AxelKruse_FG hat geschrieben:Es ist mir nicht bekannt, ob der Hersteller tatsächlich zur Verschrottung verpflichtet wurde (was ich mir durchaus vorstellen kann). Aber selbst dann läge allein der Materialwert des hochwertigen Stahls im mindestens 6-stelligen Bereich. Maschine und Aggregate lassen sich ohne weiteres kommerziell verwerten, auch dafür würde ich locker einen 6-stelligen Betrag ansetzen. Und ja, da sind mir Zahlen durchaus bekannt. Um nur diese beiden Punkte zu betrachten stellt selbst ein 50 Jahre alter nicht kampffähiger Leo 1 noch einen millionenschweren Wert dar, selbst wenn er verschrottet werden müßte. Die Unterstellung, der Hersteller wolle sich durch sein Angebot irgendwelcher Kosten entledigen, ist also falsch.
Also wenn Dir die Zahlen bekannt sind, dann mal raus damit. Würde mich interessieren (ernsthaft).
An das mit dem "millionenschwer" würde ich ein großes Fragezeichen setzen. Rechnen wir es doch mal ganz, ganz holzschnittartig durch. Ein Leo1 wiegt meines Wissens knapp über 40 Tonnen. Nehmen wir der Einfachheit halber mal an, dass dass ALLES Stahl ist (was nicht stimmt), dass man für die Entsorgung von Öl etc. nichts bezahlen muss, dass man Personalkosten vernachlässigt, dass man den ganzen Schmelzvorgang ausklammert (all das ist SEHR teuer), dann wären wir bei einer Million noch bei knapp 24.000 Euro pro Tonne Stahl. Der Stahlpreis auf dem Weltmarkt liegt irgendwo bei EUR 1.000 pro Tonne, für Stahlschrott irgendwo bei der Hälfte. Klar, Panzerstahl ist besonders hochwertig, aber wir haben ja schon SÄMTLICHE KOSTEN rausgenommen. Das mit dem Millionenwert kommt also vorne und hinten nicht hin.
Und selbst wenn man es nicht weiß, könnte man auf die Idee kommen und überlegen, warum wohl eine Rückgabe vereinbart wurde. Gewiß nicht wegen der kostspieligen Entsorgung, sondern natürlich wegen dem Wert dieser Gerätschaften.
Möglich. Wenn es um Kriegswaffen nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz geht, sind aber noch ganz andere Dinge denkbar. Zum Beispiel, dass die Hersteller diese Dinge in die Verträge reinschreiben müssen. Denn die Bundesregierung behält sich zB vor, beim Weiterverkauf solcher Waffen ein Wörtchen mitzureden (das erleben wir ja derzeit leidvoll). Dann wäre es auch sinnvoll, wenn die nicht auseinandergebaut und in Einzelteilen verkloppt werden. Vielleicht wollen die betreffenden Länder es auch schlichtweg nicht am Hals haben. Ich sage es ganz ehrlich - ich weiß es nicht. Es ging vor gut zwei Wochen durch die Presse, dass die besagten Schützenpanzer aufgrund vertraglicher Vereinbarung wieder nach Deutschland zurückgingen.
2. Ob und mit welchem Wert ein solcher Panzer bei Rheinmetall in den Büchern steht, ist mir nicht bekannt. Aber wer behauptet, daß ein Verkauf "unerwartet" viel Geld bringen würde, muß sowohl den Buchwert als auch den nun erzielbaren Verkaufswert kennen oder zumindest eine Ahnung davon haben. Wie sonst könnte ein Verkauf "unerwartet" viel Geld einbringen? Davon abgesehen, wo steht eigentlich, daß Rheinmetall verkaufen will? Ich habe bisher nur von "Angebot" gelesen. Nicht, daß sie die Dinger zum Schluß noch verschenken würden.
Genau. Ein börsennotiertes Unternehmen wird die verschenken. Das wäre mindestens ein Fall der persönlichen Haftung des Vorstands, wahrscheinlich auch gleich noch ein Fall für den Staatsanwalt wegen Untreue.
Mal ganz ehrlich: wenn das alte Gerät jetzt wieder fit gemacht wird, dann kostet das Geld. Und dann werden die nicht verschenkt, das ist ein Geschäft für die Hersteller. Und zwar eines, das sie sonst so nie im Leben gemacht hätten. Ich bin überrascht, wie man das in Frage stellen kann, aber mei.