie werden deutlich steigen, zum Beispiel Öl und Gas, die energetische Sanierung des Wohnungsbestand wird dem einzelnen hohe Kosten auferlegen, Nahrungsmittel werden im Preis steigen weil Transport und Erzeugung sich verteuern werden. Dazu werden strukturelle Veränderungen in der Industrie erleben, die Menschen die bis heute in gutgezahlten sicheren Jobs waren zunehmend in eine steigende Unsicherheit führen werden. Dazu steht das Land vor einem horrenden Investitionsstau, die bestehende Verkehrsinfrastruktur muss erneuert werden bevor uns die Brücken wie in Italien zusammenbrechen, die Schulen müssen saniert oder neugebaut werden, damit unsere Kinder nicht in baufälligen Gebäuden lernen müssen, die Schieneninfrastruktur muss ausgebaut werden um für die zukünftige Mobilität fit gemacht zu werden. Milliarden von Milliarden. Dazu das Thema Bildung bei der sich Deutschland dringend um die Qualität und Durchlässigkeit kümmern muss und zum grandiosen Abschluss die Rente, die so wie sie heute finanziert ist in Zukunft nicht mehr zu finanzieren ist ohne dass der staatliche Zuschuss sich immer tiefer in die Staatsfinanzen fressen wird.
Daraus resultiert, dass wir es nicht erleben werden, dass wir in absehbarer Zeit noch einmal 16 Jahre den gleichen Kanzler oder Kanzlerin haben werden. Bei der nächsten Bundestagswahl werden wir schon andere Mehrheiten sehen, weil die Verlierer dieser Veränderungen und Transformation unzufrieden mit der künftigen Regierung sein werden. Ob die Regierung nun die Probleme angeht oder nicht, dies wird nichts ändern. Denn die Veränderungen werden kommen, ob wir uns ihnen stellen oder nicht. Es wird Spannungen in diesem Land geben, wie wir sie nur selten erlebt haben oder wie viele von uns die noch etwas jünger sind, noch nie erlebt haben.
Vor diesem Hintergrund ist eine Ampelkoalition meiner Meinung sogar die bestmögliche Konstellation. Die SPD die für den sozialen Ausgleich einstehen kann, die Grünen die das Thema der Transformation hin zu einer klimaneutralen Gesellschaft vermitteln können und die FDP die wirtschaftliche Komponente und die der Reformierung des Rentensystems auf ihrer Fahne stehen hat.
Zusammen sind diese 3 Parteien im Prinzip eine große Koalition die in der Mitte der Gesellschaft steht und die meisten Interessen irgendwie vertreten kann.
Die fetten Jahre sind vorbei, wir nähern uns einer neuen Zeitrechnung. Aber hier liegt auch eine Chance, wenn unsere kommende Regierung den Mut haben sollte Entscheidungen zu treffen die ihre Abwahl als Folge haben könnte, dann ist eine Transformation dieses Landes möglich, auch wenn es nicht einfach wird.