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Wen wählt ihr am 13. März in Baden-Württemberg?

Umfrage endete am 12. März 2016 21:26

CDU
5
7%
Grüne
21
31%
SPD
6
9%
FDP
8
12%
Linke
5
7%
AfD
10
15%
Sonstige
1
1%
Ich nix Baden-Württemberg
11
16%

jagdhuette
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Halbdaggl
@FPA:

Ist es nicht eher so, dass alle die auf diese Werbung reinfallen:
1. bereit wären die NPD zu wählen und daher wirklich besser nicht wählen
2. ihr Recht eine Stimme abzugeben ein Stück weit verwirkt haben, dadurch dass sie nicht einmal die rein formalen Grundsätze ihres demokratischen Rechtes kennen

Es ist ja nicht so, dass hier auf eine sprachlich benachteiligte Minderheit abgezielt wird, sondern auf Leute die gerne so viel Protest demonstrieren würden, dass sie lieber zwei Mal gegen alles wären, als gar nicht.

Tifferette
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Grasdaggl
Verwirkung ist vielleicht ein wenig zu hart. Aber man kann auch sagen - wer derart blöd ist, der muss halt auch mit den Konsequenzen rechnen. Ist eine Form der natürlich-politischen Auslese.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)

crastro
Lieber redrum
@crastro: Die Gesetzeslage ist eben anders.

eben, genau deshalb schrieb ich von den "Gesetzen".

Dem Rest Deiner Ausführungen incl. Wahlverhalten kann ich mich anschliessen......nein, sogar solidarisch erklären.

Weder wähle ich die AfD noch hatte ichs vor ; mich haben hier nur die heuchlerischen Kommentare gestört des Untertons, als wären die "Anderen" sozusagen die reinsten Engel und immer im Interesse bzw. zwecks ernsthafter Vertretung ihrer Wähler unterwegs.

"sturgrtr",
bitte um Vergebung, aber wenn Du in den Jahren der Bundesrepublik nix wesentliches in Richtung "rechts" (die letzten paar Jahre vielleicht ausgeklammert) bemerkt hast ........ja, wo hast Du gelebt?
Kann Dich aber beruhigen. Sollte es "die Gefahr von Rechts" mal wirklich nicht mehr geben, dann wird die mit Sicherheit "geschaffen" werden; von was sollen denn die unzähligen vom Steuerzahler alimentierten Institutionen "dagegen" sonst leben?

Franky3103
sturgtr hat geschrieben:
crastro hat geschrieben:stugrtr,
da ich selbst so was wie "Flüchtling" bin, haben die in meinem Leben nichts, aber auch gar nichts verändert.....und "Angst vorm bösen Ausländer" ist mir derart fremd, das wirst Du kaum glauben.

Die einzigen "Argumente" für die AfD bestehen im totalen Versagen praktisch ALLER anderen Parteien, in sonst nichts.



Ein ähnliches Argument hatte die NSDAP ihrer Zeit. Ein sehr ähnliches sogar. Und versteh mich nicht falsch, ich bruddel auch gern und heroisch war politisch in letzter Zeit nix. Aber ein totales Versagen?! Es gibt Probleme ja, wie immer eigentlich, aber ich hab bis jetzt noch keine Zeichen für einen Kollaps oder ähnliches gesehen.

Was dieses Land in den letzten 70 Jahren gut geschafft hat, war den rechten Mob weit weg von irgendwelchen Entscheidungen zu halten und das scheint sich jetzt zu ändern. Ich bin ein noch relativ jonger Soicher und hab daher keine Hautnah Erfahrungen, aber es scheint als ginge es Deutschland die letzten 71 Jahre recht gut ohne rechtsextremistische Einflüsse. Von daher kann ich den Satus Quo nicht wirklich als Argument für die AfD auslegen. Und damit wäre ich bei meiner Rechnung wieder bei keinen Argumenten für die AfD und immernoch bei verdammt vielen gegen sie.


Sorry @strgtr. aber "den rechten Mob" weg von von der Macht zu halten, ist keine Leistung. Eine Leistung wäre es gewesen, im Osten der Republik DURCHZUGREIFEN!!!! Ums mal deutlich zu sagen.

Im übrigen kann ich sogar den einen oder anderen "Otto Normalverbraucher" dort gut verstehen, der keine Arbeit hat, bekommt und auf H4-Niveau dahinsiecht. Der sieht, wie der Bürger übergangen wird, und sich das Rechtfertigungsgehabe der etablierten Politiker antun muss, dass mit der gelebten Realität nicht das Geringste zu tun hat.

Bspw. gibt es ja den "angeblichen" Fachkräftemangel. Ich lache mich bei unseren Arbeitslosenzahlen und den H4-Zahlen über solche unverholenen Lügen schlapp.

Die Politik versagt seit Jahren gnadenlos und singt das Lied der Umverteilung und Volksverarsche immer mehr.

Das sind die Realitäten.

Und die Flüchtlingskrise löst jetzt genau das aus, was die sogenannten "Meinungsführer" mit Ihrem dummen Gelabere über die Jahre hinweg verursacht haben.

Hierzu gibts übrigens, ich hab den Link im regulären Politikfred reingestellt, einen erstklassigen Artikel, der ganz deutlich macht, was unsere abgehobenen Volksverräter (das sind sie nämlich), vom "mündigen" Bürger halten, nämlich gar nix.

Dazu passt auch im übrigen die völlig schwachsinnige Aussage von Stanislaw Tyllich, der in einem Interview doch tatsächlich die Frechheit hatte, die S21 Demonstranten mit seinem rechtsradikalen Pack gleichzusetzen.

Punkt.





sturgtr
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Granadaseggl
@Franky hab das auch nicht als Leistung o. Ä. gesehen. Ich hab nur drauf verwiesen, dass das 70 Jahre der Fall war und jetzt wieder eine rechtsradikale Partei Mitspracherechte bekommt.

Aber das will der gemeine AfD Wähler ja nicht hören
"I ... I don't believe it"

"That is why you fail."

Iron
Grasdaggl
Franky3103 hat geschrieben:Bspw. gibt es ja den "angeblichen" Fachkräftemangel. Ich lache mich bei unseren Arbeitslosenzahlen und den H4-Zahlen über solche unverholenen Lügen schlapp.

Das habe ich mich auch schon gefragt. Vor allem gibt es ein Mangel an Arbeitsplätzen bei guten Firmen.



Franky3103
sturgtr hat geschrieben:@Franky hab das auch nicht als Leistung o. Ä. gesehen. Ich hab nur drauf verwiesen, dass das 70 Jahre der Fall war und jetzt wieder eine rechtsradikale Partei Mitspracherechte bekommt.

Aber das will der gemeine AfD Wähler ja nicht hören


@sturgtr.: Schon klar, aber das was wir im Augenblick halt im Zus.-hang mit der Flüchtlingskrise sehen, ist, dass es den Leuten reicht. Und sie wählen halt Protest....

Das schlimme daran ist eigentlich, dass die etablierten Schwätzer das wissen, und sich nichts ändern wird.

Da wird halt weitergemacht wie gehabt.... Bis es dann mal richtig knallt...

Ich hatte letztes Jahr im Zuge der beginnenden Pegida-Demonstrationen ziemlich klar beschrieben, dass die Lunte glimmt....

Und sie glimmt mittlerweile ziemlich nahe an der Dynamitstange....



cordoba
Granadaseggl
Tifferette hat geschrieben:Neeeneee. In erster Linie geht es darum, sich leidenschaflich gegenseitig in die Klöten zu treten. Nach ein oder zwei Siegen herrscht dann kurz Burgfrieden, und keiner weiß, wie er damit umgehen soll. Und dann beschäftigen Fußballhansel auf einmal mit Politik, mit vorhersehbarem Ausgang. Aber nach ein paar Monaten gewöhnt man sich dran.


Ok.
Bei diesem Forum handelt es sich also um eine Vereinigung von Seggl, welche dem Masochismus frönen.
Weil der Antipode (Sodomist) "VfB" die gewohnte Dosis von Angst und Pein in letzter Zeit reduziert hat, verschafft man sich nun mit Derivaten aus dem Bereich Politik Abhilfe.

Hab ich das richtig verstanden?
Ich bin Brustringer ©







Airwin
War Illner gestern tatsächlich so kurzweilig wie der FAZ-artikel suggeriert :D ?

Wir brauchen mehr Kohl!
„Wer steht noch zu Merkel?“ fragte Maybrit Illner. Die Grünen, die Linke und die SPD, oder? Der Auftritt des Vizekanzlers Gabriel im ZDF weckt Zweifel. Edmund Stoiber ist für die CSU eindeutig: So geht es mit der Kanzlerin nicht weiter.

Es wird langsam Zeit, dass sich die Bundeskanzlerin wieder einmal eine Talkshow gönnt. Eine Stunde Redezeit bei Anne Will, das könnte Angela Merkel gut tun. Vorausgesetzt, sie hätte etwas anderes zu sagen als: „Wir schaffen das.“ Das hatten wir schon, als die Kanzlerin im vergangenen September die Grenzen öffnete, und das klang schon damals hohl. Jetzt, eine Million Flüchtlinge und eine polarisierte Gesellschaft später, wäre es an der Zeit, dass sich die Regierungschefin abermals erklärte. Vor dem Bundestag hat sie das getan, aber das haben vielleicht nicht alle mitbekommen. Und es kann ja auch nicht immer nur Peter Altmaier kommen und zu erklären versuchen, worauf die Hoffnung der Bundeskanzlerin beruht, dass es in der Flüchtlingskrise eine positive Wendung geben könnte :mrgreen: . In der Sendung von Maybrit Illner jedenfalls sprach davon nur einer und das mit allergrößter Vorsicht.

Vizekanzler Sigmar Gabriel übernahmen den Part, bei dem wir uns inzwischen daran gewöhnt haben, dass jemand von der SPD für die Bundeskanzlerin spricht :lol: . Zwar sagt auch Gabriel indirekt so etwas wie „Wir schaffen das“, ganz oben steht auf seinem Sprechzettel aber etwas anderes: Dass die SPD von Beginn an auf die Probleme hingewiesen und diese nie aus den Augen verloren habe, die der Zuzug von Millionen Flüchtlingen mit sich bringt. Und dass die Politik vor der Aufgabe einer zweifachen Integration stehe - „für die, die kommen und für die, die da sind“. Also für Zuwanderer und für Einheimische.

Gabriel will „neues Solidaritätsprojekt“
Will heißen: Die SPD bekommt so langsam mit, dass ihre Klientel - oder die, die früher einmal die Wählerschaft der Sozialdemokraten darstellte -, den Eindruck hat, für sie werde gar keine Politik mehr gemacht. An sie gerichtet sagte Gabriel einen Satz wie: „Wir brauchen ein neues Solidaritätsprojekt für unsere eigene Gesellschaft.“ Niemand soll abgehängt werden, es darf keinen Wettbewerb um den „vorletzten Platz“ in der Gesellschaft geben. Deshalb müsse Geld her für soziale Belange auf allen Ebenen und dürfe nicht gespart werden. Wer da an einen ausgeglichenen Haushalt denke, setze die falschen Prioritäten.

Solchermaßen teilte Sigmar Gabriel bei Maybrit einiges mit: Er nahm Finanzminister Wolfgang Schäuble unter Beschuss - die stärkste Figur neben Angela Merkel in der CDU. Und Gabriel signalisierte obendrein: Die SPD hat zwar noch keinen neuen politischen Kurs, aber sie hat verstanden :mrgreen: . Und geht somit auch dezent auf Distanz zur Bundeskanzlerin, die heute im linken politischen Spektrum Fans hat, die an ihr schätzen, wofür sie zuvor so verhasst war. Sie ändert ihre Meinung nicht und lässt laufen. :D

Das bringt jemanden wie den ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber selbstverständlich auf die Palme. Wer ihn nicht so oft sieht, durfte sich Maybrit Illner wundern (und dann vielleicht an den hohen Ton erinnern), dass dieser Stoiber zehn Minuten am Stück reden kann, ohne Atem zu holen und erst einmal eine Rede hält, obwohl wir uns doch in einer Gesprächssendung befinden :lol: .

Stoiber sieht Deutschland isoliert
Stoibers Punkt ist ein ganz wesentlicher, in dem ihm auch Gabriel nicht widerspricht: Die Bundeskanzlerin und durch sie Deutschland ist in Europa vollkommen isoliert. Es gebe seit Monaten keine Abstimmung mit den anderen EU-Staaten. „Das geht so nicht“, sagte Stoiber und wünschte sich – die Eingeweihten erinnern sich, wie sehr und wie oft er mit dem früheren Bundeskanzler über Kreuz lag – „mehr Kohl“.

Mehr Helmut Kohl, sollte das heißen, mehr Hören auf die kleineren EU-Staaten, Politik im Dialog. Man müsse die deutsche Bevölkerung und die europäischen Nachbarn mitnehmen. „Die anderen“, sagte Stoiber, „verlassen uns“. Niemand wolle den „den separaten Weg Deutschlands“ mitgehen. Die EU-Staaten sähen die Flüchtlingskrise inzwischen als deutsches Problem. Und da ist ja auch etwas dran. Und der Bundeshaushalt? Das werde wohl so wie damals bei der Wiedervereinigung sagte Edmund Stoiber auf Maybrit Illners Nachfrage. In dem Punkt wären sich CSU und SPD dann wohl schon einmal einig.


Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass niemand eine Lösung für die Flüchtlingskrise hat. Wie sollte man auch? Wo sollte sie auch herkommen? Wenn sich Abermillionen von Menschen aus dem Nahe Osten und aus Afrika gen Europa auf den Weg machen, wird es keine Grenze geben, die sie davon abhält. Insofern ist Angela Merkel, auf die sich alle Kritik konzentriert, selbstverständlich nicht „schuld“ an der Krise. Sie setzt nur die falschen Zeichen und ist nicht in der Lage, sich zu korrigieren :!: . Obwohl jeder weiß, dass die Integration von noch einer Million Menschen aus dem arabischen Raum und aus Nordafrika und noch einer und noch einer und noch einer nicht zu schaffen ist, tut sie so, als sei das alles nichts. Dass es sich anders verhält, sagte nun auch noch einmal Sigmar Gabriel.

Welchen Kurs hat die SPD?
Woraufhin die Moderatorin Maybrit Illner und der in der Runde sitzende Chefredakteur des Magazins „Cicero“, Christoph Schwennicke, nicht von ungefähr darauf verwiesen, dass die Haltung der SPD doch sehr widersprüchlich ist. Zuerst hat sie – wie Teile des Journalismus, vor allem des öffentlich-rechtlichen – die blinde Euphorie Angela Merkels mitgetragen, :!: inzwischen aber tun die Sozialdemokraten so, als seien sie von Beginn an skeptisch gewesen. Die SPD, meinte Schwennicke, habe nicht einmal einen falschen Kurs – sie habe gar keinen :lol: . Apropos Kurs und möglicher Kurswechsel: Dazu verwies Schwennicke auf die Äußerungen des Flüchtlingskoordinators Peter Altmaier in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, in denen er zum ersten Mal nationale Lösungen in Betracht zieht, welche die Bundesregierung bislang verteufelt hat, auch wenn ein EU-Mitglied nach dem anderen eine nationale Lösung sucht, die Grenzen schließt oder Flüchtlinge abweist. Auch wenn das mit einer „Lösung“ der Flüchtlingskrise nichts zu tun hat.

Doch es ist die wichtigste Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dass eine Gesellschaft nicht auseinanderbricht :!: . Was im Augenblick heißt, dass es mit einem Willkommensgruß plus Durchwinken nicht getan ist, wie verfahren die Lage auch sei. Es gebe nicht nur eine humanitäre Verpflichtung den Flüchtlingen gegenüber, sondern auch gegenüber den Hiesigen, sagte Edmund Stoiber, als Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, gesagt hatte, es sei eines jeden Christen Pflicht, die Flüchtlinge aufzunehmen. „Eine Begrenzung“, meinte hingegen Stoiber, sei auch ethisch vertretbar und zu verantworten, weil es darum gehe, „die Bevölkerung mitzunehmen“ und Europa selbstverständlich auch.

Darauf wiederum versteht sich nicht nur die Bundesregierung im Augenblick nur bedingt. Das werden die Parteien der Großen Koalition bei den anstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt zu spüren bekommen, bei denen die Krakeeler-Partei AfD wahrscheinlich (alp)traumhafte Ergebnisse erzielen wird.

Vom „Spiegel“ gibt es Sprechverbote
Und darauf verstehen sich auch einige Vertreter der veröffentlichten Meinung seit Beginn des Flüchtlingsstroms nicht besonders gut. Bei „Spiegel Online“ war gerade ein Kommentar von jemandem zu lesen, der den Chef des Paritätischen Wohlfahrtsverbands für die Vorlage des Armutsberichts geißelt, weil das doch „Schwarzmalerei“ sei, die sich „gerade in Zeiten der Flüchtlingskrise“ verbiete :lol: .

Das „Argument“ muss man sich vor Augen halten: Der Paritätische Wohlfahrtsverband, dessen Beschreibung von Armut in diesem Land sonst gerne verbreitet wird, soll leise sein, weil das ja irgendwie auch den Fremdenhass schüren könnte? Eine solche Bevormundung, ein solcher „Klappe halten“-Befehl wird noch übertroffen von dem Facebook-Post von Jakob Augstein, in dem er die sexuellen Übergriffe und Angriffe auf Frauen durch Täter arabischer und nordafrikanischer Herkunft in der Silvesternacht von Köln mit der Rudelbildung fremdemfeindlicher Blockierer um einen Flüchtlingsbus in Clausnitz gegeneinander aufrechnet und zu dem Ergebnis kommt, dass Clausnitz schlimmer als Köln gewesen sei. Da habe es schließlich nur ganze zwei Anzeigen wegen Vergewaltigung gegeben.

Und in Köln, war da was?
Dabei verrutscht Augstein nicht nur die empirische Basis – bei der Polizei sind inzwischen zu „Köln“ rund tausend Anzeigen eingegangen, davon ein hoher Anteil wegen Sexualdelikten. Er wartet auch mit einer perversen Dialektik des Verbrechens auf, wenn er schreibt: „Die Opfer von Köln waren ihren Tätern im unmittelbaren Moment der Tat unterlegen. Jene Frauen waren ohnmächtig und hilflos genau in dem Augenblick, als sie bedrängt und bestohlen wurden. Sie waren davor und danach ihren Tätern weit überlegen. Den Opfern von Clausnitz geht es anders: sie sind ihren Tätern vor der Tat unterlegen, sie sind es während der Tat und sie werden es hinterher sein. Sie sind immer unterlegen. Der Rechtsbruch von Köln brachte für einen kurzen Moment einen Bruch der Hierarchie mit sich, eine Umkehr der wahren Machtverhältnisse. Das liegt daran, dass in diesem kurzen Moment das Verhältnis zwischen Opfer und Täter auf die Maßeinheit der physischen Fähigkeit reduziert war. In ungefähr allen anderen Hinsichten waren und sind die Opfer von Köln ihren Tätern überlegen: Sprache, Staatsangehörigkeit, Bildung, sozialer Status, Vermögen, Rechtssicherheit, Selbstbewusstsein ...“

Alles klar? Die jungen Frauen, auf die in Köln Jagd gemacht wurde, waren den Tätern eigentlich „überlegen“. Nur gerade just und dummerweise in diesem Moment auf der Domplatte oder am Bahnhof nicht. Und die Täter waren und sind Opfer. Jakob Augstein hat sich mit der Einführung der „Maßeinheit der physischen Fähigkeit“ den Rat der Kölner Oberbürgermeisterin, Frauen sollten im Karneval und überhaupt am besten „ein Armlänge“ Abstand zu anderen halten, zu Herzen genommen und weiterentwickelt :lol: .

Immer nur eine Seite der Medaille
Es sind Überlegungen wie diese, denen man anmerkt, dass der Autor über eine Seite der Medaille unbedingt, über die andere aber gar nicht reden und auch von anderen dazu nichts hören will, welche die Atmosphäre vergiften. Dahinter steckt der Versuch, den Leuten ein X für ein U vorzumachen und einzureden, dass der nackte König die tollsten Klamotten anhat. Nichts beschert der AfD und ihren Konsorten mehr Zulauf als eine solche Attitüde.

Der Gefahren, die Verschweigen und Schönreden heraufbeschwört, sind sich die Parteien der Großen Koalition wenigstens bewusst. Das konnte man bei Maybrit Illner merken, wenn Gabriel und Stoiber sprachen. Wobei man im Fall von CDU und SPD sagen muss: Sie sind sich der Gefahren „inzwischen“ bewusst.

Bleibt nur die Frage, ob die Bundesregierung ihren Kurs in den nächsten Tagen nicht ändert und die Sicherung der Landesgrenzen nicht doch in Betracht zieht. Christoph Schwennicke meinte bei Maybrit Illner, es sei vergebens, darauf zu hoffen, dass Angela Merkel sich bewegt. Vielleicht tun das dann andere für sie? „Koalition der Wenigen – wer steht noch zu Merkel?“ – so lautete das Thema der Sendung von Maybrit Illner.