DEUTSCHLAND BANGT UM JOSELJA!
Aber das macht doch nichts.
higgi hat geschrieben:Oder er hat sich absichtlich angesteckt, um sich nicht impfen zu müssen
killroy hat geschrieben:Lewis Hamilton hat ja recht deutlich geäußert, wie lange es gedauert hat bis er körperlich wieder auf 100 Prozent war
Die jetzigen Entschlüsse sind so, als würde man in einer Flutkatastrophe ankündigen, mehr Schwimmlehrer einzustellen und ein paar Schwimmflügel und Badeenten zu verteilen. Das hilft akut überhaupt nicht, langfristig allenfalls ein bisschen. Man weiß gar nicht, in wie viele Tischkanten man beißen soll angesichts dieser hasenfüßigen Beschlüsse, an die Christian Lindner noch ein Flehen um Kontaktbeschränkungen angeschlossen hat.
(...)
Jetzt also wird ein Bund-Länder-Krisenstab eingerichtet sowie eine Expertengruppe, die täglich die Regierung beraten soll. Das ist fein, kommt nur schlappe eineinhalb Jahre zu spät. Es gibt Bonuszahlungen für Pflegekräfte. Auch das ist unbedingt zu begrüßen, aber der Personalmangel in der Pflege ist mindestens schon so alt, wie es das demnächst jüngste Regierungsmitglied sein wird. Die Impfkampagne wird deutlich ausgeweitet. Bravo, sehr gut, besonders nachdem die Impfzentren noch bis vor Kurzem geschlossen wurden und die Daten der bereits Geimpften nach vier Monaten aus Datenschutzgründen gelöscht wurden.
Aber zwischen Sperrstunden und Kontaktbeschränkungen für alle und den wachsweichen Empfehlungen der künftigen Regierung hätte es noch etliche Eskalationsstufen gegeben. Darauf wurde jedoch aus schwer verständlichen Gründen verzichtet. Auch der Spielraum an unterschiedlichen Freiheitsgraden, der zwischen Geimpften und Ungeimpften möglich gewesen wäre, wurde kaum ausgenutzt.
Es klingt ein bisschen nach evangelischer Tagungsstätte und größtmöglicher Rücksichtnahme.
killroy hat geschrieben:Dieses andauernde rückwirkende Geschimpfe ist aber auch nicht gerade zielführend. (...)
Hat Herr Bartens auch Lösungen oder will der nur schimpfen wie gerade so viele?
killroy hat geschrieben:Noch im September war in den Impfzentren gähnende Leere. Und immer und immer wieder: Du kannst als Politiker die Menschen nicht zur Impfung tragen. Und hätte man 2020 das Thema Impfpflicht nicht kategorisch ausgeschlossen wäre ein Sturm der Entrüstung durch dieses Land gefegt.
killroy hat geschrieben:Du kannst als Politiker die Menschen nicht zur Impfung tragen.

Ich weiß auch, dass es viele Gründe für die Versäumnisse der letzten Monate gibt. Und so oder so, das Rad lässt sich nicht zurückdrehen. Warum geht's dann quasi genauso weiter?
killroy hat geschrieben:war auch keine generalkritik an herrn bartens, kenne von dem auch nix bewußt. aber dieses "eineinhalb jahre zu spät" - jo mei - der erkenntnisgewinn hält sich in grenzen und bringen tuts eben nix, das zu formulieren
Den Kürzeren ziehen
Kinder und ihre Eltern wurden in der Pandemie lange nicht gehört, sondern ignoriert. Dafür sollen nun auch die lieben Kleinen schnell durchgeimpft werden. Um wen geht es da - um sie oder um uns?
Von Werner Bartens
Es ist immer gut, ausreichend moralische Verfügungsmasse und Raum für Empörung zu haben. Über Kinder zu reden, füllt dieses Bedürfnis auf überragende Weise aus. Außerdem haben viele, die sich zum Thema äußern, schon welche gesehen oder über sie gelesen. Andere, darunter viele alleinerziehende Mütter und Väter, haben gar selbst Kinder, und Millionen von ihnen wurden gemeinsam mit diesen Kindern von Staat und Schule in dieser Pandemie im Stich gelassen; die dramatischen Folgen für die Seele und die Entwicklung dieser Kinder sind heute, im Herbst 2021, nicht nur für jeden wachen Menschen im persönlichen Umkreis sichtbar; sie sind auch wissenschaftlich belegt.
Nichts eignet sich also inzwischen besser als Streitpunkt für eine aufgekratzte Debatte als das Wohl und Wehe von Kindern.
(...)
Da es sich seit ein paar Jahren eingebürgert hat, statt feingranularer Nuancierungen Schwarz oder Weiß aufzubieten, waren die Fronten schnell klar. Auf keinen Fall dürfe es zur #KinderDurchseuchung kommen. Her mit der Spritze für Grundschüler. Eltern sahen (und sehen) das Vakzin als Erlösung aus der ständig drohenden Homeschooling-Hölle; will man es ihnen verdenken nach den Erfahrungen seit Beginn der Pandemie, seit also nicht alle, aber sehr viele Arbeitgeber und Kultusbehörden vor allem dadurch auffielen, sich über die neuen Anforderungen zu erschrecken, anstatt doch mal Wlan einzurichten und Luftfilter aufzustellen?
Nun hat die Einschätzung der Bevölkerung zum Phänomen Kind in der Pandemie inzwischen Salti geschlagen, gegen die Joshua Kimmichs Wandlung vom Vorzeigefußballer zum Corona-Deppen sanft anmutet. Erst waren Kinder mächtige Virenschleudern, die Oma und Opa ins Grab bringen. Dann bemerkte die (deutsche) Weltöffentlichkeit, dass nicht nur Oma und Opa im Heim und Papi und Mami in der Arbeit Gefühle haben - sondern auch Kinder haben also welche? Zumal, wenn sie ihre Mitschülerinnen jahrelang nur maskiert sehen oder im Teams-Tetris. Jetzt, sehr plötzlich, sind sie dafür absolut unerlässlich für die allgemeine Pandemiebekämpfung. Sie, die Kinder, sollen jetzt die Impflücken schließen, die von angst- oder auch nur narzissmusgestörten Erwachsenen aus den Karmakampfzonen Murnau oder Schwäbisch Gmünd seit Monaten offengehalten werden.
Nur so, auf Statistik reduziert: das ist Unsinn.
(...)
So steht das Kind nun da, in der vierten Welle der Pandemie wie auch überhaupt: vergessen oder verherrlicht - jetzt gar als Erlöser. Dass Kinder und die Sorgen ihrer Eltern zwar im Alltag oft wenig Beachtung finden, dafür aber als eigener Mythos mit Bedeutung aufgeladen werden, ist ein vergleichsweise neues Phänomen. Das österreichische Gesamtkunstwerk Georg Kreisler (1922-2011) hat noch einen Vers auf "Lehrer Harald" gedichtet, "der ein Kind erwürgte und entfloh / Denn das Kind war höchstens sieben Jahr' alt / In dem Alter merkt man's noch nicht so." Heute würde der Reim sofort Kreislers Bühnenkarriere beenden. Hollands populärster Biologe, Midas Dekkers, stellte, evolutionär übrigens ganz gut begründet, in seinem Buch "Von Larven und Puppen" (Blessing, 2003) die nüchterne Frage, ob man eigentlich "Kinder wie Menschen behandeln" soll. Schließlich unterscheide sich das Kind vom Erwachsenen so sehr wie die Raupe vom Schmetterling. Weil sie eher "Larven" seien, wäre es doch ausreichend, Kinder bis zur Pubertät irgendwie "artgerecht" zu versorgen und nicht weiter zu beachten oder gar zu erziehen. (Zu artgerecht würde in Pandemiezeiten übrigens gehören, dass Kinder im Sportunterricht keine lächerlichen Leistungsnachweise erbringen müssen, sondern sich bewegen dürfen, liebe Lehrerinnen und Lehrer.)
Die Wahrnehmung von Kindern als hoffentlich immer geliebte, dabei mal liebenswerte, mal terroristisch veranlagte Nebenwirkung des Projekts "Familie", die ihre Eltern im Alter werden versorgen müssen, hat sich imagemäßig ins Gegenteil verkehrt, womit dann praktisch niemandem geholfen ist, nicht den Kindern, nicht den Eltern. Aus kostspieligen Mitessern, die lärmen und schmutzen und vor allem in der hormonell besonders interessanten Ausbauphase Bedürfnisse und Abgründe sonder Zahl haben, sind vor allem in den Städten repräsentative Vorzeigeprodukte geworden, deren frühes Gekrakel und späte Bäuerchen bereits als eindeutige Indizien für die vererbte Genialität der Eltern gedeutet werden können.
Seit diese Kinder und ihre völlig normalen und also komplett überforderten Eltern in der ersten Phase der Pandemie schlicht vergessen wurden, ist nun der gegenteilige Trend zu notieren, der aber niemandem helfen wird: Ein Millionenheer von Psychologen, Pädagogen plus Impfärzten dokumentiert jede kindliche Zuckung, jeden Entwicklungsschritt und notiert jeden Rückstand und jede psychische Verwerfung, als ob die Aufrufe zu Gelassenheit und Zutrauen von den Millionen Lesern Remo Largos nie erhört worden sind. Es ist aber immer ein zuverlässiges Indiz dafür, dass ein Thema hoch und runter dekliniert wird, wenn nur oft genug von Tabuisierung die Rede ist.
Das Tabu ist eh der verräterischste Begriff in hysterischen Zeiten: Kinder wurden in dieser Pandemie nicht tabuisiert, es hat sich zunächst schlicht kaum wer für sie interessiert - ein größerer Unterschied zu einem Tabu ist kaum denkbar. Für wen sich bis heute übrigens kaum wer interessiert: Studierende, Mittfünfziger, die sich um die Kinder, die Eltern und den Job gleichzeitig kümmern, und auch über die Tragödien unter den Heizungstechnikern und den Vermessungsingenieuren liest man selten.
Medizinisch begründen lässt sich die Hast, jetzt möglichst schnell die Fünf- bis Elfjährigen zu impfen, jedenfalls nicht. Wie bei allen Phasen elterlicher Einmischung zwischen Frühförderung und Studienwahl-Coaching geht es beim Run auf die Spritze für die Kleinen eher darum, den optimalen Zeitpunkt zu erwischen und unbedingt alles richtig zu machen. Diese Haltung nennt man Panik. Und Panik hat Kindern noch nie gutgetan.
killroy hat geschrieben:https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.debatte-um-corona-impfungen-strafen-fuer-ungeimpfte-im-gespraech-1000-euro-bussgeld.773adce5-bdab-445f-a784-0666c5bf7370.html
tun, jetzt!
killroy hat geschrieben:ja, gibt aber auch Profisportler die ihre Karriere nach der Infektion beenden mussten![]()
der Kollege Kimmich hat sich in jedem Fall ohne Impfung einem wesentlich größeren Risiko ausgesetzt, das seine Karriere einen Knacks bekommt. So viel Wahrscheinlichkeitsrechnung sollte ein Einser-Abiturient beherrschen
jagdhuette hat geschrieben:Wann habt ihr denn das erste Mal gehört, dass man grundsätzlich einen booster brauchen könnte?
Ich bin mir sehr sicher, dass ich das erst einige Wochen nach der Bundestagswahl gehört habe.
Für die, denen das auch so ging und die bereits im Januar oder Februar geimpft wurden ist das dann leider ziemlich blöd gelaufen. Ich finde das darf man schon mal sagen.
Tamasi hat geschrieben:Pauschales Bußgeld... Schwierig.
Aber die Selbstbeteiligung an den Behandlungskosten - gerne nicht nur im Krankenhaus, sondern bereits beim Hausarzt - finde ich angemessen. Beatmungsgerät als Ig? stung.![]()
Oder das Wenden im Bett. Nur gegen Zuzahlung. Neulich habe ich gelesen, wie jemand bezweifelt hat, dass man drei Pflegekräfte braucht, um einen Intensivpatienten umzubetten. Das würde man nur machen, um die Zahl der freien Intensivbetten niedrig zu halten. - Ja, gut, dann eben nicht.
Jedenfalls kann da jeder schön frei & selbst entscheiden, ob er dieses finanzielle Risiko eingehen möchte. Im Fall der Fälle muss man dann halt was zahlen für seinen Freigeist.
Kostenbeteiligung, wie in Singapur. Hatten wir hier schon, ich find's richtig. Der genannte höhere Krankenkassenbeitrag wäre evtl. auch eine Option.
).