Frank N Furter hat geschrieben:Natürlich erwarte ich heute von einem Profiverein, dass er eine Datenbank pflegt mit weltweit allen Trainern und deren Vita. Deren Stärken und Schwächen etc. Das gehört heute einfach dazu. Würde mich aber natürlich nicht wundern, wenn der VfB auch hier noch das digitale Zeitalter komplett verschlafen hätte.
Bitte zwei Dinge googeln:
1. "Mislintat" und "Matchmetrics"
2. "Besser Trollen"
Der Favre-Vorschlag dürfte aber ernst gemeint sein und der ist in der Tat gut. Ich würde es zwar auch lieber ohne Trainerwechsel schaffen, aber der Karren ist schon sehr verfahren. Siehe Iron:
Iron hat geschrieben:Aber nachdem die Langzeitverletzten wieder seit Wochen an Bord sind, nach der Winterpause und jetzt Trainingslager der Nagativtrend immer deutlicher wird (...)
Woher soll der Impuls zur Wende denn noch kommen? Wie soll der Glaube zurück kehren? Sollen wir uns jetzt etwa an der Rückkehr von Marmoush hochziehen?
Vielleicht geschieht ja ein Wunder, im Fußball ist bekanntlich vieles möglich. Aber wenn nicht... Wir bräuchten dann wohl einen Trainer, der Ruhe ausstrahlt - wie einst der erfahrene Stevens - oder Sicherheit vermittelt, wie Korkut mit seinem "einfachen" System. Favre vermittelt auch Sicherheit; seine Basisarbeit ist bekannt. Jemand wie Nico Willig, der das gleiche in Grün macht, oder ein anderer Trainer, der die Spieler einfach nochmal neu pusht, dürfte schlicht NICHTS bringen.
Die Mannschaft ist verunsichert, das ist ja offensichtlich und auch nachvollziehbar. Unsere mutige, schnelle Spielweise - siehe letzte Saison! - braucht aber Mut & Selbstvertrauen. Sonst funktioniert's nicht. Ich will "Hinten sicher stehen und dann kontern" nicht kleinreden, aber natürlich ist das eine Spielweise, die nicht so viel Selbstvertrauen voraussetzt. Man kann sich an einfacheren Aktionen aufbauen, eine gute Abwehraktion gelingt leichter als ein Risikopass.
Ich vermute, Matarazzo wollte gegen Frankfurt eine etwas "gesicherte" Spielweise haben. Darum die Viererkette, in der z.B. Silas als offensiver Außen weniger nach hinten absichern und mehr nach vorne rennen könnte. Wir haben Silas ja auch öfter mal für Konter gesucht, ging halt nicht auf. Stattdessen lagen wir quasi die ganze Zeit zurück, die längste Zeit, in der wir das Spiel unentschieden halten konnten, war nach dem 1-1. Und auch das nur, weil 15 Min. Halbzeit zwischen dem 1-1 und dem 1-2 lagen.
Der defensivere Ansatz konnte also kaum gezeigt werden, die Viererkette war meist eine Zweierkette, weil Sosa und Anton extrem hoch standen. Generell wirkte vieles konfus und unsortiert; der Versuch mit der Viererkette hatte einen extrem schlechten Start und dürfte damit gescheitert sein.
Kurz noch zu Silas:
Tja. Er war tatsächlich der Unterschiedsspieler: Gegen Frankfurt hat er uns das Spiel verloren.

Vor dem 0-1 hat er einen üblen Fehlpass im eigenen Strafraum gespielt, der hat zur Ecke geführt, nach der es geklingelt hat. Bei einer anderen Ecke in HZ1 hat man Müllers Kommando gehört und daraus wurde klar, dass Silas bei Ecken den Rückraum zu decken hat. Das hat er vor dem 1-2 schlecht gemacht bzw. falsch gepokert, weil er wohl auf einen anderen Spieler / Spielzug spekuliert hat. Hrustic stand frei, nächstes Gegentor.
Gleichzeitig war es nicht das erste Mal, dass wir nach einer Ecke aus dem Rückraum ein Gegentor bekommen haben. Wenn Frankfurt den Raum mit mehr als nur einem Spieler besetzt (um Silas zu überfordern), sollten wir vielleicht
irgendwann mal auf die Idee kommen, dass wir da auch nicht nur mit einem Mann abdecken.
Offensiv war's dann auch kaum was mit Silas. Und nun? Um wieder zu Irons Unterschiedsspieler zu werden, braucht Silas natürlich Spielpraxis. Aber es wird dauern und das heißt, dass wir die nächsten Spiele mehr oder weniger nur zehneinhalb Spieler auf dem Feld haben. Das können wir uns nicht leisten, gleichzeitig aber brauchen wir dringend den alten Silas. Teufelskreis.