higgi hat geschrieben:4-3-3. Das ist nicht etwa eine Safe-Kombination, sondern das neue Spielsystem des VfB Stuttgart
Der Artikel passt in diesen Thread. Er ist schlecht.
Manchmal bot der Italo-Amerikaner daher eine Vierer-, manchmal eine Dreierkette auf. Mal zwei Sechser, mal ein Dreier-Mittelfeld. Mal zwei Stürmer, mal nur eine Spitze. Kurzum: Pellegrino Matarazzo ließ viel rotieren.
Völlig übertrieben. Der Autor vergisst, dass Matarazzo mehrere Saisons beim VfB war. In der Aufstiegssaison gab es bei uns z.B. den zentralen MF-Block mit zwei Sechsern und zwei OM davor. In der Saison darauf hatten wir einen anderen Mittelfeld-Kader und ein anderes System. Matarazzo hatte eigentlich immer ein Haupt-System.
Der erfahrene Coach [Labbadia]setzt im Gegensatz zu Matarazzo aber auf ein festes Spielsystem und wechselt dieses selten
Erstens Schwachsinn, s.o. Zweitens: Unnötiger "erfahren" gegen "dummer Anfänger"-Subtext. Wie sieht der Autor Urs Fischer, der die Winterpause dazu nutzt, bei Union ein zweites System einzustudieren, um besser variieren zu können? (Quelle: kicker)
Überhaupt sind Bruno Labbadia Automatismen sehr wichtig.
Wie jedem anderen Trainer auch.
Er wolle die Mannschaft in kein System pressen, dass nicht zu ihr passt. Und offenbar ist nach den ersten Wochen die Erkenntnis: Dieser VfB soll im 4-3-3 spielen.
Der VfB hat unter Wimmer auch schon im 4-3-3 gespielt. (Plus: Dass-Fehler.

)
Das wichtigste Element dieser Formation: Die Spieler müssen eine hohe Laufbereitschaft und viel Einsatz mitbringen.
In Matarazzos bevorzugtem System mit 3er-Abwehr war die hohe Laufbereitschaft erst Recht wichtig. Und Moment... hmm... ich glaube, das gilt heutzutage eh für JEDES System.
Ein weiterer Kniff: Lässt sich Wataru Endo für den Spielaufbau zwischen die Innenverteidiger fallen, rücken die Außenverteidiger hoch auf.
Oh, ja, der 6er, der sich für den Spielaufbau zwischen die IV fallen lässt. Das war mal der heiße Scheiß beim HSV... ich glaube, als Thorsten Fink dort Trainer war. Da wurde ein Riesending draus gemacht, sensationeller taktischer Schachzug! Damals.
Der einzige Haken am neuen Spielsystem: (...) Da es in dem Spielsystem keine klassischen offensiven Außenbahnspieler gibt, müssen [Dreier-]Mittelfeld und Angriff gegen den Ball viel auf die Flügel ausweichen.
Die drei MF-Spieler mussten auch bei der 3er-Abwehr "gegen den Ball viel auf die Flügel ausweichen". Wenn der Gegner den Konter startet, aber die Schienenspieler wie Sosa oder Silas noch vorne waren. (Das war ein großes Problem bei Matarazzo; zu viele Lücken, vor allem seit es diesen MF-Block aus der Aufstiegssaison nicht mehr gab.)
Das bedeutet für Endo, Ahamada, Millot und Co.: Laufarbeit, Laufarbeit, Laufarbeit. Dass die VfB-Profis gerade in den Laufstatistiken die hinteren Plätze in der Bundesliga belegen, hat Labbadia erkannt. Er lässt seine Spieler daher aktuell intensiv schuften, damit das System umsetzbar ist.
Laufarbeit war auch davor schon wichtig, s.o. Wir haben schon zu Beginn der Spiele zahlreiche Gegentore gefangen. An der fehlenden Kondition wird's also nicht gelegen haben. Dennoch wird hier eine Entschuldigung aufgebaut, falls es unter Labbadia nicht gleich super läuft: Die Spieler sind einfach nicht fit genug, weil der Vorgänger geschlampt hat.
Der ganze Text dient nur diesem Ziel.
Und deshalb ärgere ich mich so darüber.
Ganz sachlich:
Die entscheidende Frage dürfte sein, wie Labbadia das 4-3-3 spielen lässt. Wenn es tatsächlich offensiv werden soll, wenn die AV oder die 8er weit nach vorne aufrücken, wird sich nichts an unserem zu langsamen Angriffsspiel und der Konteranfälligkeit ändern.
Wird es defensiv ausgelegt, mit AVs, die nicht zu weit aufrücken und einem Mittelfeld, das defensiv orientiert ist, kann das aufgehen. Allein schon, weil wir zahlenmäßg viel mehr Spieler hinten haben. So war's bei Hertha, so erwarte ich es auch bei uns.
Obwohl Labbadia ja gerne ganz anders spielen lassen würde. Aber die Spieler sind halt noch nicht so weit.
