darkred hat geschrieben:Das haben Sie eigentlich (oder war es nur SM?) ausführlich begründet.
Man kam zu der Entscheidung, am Tag nach dem Unionspiel direkt handeln zu müssen, weil nicht alle hinter der Meinung zu versammeln waren, das Rino den Turnaround schafft...
Und wenn dass der Fall ist, hilft Hinwarten halt nicht weiter...
1. Wer sollen denn diese "alle" sein? Besser gesagt: Wessen Meinung soll denn da neben Wehrles und Mislintats noch so viel Bedeutung gehabt haben, so dass nichts anderes mehr in Frage gekommen sein soll, als eine ganz kurzfristige Entlassung? Das ist doch überhaupt nicht plausibel, oder?
2. Was war an dem Union-Spiel denn so außergewöhnlich neu und überraschend, was man nicht schon nach den schlechteren Spielen gegen Wolfsburg oder gegen Frankfurt gewußt hätte? Ich sehe jedenfalls nichts, wodurch man einen ganz exklusiven Handlungsdruck nach dem Spiel gegen Union Berlin begründen könnte. Das Union-Spiel zeigte eher trotz des unbefriedigenden Ergebnisses eine leichte Verbesserungstendenz.
3. Unmittelbar nach dem Wolfsburg-Spiel gab Mislintat noch zu Protokoll, dass der Trainer kein Teil der Analyse sei. Wo kam plötzlich der abrupte Meinungsumschwung her? Ist es nicht eher so, dass:
4. der VfB verschiedene Probleme im Spiel hat und hatte, welche schon seit vielen Wochen diskutiert werden? Waren das im Grunde nicht bereits genau dieselben Probleme, die in der Rückrunde der letzten Saison immer wieder kritisiert wurden? Wenn man dann zur Überzeugung kommt, diese Probleme hätten hauptverantwortlich etwas mit dem Trainer zu tun, hätte man schon vor 3-4 Wochen mit der Trainersuche parallel beginnen können. Zu schauen, wer gerade auf dem Trainermarkt ist und wer überhaupt willig wäre zum VfB zu wechseln, ist doch eine wichtige Entscheidungsgröße, um beurteilen zu können, ob man mit einem der aktuell verfügbaren Kandidaten überhaupt besser fahren würde. Was machst du denn, wenn sich nach so einer Kurzschluss-Trainerentlassung herausstellt, dass momentan kein Trainer verfügbar ist, der nicht nur kurzfristig den Feuerwehrmann spielen kann, sondern in den man das Vertrauen für die nächsten Jahre setzen will? Gerade durch diese selbst formulierte Anspruchshaltung verbietet sich doch ein unvorbereiteter Trainerwechsel schon von selbst?
5. Zumal, wenn der Interimstrainer ja ganz offen zugibt, dass er im Matarazzo-Style weiterspielen lassen will. Wenn man wieder einen langfristigen Trainer sucht, wäre es doch gar kein Problem gewesen Matarazzo noch den Rest der Hinrunde zu geben. Dass ein völlig unvorbereiteter Wechsel mitten in der Saison nicht gerade dazu angetan ist in aller Ruhe und Sorgfalt den Trainermarkt sondieren zu können, sollte ja hoffentlich allen klar gewesen sein?
Mir ist nicht wichtig wer an dieser unvorbereiteten Trainerentlassung persönlich wie viel "schuld" trägt. Wichtiger wäre, dass die Verantwortlichen sich aktiv miteinander eingestehen, dass eine unvorbereitete Trainerentlassung ohne dass eine besondere Not vorgelegen hätte, nicht noch einmal passieren sollte, wenn man die alten Zeiten im Trainerkarussel hinter sich lassen will. Ich hoffe also, dass sich die Verantwortlichen das nicht intern schönreden, sondern bereit sind aus eigenen Fehlern zu lernen.