Mein Gott, ich würde wirklich zu gern wissen, woraus sich diese ganz offensichtlich bewusste Faktenverweigerung speist. Ist es kognitive Dissonanz, kann nicht sein, was nicht sein darf? Statt einfach auf die Fakten zu schauen, raunt und orakelt man sich hier über tausende von Zeichen einen von der Palme, dass es nur so eine Art hat. Wohlgemerkt: wieder mal ohne einen einzigen Beleg. Erschütternd, für welchen anekdotischen Unfug manche Leute ihre Lebenszeit vergeuden.Zu den Fakten:
• Wie der VfB Stuttgart Doping organisierte: Eine Vizemeisterschaft mit Hilfe anaboler Steroide. Hunderte Tabletten eines harten Anabolikums bestellt der VfB Stuttgart. Ein neues Gutachten zeigt, wie Sportmediziner der Universitätsklinik Freiburg dabei geholfen haben, Fußballer zu dopen.
Quelle:
https://correctiv.org/aktuelles/fussbal ... anisierte/• Schon seit längerer Zeit gibt es Hinweise auf systematisches Doping im deutschen Profifußball - dabei stets im Zentrum der Ermittlungen: der VfB Stuttgart und der SC Freiburg.
Quelle:
https://www.stern.de/sport/fussball/bun ... 19418.html• Keine Doping-Kontrollen im spanischen Profifußball seit März 2016 (Anmerkung: der Artikel ist aus dem März 2017!)
• Die Verantwortlichen der Premier League hatten es gerade erst gepackt. Der Skandal um den Frauenarzt Dr. Mark Bonar, der vergangenes Frühjahr hohe mediale Wellen schlug, war in Vergessenheit geraten. Dass Bonar,
mit versteckter Kamera gefilmt, zugab , 150 britische Spitzenathleten, darunter auch
Fußballer, gedopt zu haben, ist längst kein Thema mehr im Tagesgeschäft Fußball. Dabei war im Zuge der Berichterstattung sogar Meister Leicester City belastet worden.
• Die Klubs halten sich nicht an die ohnehin laschen Regelungen zu den Aufenthaltsbestimmungen ihrer Profis. Pep Guardiolas
Manchester City etwa nahm die Dokumentation in dieser Saison wiederholt nicht allzu ernst und wurde mit einer lächerlichen Strafe von 35.000 Pfund belegt.
• Dopingexperte Thomas Kistner bekannte unlängst im SPOX-Interview, dass nach seinen Informationen Fußballprofis bei Kontrollen nicht immer auffindbar seien. Dabei handele es sich dann um sogenannte "No Shows". Die NADA erklärt gegenüber SPOX zu diesem Thema: "Ein Meldepflicht- und Kontrollversäumnis betrifft den Athleten an sich. Erst drei Meldepflicht- und Kontrollversäumnisse innerhalb eines Jahres stellen einen Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen dar." Dann droht eine Sperre von bis zu zwei Jahren. Im Fußball können Vereine jedoch erst sanktioniert werden, wenn drei Spieler dreimal nicht anzutreffen waren.
• Vergangenes Jahr hatten Recherchen der ARD und des NDR ergeben, dass es auch beim FC Bayern Ungereimtheiten gegeben hat.
Thiago Alcantara war demnach bei einer unangekündigten Kontrolle 2014 nicht auffindbar gewesen. Die NADA habe dem Bericht zufolge einen konkreten Doping-Verdacht gehegt und gezielt testen wollen. Gegenüber SPOX wollte die NADA nun diesen Verdacht weder bestätigen noch dementieren. Weder an Münchner Wohnort, noch am Trainingsgelände der Bayern war der Spanier damals anzutreffen. Laut der ARD/NDR-Recherchen und eines Berichts der Süddeutschen Zeitung von 2016 erhielten deutsche Kontrolleure, welche die NADA extra nach Barcelona entsendete, um in der für Thiagos damalige Knieverletzung zuständigen Klinik nach ihm zu suchen, vor Ort keine Information über den Aufenthaltsort des Spaniers. "Thiago? Kennen wir nicht."
Quelle:
https://www.spox.com/de/sport/fussball/ ... ite=4.html• Auch in Deutschland wurden Dopingfälle oft genug verharmlost und verschleiert. Dabei ist die
Einnahme des Aufputschmittels Captagon aus den späten 70er- bis weit in die 80er-Jahre in der Bundesliga bis runter in die Oberligen
durch zahllose Aussagen belegt. Unter anderem der inzwischen wieder beim VfL Bochum entlassene Trainer Peter Neururer hat dazu mehrfach ausgesagt. „Es ist mir bekannt, dass früher Captagon genommen worden ist. Viele Spieler waren verrückt danach.
Das war überall bekannt und wurde praktiziert. Bis zu 50 Prozent haben das konsumiert. Nicht nur in der zweiten Liga.“ Neururer bezog sich auf seine Zeit 1989 beim damaligen Zweitligisten Schalke 04.
• Und wie war das noch mit einer Umfrage des Fachmagazins „Kicker“ 1987? Demnach antworteten 31
Profis klipp und klar: „
Ja, es wird gedopt.“ • … wurde
Beckenbauer so zitiert:
„In der Bundesliga wird geschluckt und gespritzt.“Quelle:
https://www.fr.de/sport/sport-mix/verha ... 88195.html• König Fußball hinkt hinterher. Zumindest, was die Qualität von Dopingkontrollen betrifft.
Das Gros der Bundesligaprofis muss sich Trainungskontrollen nur in begrenztem Rahmen unterwerfen. Blutkontrollen gibt es gar nicht. Andere Sportarten sind da weiter. Fußballverbände anderer Länder auch.
• Nicht einmal unter diesen Vorzugsbedingungen klappen die Tests. Das zeigt der Fall Michael Ballack. Er wurde im letzten Jahr von Dopingkontrolleuren der UEFA vergeblich auf dem Trainingsgelände von Bayer Leverkusen gesucht.
• Auch in der italienischen Serie A werden Blutkontrollen vorgenommen. Seit 2005. Bekannt wurde dies, weil in jenem Jahr der damalige Nationalspieler Gennaro Gattuso bei einem kombinierten Blut-Urin-Test zwar brav ins Gläschen urinierte, den Bluttest aber verweigerte. Möglicherweise aus Respekt vor dieser Innovation.
•
Bundesligaprofis sind vor solchen Aufregungen gefeit. Blutkontrollen gibt es nicht.Quelle:
https://www.deutschlandfunk.de/gut-beza ... t-100.html• Die Zahl der Dopingkontrollen in den deutschen Fußball-Ligen bleibt weiter gering.
•
Gemessen an der Zahl der Kontrollen ist das Risiko eines Dopingtests für die Spieler aber angesichts der 2167 Proben jährlich ohnehin gering: Allein in den ersten drei Ligen sind über 1500 Profis aktiv. Die Nada testet zudem in den Frauen- und Junioren-Bundesligen und im DFB-Pokal auf verbotene Substanzen.
•
In anderen Sportarten werden die Kaderathleten im Durchschnitt alle paar Wochen getestet, auch unangekündigte Kontrollen der Sportler zu Hause sind selbstverständlich.
• Für viele leistungssteigernde Substanzen ist das Nachweisfenster nur kurz. Oft sind sie auch nur im Blutserum nachweisbar.
Quelle:
https://www.tagesspiegel.de/sport/zahl- ... 28417.html•
NADA räumt DFB und Vereinen Sonderregeln ein: Im deutschen Profifußball gibt es nach BR-Recherchen im Verhältnis zur Anzahl der Spieler nach wie vor wenige Dopingkontrollen. Außerdem räumt die Nationale Anti-Doping-Agentur NADA dem DFB und den Vereinen Sonderrechte ein.
• Doping im Fußball macht vor allem im Trainingslager Sinn. Da sind sich die Experten einig. Dann, wenn sich die Spieler von Blessuren erholen und sich auf die Saison oder die Rückrunde vorbereiten. Wie jetzt im Januar zum Beispiel. Doch nach BR-Recherchen wurde in der Winterpause nicht einmal jeder zehnte Erstligaspieler getestet. Bei RB Leipzig kam im Trainingslager sogar überhaupt kein Dopingkontrolleur vorbei.
• Wettkampfkontrollen in der Saison 2015/16 -
Mögliche Kontrollen: 66.472 -
Code
Tatsächliche Kontrollen: 1.395 (Quelle: Nationale Anti-Doping Agentur NADA)
• Das durchschnittliche
Risiko für einen Spieler nach einer Partie
getestet zu werden, liegt also im deutschen Profifußball
bei nur knapp über zwei Prozent. Zwar werden etwa Nationalspieler deutlich häufiger getestet. Allerdings bedeutet das auch, dass das Risiko für Spieler, die nicht unter besonderer Beobachtung stehen, noch geringer ist.
Quelle:
https://www.br.de/themen/sport/inhalt/d ... n-100.html• Trotz vollem Wettkampfbetrieb ist der Antidopingkampf in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga weiter eingeschränkt. Wie die Nationale Antidopingagentur Nada am Mittwoch bestätigte,
finden trotz der Wiederaufnahme der Spiele
kaum Trainingskontrollen statt. Auch Blutproben können nicht wie üblich genommen werden, weil es wegen der Coronapandemie an medizinischem Personal fehlt.
Quelle:
https://www.spiegel.de/sport/fussball/d ... 1f252da7d2• Im Jahr 2016 wurden im Profifußball 2145 Proben genommen (Training: 663; Wettkampf: 1482). Das klingt zunächst nach einer stattlichen Zahl, Dopingkontrollen im Fußball kommen im Vergleich zu anderen Sportarten und der Anzahl der Sportler aber selten vor.
Mancher Kicker wird kein einziges Mal im Jahr kontrolliert, andere ein- bis dreimal.
Quelle:
https://www.augsburger-allgemeine.de/sp ... 41526.html•
Die ganz Schlauen dopen sogar positionsbezogen. Der französische Arzt und Dopingexperte Jean-Pierre de Mondenard sagte 2010: "Ein Stürmer kann mit einem Stimulanz wie Ephedrin seine Antrittsschnelligkeit erhöhen. Einem Torhüter dagegen hilft Cannabis, um ohne Hemmungen aufzutreten."
https://www.zeit.de/sport/2015-03/dopin ... e-2?page=2• Blutdoping im Fußball? Kein Thema! Das ist die Position des DFB. Doch jetzt deuten die Ergebnisse einer Studie des Nationalteamarzts auf Manipulationen hin:
Bei Profis wurden in der Saison 2008/2009 auffällig hohe Blutwerte festgestellt.https://www.spiegel.de/sport/fussball/d ... 19354.htmlJetzt kommen ein paar 1000 Dollar Fragen:
Wenn Doping im Fußball gar nichts bringt, die Spieler/Vereine es also gar nicht brauchen: Warum wird dann trotzdem - wenn auch, verglichen mit anderen Sportarten in erschreckend geringem Maße - getestet?
Und warum findet man dabei dann gedruckte Fußballprofis?
Warum versuchen Fußballprofis, sich den Tests zu entziehen?
Warum gehen Profis von Real und Barca bei einem Frauenarzt zur Behandlung?
Und - last but not least - was fällt eigentlich
DFB-Arzt Tim Meyer so ein wenn er sagt:
„Keine Frage! Doping würde auch im Fußball was bringen“?Fazit:
mappes + bessere Rechtschreibung = SD
Letzte Frage, mappes: Da wo du gerade ohne künstliche Sauerstoffversorgung rumhängst: Kann man da schon die Erdkrümmung sehen?
"Ein Wort, Herr! Sag mir nur ein einziges Wort in diesem Elend!" - "Ich sage dir sogar zwei: Guten Appetit!"
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"Es gibt keine Lösung. Weil es kein Problem gibt."