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Angry Wasenhuhn
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Granadaseggl
Nebenbei…

Daimler kauft 11,75 % für 41,5 Mio. €.
Jako kauft 1 % für 4 Mio. €.

Das macht eine Steigerung des Unternehmenswertes von rund 47 Mio. €. Ein Teufelskerl, dieser Claus! Mindestens ist hiermit auch der Beweis erbracht, dass man sich damals vom Daimler über den Tisch hat ziehen lassen.

Aber, das muss man einfach jetzt mal positiv sehen. Diese Weitsicht, so kurz vorm Abstieg nochmal Kasse zu machen. Kommt, wir verlegen die Rotenberger Kapelle nach Waldenbuch!

Kommt da jetzt eigentlich einer in den AR? Also statt dem Cem?
Entspannt Euch doch mal... - AM ARSCH GELECKT!

Hasenrupfer
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Grasdaggl
dr'Glaous hat geschrieben: Wir konnten den e. V. aus finanzieller Sicht schadlos und aus rechtlicher Sicht klaglos halten – was ein großer Erfolg ist [...]


Ja geil, die millionenschweren Abfindungen hat ja auch die AG bezahlen müssen, welch ein großer Erfolg!

Klassenkampf an der Mercedestraße, Mir send dr'Veroi!, und Vogt feiert sich selbst...

Goofy
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Grasdaggl
Zack, genau das war mein erster Gedanke ... was Hitz sich beim Lesen wohl gedacht hat?

Jako, 1%. Und paar Jahre Vertrag als Bonus.
Ja. Schon in Ordnung.

Andererseits ... der Daimler hat mal bezahlt für die Namensrechte am Stadion. Einmalige Zahlung. Zehn Millionen Mark oder so. Gilt für ewig. Gottlieb-Daimler-Stadion.
Und dann merkst paar Jahre später, die anderen "vermieten" ihren Stadionnamen alle paar Jahre neu - und du kommst nie wieder raus aus der Nummer mit Daimler, weil sie 1993 einen Teil vom Dach bezahlt haben ...

Wenn in ein paar Jahren Uhlsport kommt und einen viel besseren Ausrüstervertrag anbietet - kannst wahrscheinlich vergessen und musst dankend ablehnen, weil dich nicht von Jako lösen kannst.

Ist halt der Ausrüster, und nicht ne Firma, die mit irgendwas wirbt.
Und vom Hauptsponsor kommst ja auch nicht weg.

Scho recht, jetzt grad. Aber geiler Deal für Jako.

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Angry Wasenhuhn hat geschrieben:Nebenbei…

Daimler kauft 11,75 % für 41,5 Mio. €.
Jako kauft 1 % für 4 Mio. €.

Das macht eine Steigerung des Unternehmenswertes von rund 47 Mio. €. Ein Teufelskerl, dieser Claus! Mindestens ist hiermit auch der Beweis erbracht, dass man sich damals vom Daimler über den Tisch hat ziehen lassen.

Aber, das muss man einfach jetzt mal positiv sehen. Diese Weitsicht, so kurz vorm Abstieg nochmal Kasse zu machen. Kommt, wir verlegen die Rotenberger Kapelle nach Waldenbuch!

Kommt da jetzt eigentlich einer in den AR? Also statt dem Cem?


Also, Ritter könnte ja auch mal etwas Sponsoring machen. So viel, wie die hier im Borussialand verkaufen!
Ich warte immer, bis sie im Angebot ist.
0,65 €.
Habe schon vor 50 Jahren 1 DM dafür bezahlt. 8)
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

de mappes
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Spamferkel
Goofy hat geschrieben:Zack, genau das war mein erster Gedanke ... was Hitz sich beim Lesen wohl gedacht hat?

Jako, 1%. Und paar Jahre Vertrag als Bonus.
Ja. Schon in Ordnung.

Andererseits ... der Daimler hat mal bezahlt für die Namensrechte am Stadion. Einmalige Zahlung. Zehn Millionen Mark oder so. Gilt für ewig. Gottlieb-Daimler-Stadion.
Und dann merkst paar Jahre später, die anderen "vermieten" ihren Stadionnamen alle paar Jahre neu - und du kommst nie wieder raus aus der Nummer mit Daimler, weil sie 1993 einen Teil vom Dach bezahlt haben ...

Wenn in ein paar Jahren Uhlsport kommt und einen viel besseren Ausrüstervertrag anbietet - kannst wahrscheinlich vergessen und musst dankend ablehnen, weil dich nicht von Jako lösen kannst.

Ist halt der Ausrüster, und nicht ne Firma, die mit irgendwas wirbt.
Und vom Hauptsponsor kommst ja auch nicht weg.

Scho recht, jetzt grad. Aber geiler Deal für Jako.


Die Daimler-Geschichte ist lächerlich...ein Witz, dass man sowas juristisch nicht angehen kann...Vertrag ohne Laufzeit...wobei: wurde das im Zuge der Umbenennung und Einstieg beim VfB nicht auch gefixed?

zu deinem Jako/Uhlsport:
Meinst du, das ist nicht mehr möglich, weil sie 1%halten?
Spekulativ
Don't criticize what you can't understand


fkAS
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Halbdaggl
Goofy hat geschrieben:Zack, genau das war mein erster Gedanke ... was Hitz sich beim Lesen wohl gedacht hat?

Jako, 1%. Und paar Jahre Vertrag als Bonus.
Ja. Schon in Ordnung.

Andererseits ... der Daimler hat mal bezahlt für die Namensrechte am Stadion. Einmalige Zahlung. Zehn Millionen Mark oder so. Gilt für ewig. Gottlieb-Daimler-Stadion.
Und dann merkst paar Jahre später, die anderen "vermieten" ihren Stadionnamen alle paar Jahre neu - und du kommst nie wieder raus aus der Nummer mit Daimler, weil sie 1993 einen Teil vom Dach bezahlt haben ...

Wenn in ein paar Jahren Uhlsport kommt und einen viel besseren Ausrüstervertrag anbietet - kannst wahrscheinlich vergessen und musst dankend ablehnen, weil dich nicht von Jako lösen kannst.

Ist halt der Ausrüster, und nicht ne Firma, die mit irgendwas wirbt.
Und vom Hauptsponsor kommst ja auch nicht weg.

Scho recht, jetzt grad. Aber geiler Deal für Jako.

Du musst auch erst mal einen Hauptsponsor finden, der mehr zahlt. Wenn man mal die Mäzenatenvereine außen vorlässt, dann bekommt der VfB im Vergleich zum sportlichen Stand ziemlich viel.
Die 1% Beteiligung von Jako seh ich auch nicht als Problem an. Wenn der VfB tatsächlich interessant für einen anderen Ausrüster wird, dann dürfte die Übernahme von 1% kein Stolperstein sein. Aktuell kann man aber wohl sehr froh sein, dass man mit dem 4 Mio pro Jahr planen kann und einen kleinen Bonus mit einschiebt.

fkAS
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Halbdaggl
publicenemy hat geschrieben:So weit ich weiß, sieht die Beschlusslage beim e.V. so aus, dass maximal 25% veräußert werden dürfen. Damit verbleibt ein Potenzial von etwa 12% oder etwa 42 Mio Euro, die versilbert werden können. Das schafft das Diamantenauge auch innerhalb einer Saison.

Das Problem ist halt, dass Mislintat Einnahmen nur auf Kosten der Kaderqualität hinbekommt. Daher ist Versilbern von Anteilen so langs geht, besser als das Versilbern von Spielern.

Frank N Furter
fkAS hat geschrieben:
publicenemy hat geschrieben:So weit ich weiß, sieht die Beschlusslage beim e.V. so aus, dass maximal 25% veräußert werden dürfen. Damit verbleibt ein Potenzial von etwa 12% oder etwa 42 Mio Euro, die versilbert werden können. Das schafft das Diamantenauge auch innerhalb einer Saison.

Das Problem ist halt, dass Mislintat Einnahmen nur auf Kosten der Kaderqualität hinbekommt. Daher ist Versilbern von Anteilen so langs geht, besser als das Versilbern von Spielern.


Wenn er für jeden teuer abgegebenen Spieler in der Lage wäre entsprechende Qualität nachzuscouten, wäre das noch nicht mal so schlimm. Jedenfalls im Sinne der reinen Theorie.

Das Problem dürfte eher sein, dass man so keine echte Mannschaft bilden kann, was in einer Mannschaftssportart broblämaddisch isch (qed :mrgreen: ).

Frank N Furter
Gang Cannstatt hat geschrieben:Lösung: Weitermachen, auch in Liga II, bin absolut dafür. :vfb:

Meine Sympathie hätte der VfB selbst in der Regionalliga weiterhin.

Ich befürchte aber, dass immer noch zu viele VfB-Fans unterschätzen, wie groß die wirtschaftliche Gefahr eines Abstiegs in die zweite Liga tatsächlich ist. Der VfB hat ja noch zig weitere blöde Finanzthemen am Hacken. So ist das Vereinsgelände dringend renovierungsbedürftig. Klar, gerade dieses Problem kann man weiter aufschieben, es wird dann halt nur (überprportional) immer teurer. Dann kommt diese depperte EM, für die der VfB sein Stadion überholen muss. Die Kohle streckt ja wohl die Stadt vor, aber der VfB muss das als Kredit zurück zahlen und seine Bonität wird belastet. Und das kommt ja zu den "Corona-Schulden" noch alles on top.

Die VfB-Fans werden ja zu Spenden wegen der aktuellen finanziellen Bedürftigkeit aufgerufen. Ehrlich gesagt, finde ich das unanständig, jedenfalls solange da Jungmillionäre rumrennen, denen man keine Gehaltskürzungen auf Grund von Corona mehr zumuten will. Nicht mal den Ungeimpften. Hitzlsperger hatte ja auch das explizit ausgeschlossen, mit den Hinweis auf "Vertragstreue". Dass gleichzeitig ein paar vielleicht herzensgute, aber doch wohl sehr naive VfB-Fans bereit sind ihr sprichwörtlich letztes Hemd für den VfB zu geben, hat Hitzlsperger aber "nicht ausgeschlossen", sondern findet das im Gegenteil sogar toll.

Hasenrupfer
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Grasdaggl
Frank N Furter hat geschrieben:[

Ich befürchte aber, dass immer noch zu viele VfB-Fans unterschätzen, wie groß die wirtschaftliche Gefahr eines Abstiegs in die zweite Liga tatsächlich ist. Der VfB hat ja noch zig weitere blöde Finanzthemen am Hacken. So ist das Vereinsgelände dringend renovierungsbedürftig. Klar, gerade dieses Problem kann man weiter aufschieben, es wird dann halt nur (überprportional) immer teurer. Dann kommt diese depperte EM, für die der VfB sein Stadion überholen muss. Die Kohle streckt ja wohl die Stadt vor, aber der VfB muss das als Kredit zurück zahlen und seine Bonität wird belastet. Und das kommt ja zu den "Corona-Schulden" noch alles on top.


Wie jetzt, dachte der Verein die AG wäre SOFORT insolvent bei nem Abstieg?!

Dabei geht's dir nur um's Warmwasser für die nix-taugenden, nicht-regionalen Nachwuchsspieler...



Aleksiander
Grasdaggl
MDCCCXCIII hat geschrieben:Ich dachte immer das Fußballstadl aus der Mercedesstraße kann man nicht überbieten
Aber die Protagonisten von der Hennes Weisweiler Allee toppen uns um Längen..


Vielleicht kommt uns das noch richtig zu Gute......
Nichts muss, aber alles kann.

Hasenrupfer
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Grasdaggl
higgi hat geschrieben:Kann mir aber schon vorstellen dass ein Coronaabstieg nochmal eine andere Dimension hat als die 2 vorherigen.
Gut das Militant die Personalkosten um 40% gedrückt hat


Vermutlich, wobei sie ja jetzt durchaus Erfahrung darin haben dürften, wie man den Finanzrahmen auf Zwotliga-Niveau senken kann.

Ich vertrau da halt eher Jemandem, der auch tatsächlich Einblick in die Kontoauszüge hat, als unserem trolligen Vogt-Jünger.

Tamasi
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Allmachtsbachel
Ich hab einiges weggelassen und den Rest in Häppchen aufgeteilt. Für manche sicher dennoch schwer verdaulich. - Auszüge aus einem Essay über Fußball und Kommerz:

Geld regiert auch die Welt des Fußballs. Mehr und mehr Investoren steigen ein. Das muss nicht zwingend schlecht sein. Vorausgesetzt, Vereinsmeierei, Narzissmus und die Kumpanei in der Branche hörten auf.

(...) die Grundsatzdebatte um Investoren im Profifußball. Sind sie tatsächlich die Totengräber des Fußballs? Degradieren sie ihn zum schnöden Geschäft und seine Fans zu zahlenden Kunden? Berauben sie ihn seines Charakters und seines Wesens? Die Sorge ist groß und berechtigt, Investoren könnten den Fußball den Massen entreißen, ihn zur bloßen Gewinnmaximierung missbrauchen, oder eben - siehe Saudi-Arabien und Newcastle - zu politischen Zwecken.
(...)
Aber wie müssen Profivereine eigentlich agieren, um sportlich und wirtschaftlich erfolgreich zu sein, ohne dabei ihre Seele, die Leidenschaft und die Identifikation ihrer Fans zu verlieren, oder gar den Zauber und die Magie dieser großartigen Sportart zu zerstören?

Der Blick auf die Realität ist für Traditionalisten bitter: Ein Ende des Kommerzes ist noch lange nicht in Sicht. Die Sponsoren, die Ausrüster, die Medien und andere Beteiligte - sie alle verdienen mit dem Spitzenfußball nach wie vor viel Geld. Sie werden deshalb noch mehr davon hineinpumpen, und als eine Folge davon werden die Transfersummen und die Gehälter der kickenden Superstars weiter explodieren. Und weil das alles so ist, sind Investoren im Profifußball nicht aufzuhalten, erst recht nicht mehr nach Corona. Sie drängen in dieses lukrative, allein schon der Digitalisierung wegen immer globalere Business. Und nein, die Fans wenden sich keineswegs mit Grausen ab, wie manche das prophezeien. Sonst hätte der finanziell aberwitzige Transfer von Altstar Lionel Messi zu Paris St. Germain dort niemals einen solchen Hype auslösen dürfen.

Investoren im Fußball per se zu verteufeln, geht an der Wirklichkeit vorbei und ist auch nicht gerechtfertigt. Ohne ihr Geld ginge auch bei den meisten Bundesligavereinen schon lange nichts mehr. Die deutsche "50-plus-eins-Regel", der zufolge ein Verein andere Anteilseigner an seiner Profifirma jederzeit überstimmen können muss, ist kein Hindernis. Das Beispiel Hertha BSC und Lars Windhorst lässt ahnen, das Investoren ein Glücksfall sein könnten - theoretisch zumindest. Da gibt einer 374 Millionen Euro und verlangt als Gegenleistung, was sich auch jeder Hertha-Fan von seiner Mannschaft wünscht: Dass sie möglichst oft gewinnt, mitreißenden Fußball zeigt, und in der Bundesliga nicht länger im grauen Mittelmaß oder gegen den Abstieg spielt, sondern vorne und auf Europas Bühnen. Was ist daran verwerflich?

Natürlich würde sportlicher Erfolg Windhorsts Investment wertvoller machen, ihm also Rendite bringen. Was aber weder dem Fußball an sich, noch speziell Hertha BSC schaden würde. Man mag Windhorsts Investment und seinen Traum vom Big-City-Club für naiv, großspurig oder irreal halten. Man kann ihm auch vorhalten, dass er sein Geld blauäugig in den Verein gepumpt hat. Aber das ist seine persönliche Angelegenheit. Und konsequenterweise träfen diese Vorwürfe auch jeden Hertha-Fan, der eine Eintrittskarte oder ein Trikot kauft. Denn wahr ist eben auch, dass Windhorsts Millionen von den Hertha-Verantwortlichen sportlich wirkungslos verbrannt werden, genauso wie die kleinen Geldscheine der Anhänger.

Reihenweise gingen Traditionsvereine in die Knie und dümpeln heute in der Zweit-, Dritt- oder Viertklassigkeit, mehr oder weniger mittellos, manche sogar hoch verschuldet.
(...)
Nicht raffgierige Investoren, haben diese Abstürze zu verantworten, sondern narzisstische Funktionäre. Vereinsmeier, die Klubs missbraucht haben (und mancherorts noch immer missbrauchen), um ihre Egos aufzuladen, sich wichtig zu machen, hofiert zu werden, sich zu inszenieren und um von der Öffentlichkeit überhaupt wahrgenommen zu werden. Und selbst wenn es sich bei diesen Leuten um überzeugte Anhänger ihrer Klubs handelt - Fan zu sein alleine ist keine Schlüsselqualifikation für die wirtschaftlich kluge und sportlich erfolgreiche Führung von Fußballunternehmen. Und das sind Profiklubs nun mal.

Hier folgt ein Exkurs, dass der Fußball in seiner eigenen Suppe schwimmt. Jeder kennt jeden und jeder bekommt nochmal eine Chance, auch wenn - zum Beispiel - Trainer X zuletzt fünfmal krachend gescheitert ist. Und dann:
Investoren könnten, selbst wenn sie zuvörderst nach ihrem Nutzen trachten, im Idealfall mit ihrer wirtschaftlichen Expertise sogar helfen, Vereine wirtschaftlich professioneller zu managen. Vorausgesetzt, sie meinen es gut mit einem Klub, nehmen sich angemessen zurück und fangen nicht an, ihn zu instrumentalisieren, zu entseelen oder mit ihrem Geld zu erpressen. Schließlich bringt ihr Investment nur Rendite, wenn das Team nicht nur erfolgreich ist, sondern auch seine Authentizität und Faszination behält.

Wie aber unterscheidet man Sponsoren, die dem Fußball gut tun, von den anderen? Dazu braucht es ein ausgeklügeltes Regelwerk. Ein großer Schritt wäre es, wenn die EU Strukturen schaffen würde, um Spielergehälter und Transfersummen zu deckeln wie dies im US-Sport zum Teil schon lange funktioniert. Die Vereine ihrerseits müssten sich professionellere Strukturen geben. Wer als Präsident und Aufsichtsratschef ein mittelständisches Fußballunternehmen kontrolliert, kann das kaum ehrenamtlich, quasi nebenbei also, tun. Es braucht überhaupt bei vielen Klubs einen besseren Mix aus wirtschaftlicher Expertise und sportlicher Kompetenz.

Die nationalen und internationalen Verbände müssen ihrerseits damit aufhören, allein aus Gründen ihrer Gewinnmaximierung immer neue Wettbewerbe zu erfinden. Und sie müssen privatwirtschaftliche Missgeburten wie die (vorerst) gescheiterte, europäische Super-League unmöglich machen. Die horrenden Berater-Provisionen gehören gewaltig gekürzt - oder den Spielern auferlegt. Denn zu den bestehenden Absonderlichkeiten des Profifußballs gehört, dass die Klubs Beratern Millionenprovisionen bezahlen, die dann die Interessen "ihrer" Spieler bei den Klubs durchdrücken.

Damit Investoren dem Fußball gut tun und nicht schaden, braucht es schließlich vernünftige Leitplanken. Klare Kriterien, die ein Investor erfüllen muss. Dazu gehören verbindliche Fristen und Grenzen, was dessen zeitliches und finanzielles Engagement angeht. Dazu gehört ein Ausstiegsszenario, das verhindert, dass ein Geldgeber sich von heute auf morgen zurückzieht und dadurch das Gesamtgebilde zusammenkracht. Und dazu können auch Werte gehören. Menschenrechte zum Beispiel.

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.5517582


Frank N Furter
Gang Cannstatt hat geschrieben:erklär doch mal Furti was du genau meinst?


Ein Fussballverein "funktioniert" ja wirtschaftlich ganz anders, als ein Autohersteller, eine Pharmafirma oder ein Nahrungsmittelkonzern.

Der entscheidende Unterschied ist der Faktor "Zufall". Konventionelle Branchen können durch eigene Maßnahmen und Marktbeobachtung die wirtschaftlich relevanten Auswirkungen zufälliger Erfolgsschwankungen wesentlich besser beherrschen als ein Fussballverein.

Ich verkürze jetzt sehr:
Nehmen wir an, ein Traditionsverein, mit einem Jahresumsatz von 100 Millionen € wird im Jahr 2022 Tabellenfünfter. Im Jahr zuvor war er 12ter. Durch Fernsehgelder, Sponsorenboni, Zuschauermehreinnahmen usw. wird er erfolgsabhängig vielleicht so 20-40% Mehreinnahmen generieren. Was macht er mit dem Geld? Auf die hohe Kante legen, wie einst der schlaue Uli Hoeness? Nein, macht er nicht, weil er die Hälfte sofort ans Finanzamt verliert und sich im Profigeschäft die Meinung etabliert hat, die Gewinne lieber wieder in sportliche Qualität zu investieren. Das Problem taucht genauso bei hohen Transferüberschüssen auf.

Die Vereine investieren also ihre erfolgsabhängigen Mehreinnahmen in Spieler und höhere Gehälter. Was passiert aber wenn es in einem Jahr plötzlich wieder von Rang 4 zurück geht auf Rang 8? Mindereinnahmen von 20-30 Millionen €. Wobei man aber aus den vergangenen guten Jahren, wegen der fälligen Steuerzahlungen, keine Rücklagen gebildet hat!

Traditionsvereine sind den zufallsbedingten Erfolgsschwankungen besonders stark unterworfen (kann ich begründen, falls nicht eh offensichtlich).

Nun nochmal zum "Kernproblem": dem Zufall. Im Schach zählt bekanntlich eine Dame so viel wie 9 Bauern und ein Turm so viel wie 5. Im Fussball hat der Schiedsrichter und das VAR-System mittlerweile einen so entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis, wie... puh...3,4,5 Spieler? Dazu kommen mögliche Verletztungen von Schlüsselspielern, Formschwankungen, kollektive Dynamiken usw. Es ist ja gerade ein positives Merkmal des Sports, dass er nicht vorausberechenbar ist. Deswegen schauen die Leute das. Der Zufall hat eine größere Bedeutung und der wirtschaftliche Erfolg der nächsten Jahre ist kaum planbar. Das ist der Kernunterschied zwischen Sport und konventioneller Wirtschaft - mit gravierenden Folgen.

Und nun betrachten wir nochmal die Frage der "Harmlosigkeit" von Investoren. Ein Investor gibt einem Verein sehr viel Geld. Der Verein geht dadurch Verbindlichkeiten (Verträge mit teueren Spielern) ein. Entwickelt sich der Verein nicht so erfolgreich wie gewollt, sitzt der Klub plötzlich auf Mehrausgaben, die er aus seiner Grundfinanzierung gar nicht stemmen könnte. Er wird also von der "Langmut" seines Investors abhängig. Hat der aber nach 4,5 Jahren keine Lust mehr, oder auch einfach kein Geld mehr, steht dem Verein der Absturz bevor.

Im Grunde müssten die Vereine alle mehrere Tochterfirmen gründen, die beispielsweise in Immobilien investieren oder ähnliches. So dass das enorme (!) wirtschaftliche Risiko im Fussball diversifiziert werden kann und man in schlechten Jahren Mindereinnahmen durch Überschüsse aus den Tochterfirmen ausgleichen kann. Uli Hoeness hat das richtig gemacht. Er hat schlechte Wirtschaftsjahre in der Hochzinsphase aus den Rücklagen und Zinsüberschüssen des Festgeldkontos finanziert. Uli Hoeness kann man charakterlich sehen wie man will, aber der Grund, dass der FC Bayern heute eine Monopolstellung am Markt hat, liegt daran, dass Uli den Zufall im Fussball wirtschaftlich zu beherrschen gelernt hat. DAS ist das Erfolgskonzept des FCB. Heute ist das leider gar nicht mehr so einfach replizierbar.

Investoren sind als nicht harmlos! Sie verändern auch nicht den Modus Operandi des Sports, der systemimmanent auf Zufall aufgebaut ist (und sein muss). Vereine geraten vor allem in wirtschaftliche Bedrängnis, weil sie die wirtschaftlichen Folgen der sportlichen Zufallschwankungen nicht in den Griff kriegen. Natürlich, Inkompetenz, Vetternwirtschaft, Selbstüberschätzung, Fahrlässigkeit, mangelnde Kontrollsysteme usw. kommen da noch verschärfend oben drauf.

Das war jetzt wirklich nur sehr, sehr grob. :!:


exmatthes
Granadaseggl
Das war jetzt wirklich nur sehr, sehr grob. :!:


aber sehr richtig - und gut geschrieben.

und ja: "dann machen wir's jetzt halt wie bayern" funktioniert heute kaum noch.

obwohl: freiburg!

sind quasi schuldenfrei, haben's geschafft, ein neues, schmuckes stadion zu stemmen, und tummeln sich deutlich in der oberen, allemal sorgenfreien tabellenhälfte.




publicenemy
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Halbdaggl
Der VfB Stuttgart muss befürchten, dass er zuerst seinen Trikotsponsor verliert. Doch auch andere Bereiche wären betroffen – und wie sieht es mit der Rolle des Unternehmens als Ankerinvestor aus?
Sport: Carlos Ubina (cu)
Von Carlos Ubina
Es ist ein schöner Tag im Hohenlohekreis. Die Sonne scheint, und in Mulfingen begegnen einem im Ortsteil Hollenbach viele strahlende Gesichter. Denn für den Sportausrüster Jako ist der 10. März auch ein besonderer Tag. Das weitere Engagement beim VfB Stuttgart wird verkündet, und aus der Landeshauptstadt sind die hohen Herren des Fußball-Bundesligisten zur Präsentation in das firmeneigene Teamcenter an der Amtstraße gekommen.
Der Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger, der Marketingchef Rouven Kasper und der Sportdirektor Sven Mislintat vertreten die VfB AG. Für das Familienunternehmen sitzen Nadine und Rudi Sprügel auf dem Podium. Tochter und Vater, Vorstandsvorsitzende und Firmengründer. Eine Verbindung voller Wertschätzung ist das zwischen den regionalen Partnern. Jako übernimmt 1,16 Prozent der Anteile und bezahlt dafür vier Millionen Euro.
Die Stellungnahme des Hauptsponsors
Ein überschaubarer Betrag, aber der VfB kann das Geld in Verbindung mit dem langfristigen Ausrüstervertrag (bis 2029) gut gebrauchen. Denn so wunderbar alles in Hollenbach erscheint, hundert Kilometer entfernt ziehen dunkle Wolken über dem Clubhaus mit dem roten Dach an der Mercedesstraße 109 in Bad Cannstatt auf. Der große Nachbar von gegenüber erwägt den Ausstieg in Etappen.
Die Mercedes-Benz Group AG (ehemals Daimler AG) will offenbar nicht mehr. Nach Informationen unserer Redaktion droht dem VfB zunächst, dass er seinen Trikotsponsor Mercedes-Benz Bank verliert. Noch ist aber nichts entschieden und es laufen Verhandlungen. Die Stellungnahme des Finanzdienstleisters auf Nachfrage lautet: „Die Mercedes-Benz Bank und den VfB Stuttgart verbindet eine langjährige und vertrauensvolle Partnerschaft. Mit all unseren Sponsoring-Partnern befinden wir uns im regelmäßigen Austausch zu unseren Engagements – so auch mit dem VfB.“
Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Wie der neue Investor mitreden will
Bis 2023 läuft der Vertrag, und aufseiten des VfB heißt es: „Der VfB Stuttgart pflegt eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit seinen Partnern. Wir befinden uns kontinuierlich im Austausch mit unserem Hauptsponsor, der Mercedes-Benz-Bank, sowohl zur aktuellen Partnerschaft als auch zur Verlängerung des Engagements über die Saison 2022/23 hinaus.“
Für die Stuttgarter geht es jedoch längst um mehr als offizielle Statements. Die Entscheidungen werden auf anderer Ebene vorbereitet, und es droht der finanzielle Kollaps. Der Ankerinvestor Mercedes (11,75 Prozent der Anteile) überdenkt einerseits seine Gesamtstrategie im Sportsponsoring. Dabei werden sämtliche Sparpotenziale diskutiert, wie der Ausstieg beim Tennisturnier auf dem Weissenhof belegt. Lokale oder globale Vermarktung lautet eine der Fragen.
Die Rolle von Präsident Claus Vogt
Andererseits hat der VfB seinen Fürsprecher in der Chefetage des Weltunternehmens verloren. Jahrelang setzte sich der Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth für seinen Herzensclub ein. Millionen flossen. Als Investor, als Sponsor, als Nachwuchsförderer, als Logenpartner, als Buslieferant. Gerne soll Porth die Summe von 100 Millionen Euro genannt haben, wenn es um Daimlers Finanzvolumen in den vergangenen zehn Jahren beim VfB ging.
Abgesehen von den 40 Millionen Euro, die Daimler 2017 nach der Ausgliederung der Profiabteilung in die VfB AG überwies, beläuft sich das Sponsoringpaket des Automobilherstellers aktuell auf jährlich etwa 16 Millionen Euro – das entspricht mehr als der Hälfte des gesamten Sponsorenaufkommens (31 Millionen Euro).
Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Blerta Smaili will mit dem VfB in die Bundesliga
Doch nun ist Porth nicht mehr da. Weder bei Daimler noch beim VfB. Der 63-Jährige legte sein Vorstandsmandat nach insgesamt 37 Jahren beim Autobauer nieder, und nach der Mitgliederversammlung des Vereins im vergangenen Juli trat er aus dem Aufsichtsrat der VfB AG zurück. Was viel mit seinem Verhältnis zu Claus Vogt zu tun hatte. Dem Präsidenten und seiner Amtsführung steht der selbst umstrittene Porth äußerst kritisch gegenüber. Im Falle einer Wiederwahl kündigte er seinen Ausstieg an – und Porth zog nach Vogts’ Triumph die Konsequenz.
Nach und nach könnte nun jedoch Wirklichkeit werden, was beim VfB schon lange befürchtet wird. Im Hause Mercedes wird keiner der auslaufenden Verträge mehr mit dem VfB verlängert. Was als Nächstes das Nachwuchsleistungszentrum treffen würde und anschließend das Bussponsoring. Selbst seine Rolle als Investor will das Unternehmen unter der Leitung von Vorstandschef Ola Källenius nicht mehr zwingend innehaben.
Ausstiegsszenarien werden auch hier geprüft. Entsprechende Verhandlungen hat es sogar schon gegeben. So soll Daimler bereit gewesen sein, seine Anteile vollständig zu verkaufen – mit einem Verlust von 15 Millionen Euro. Ein Finanzinvestor war bereit, das gesamte Aktienpaket von 24,9 Prozent zu erwerben, mit klaren Renditeabsichten. Hitzlsperger und Co. lehnten das Geschäft allerdings ab.
Im Vergleich dazu ist Jako nur eine kleine, aber durchaus feine Nummer. Planungssicherheit gibt sie dem VfB dennoch. Doch für große Sprünge reicht es nicht. Das wissen auch die Manager bei Mercedes. Sie halten dem Verein für Bewegungsspiele deshalb ein Bonbon für den Fall des Radikalausstiegs bereit: Die Namensrechte an der Mercedes-Benz-Arena könnten zurückgegeben werden. Die Marke mit dem Stern hatte dafür 2008 etwa 20 Millionen Euro netto bezahlt – für 30 Jahre. Ein Schnäppchenpreis.