higgi hat geschrieben:schwaebi hat geschrieben:Naja, ich schätze mal, die Grippe-Toten und die, die bei OP-Fehlern gestorben wären, fallen weg

Unter dem Strich war’s halt ein Jahr wie jedes andere
Wozu dann die ganze Aufregung?
Das schlimme ist, daß genau diese Schlußfolgerung aus der Untersuchung nicht gezogen werden kann, aber natürllich von jedem, dem es in den Kram passt, gezogen werden wird. Die schlauen Forscher haben vergessen zu beachten, daß das Objekt der Betrachtung sich mit der Betrachtung ändert.
Das heißt auf Deutsch: Wenn sie wissen wollen, ob Corona zu Übersterblichkeit führt, vulgo: so gefährlich ist, wie bspw. vom RKI diagnostiziert, dann bekommen sie keine Aussage darüber, wenn sie die Lage in diesen drei Ländern über den Kamm generell beschreiben. Denn in allen drei Ländern gab es - unterschiedliche zwar - aber in allen Fällen massive Gegenmaßnahmen, die den Verlauf der Pandemie natürlich beeinflusst haben.
Es ist unseriös, das nicht zu berücksichtigen, zumal sie bereits selbst erkannt haben, daß es Interdependenzen gibt, wie der genannte Rückgang der Influenza-Erkrankungen oder der Verkehrstoten. Diese sind natürlich auf die Schutz- und Gegenmaßnahmen zurückzuführen. Wollte man diese Interdependenzen ignorieren, so könnte man auch sagen, daß Influenza völlig ungefährlich ist, oder noch besser: Autofahren wird immer sicherer!
Man hätte bspw. nach Norditalien schauen können, wo sich das Virus von vmtl. Novenber 2019 bis Januar 2020 völlig ungehindert verbreitet hatte und schauen können, wie sich da die Übersterblickeit entwickelt. Oder nach Schweden bis April 2020, wo der große Virensachverständige Tegnell der Meinung war, die beste Methode sei die Durchseuchung, ehe die Regierung die Notbremse gezogen hat, nachdem die Todeszahlen durch die Decke gingen.
In Deutschland hätten sie beispielsweise den zeitlichen Verlauf der Übersterblichkeitt 2020 betrachten können oder über die regionale Verteilung (z.B in Sachsen, verglichen mit S-H). Dann hätten sie festgestellt, wie die Übersterblichkeit von der Zahl der Infektionen abhängt. So war die Übersterblickeit in Sachsen im Dezember 2020 um 50% höher als im Vorjahr, da lagen die Inzidenzen in etwa derselben Größenordnung wie jetzt. Die Altersstruktur hat sich in Sachsen aber nicht binnen eines Jahres nennenswert geändert. Danach vielleicht, wenn man zynisch ist.
Ob wir heuer günstigere Zahlen erreichen werden, ist noch nicht ausgemacht, da damals noch die Wildvariante kursierte, wir jetzt aber die infektiösere Delta-Variante haben. Da ein nicht unerheblicher Teil dieser Gesellschaft offenbar einfach zu blöd ist, wird die vierte nicht nur nicht die letzte Welle sein, die wir erleben, sondern es ist auch noch nicht raus, ob sich neue, noch gefährlichere Varianten nicht doch noch durchsetzen, gegen die vielleicht auch die jetzigen Impfstoffe nichts nutzen. Dann Prost Mahlzeit.