Auswurf hat geschrieben:- oder zählst Du Dich zu "unten" ?
Es war, zugegeben, ein Fehler diese Kategorie zu übernehmen, auch wenn sie gängig, weil eingängig ist. "Unten" sind die Sozialschmarotzer dieser Gesellschaft, ganz egal wie sehr sie sich auch dank ihrer finanziellen Möglichkeiten "oben" wähnen. Ansonsten wäre ich doch eher gegen "Stände" jedweder Art.
Goofy hat geschrieben:Die Menschheit geht vor die Hunde. Vielleicht nicht komplett, aber doch zu einem nicht geringen Teil. Weil zu viele auf ihrer Bequemlichkeit, ihrer persönlichen Freiheit und der Beibehaltung ihres Lebens besteht, da müssen wissenschaftliche Fakten hinten anstehen.
Wider besseren Wissens wird nur an sich selbst und das drumherum, und nur an heute gedacht. "Ich bin gesund und mir gehts gut". Alles was weiter weg ist, wie auch die Zukunftsaussichten, die Wissenschaftler klar prognostizieren, wird ausgeblendet, da zu unbequem.
Ist so, oder? Oder![]()
Ja, so sieht es auf den ersten Blick aus.
Ich glaube aber nicht, dass das wirklich die kausale Analyse sein kann.
Nur ein Beispiel: Vor ein paar Wochen, als die kleine Julia im Wald verloren ging, haben unglaublich viele Menschen Anteil genommen. Als das Mädchen dann gefunden wurde, habe ich in einer mir bis dahin noch nicht bekannten Weise festgestellt, dass es hunderte von Kommentaren gab in verschiedenen Foren. Der mit Abstand häufigste Kommentar war: "Das ist die beste Nachricht, die ich seit Wochen höre". Wenn das Hunderte Menschen so feststellen... puh, das ist schon ganz schön krass.
Will sagen: die Empathie ist bei den Menschen offensichtlich noch weitgehend in Takt. Jedenfalls dann, wenn man ihnen ein Bild von einem kleinen 8jährigen Mädchen zeigt, dass zu erfrieren droht. Schwierig wird es für uns alle erst im Abstrakten, denn natürlich sind zur gleichen Zeit sehr viele kleine Julias weltweit an mangelnder Hilfeleistung kläglich gestorben...
Der sogenannte Hyperindividualismus, den ich auch schon oft beklagt habe, ist ebenfalls nur ein Symptom des Kernproblems. Das Kernproblem ist, dass wir Menschen nicht in der Lage sind unser soziales Potential samt Verantwortungsvermögen in einer anonymen Massengesellschaft abzurufen. Im Anonymen, Unsozialen, aber bleibt vielen Menschen fast gar keine andere emotionale Option mehr, als die Pflege des Egoismus in der Kleinstfamilie.
Nun könnte man ja (zumindest theoretisch) sagen: okay, schaffen wir die Nationalstaaten wieder ab und kehren dahin zurück, wo sich unsere Emotionen und Kognitionen evolviert haben: in die Kleingruppe, zwischen 15-25 Menschen. Nur dass dann halt unsere komplette Zivilisation bei drauf geht. 25 Leute können nicht gleichzeitig eine Oper und ein Krankenhaus betreiben, Bücher schreiben und drucken, Messer und Gabel herstellen usw. Unsere gesamte Kultur hängt an diesen "asozialen" Massengesellschaften".
Es wir uns wohl kaum etwas anderes übrig bleiben, als darüber nachzudenken, wie wir Jäger und Sammler, die wir alle bis heute immer noch sind, besser und gesünder in Massengesellschaften mit Millionen anonymen Teilnehmern leben können. Gar nicht so einfach...





trinken, dangge für deine Antwort, sie ist ja quasi schon eine wichtige Antwort überhaupt. Das sind die entscheidenden Antworten, gut!
