schwaebi hat geschrieben:@thosn: schreibst du auch warum dir das zu weit geht?
Bitte erinnere dich z.B. auch mal an den Fall Kachelmann.
Hm. Natürlich habe ich gerade keine Statistik parat - aber gefühlt ist das einer von 100?!
Also dass der Mann, wie von dir im Rahmen einer anderen Gesetzeslage erwünscht, den Nachweis zu erbringen hat, dass der Sex einvernehmlich war?
Ich denke, dass wir zum einen in unserem Rechtssystem den Grundsatz pflegen: wenn
nur Aussage gegen Aussage steht, ohne begleitende andere Beweismittel, dann kommt es zu keiner Verurteilung wegen
in dubio pro reo. Würde man da einen Unterschied machen zwischen der Aussage eines Mannes und der einer Frau, wären sofort andere Grundrechte verletzt, bzw. mindestens in Frage gestellt.
Zum anderen, denke ich, dass eine echte Gleichberechtigung für Frauen auch darin bestehen muss, dass die Frau genauso als sexuell aktives Wesen begriffen wird, wie ein Mann. Auch eine Frau kann begehren und auch einen Vorgesetzten begehren. Moderne Frauen haben auch im positiven Sinne sexuell dieselben Rechte wie Männer.
Frauen sind in der Regel körperlich schwächer und wenn ein Mann sich eine Frau mit Gewalt nimmt, dann bin ich absolut dafür diesen Geschlechterunterschied zu werten. Wenn aber keine körperliche Gewalt im Spiel ist, möchte ich grundsätzlich Frauen und Männer gleich betrachten.
Aber ich weiß natürlich, dass damit noch nicht das Problem gelöst ist. Für mich müssen Frauen zur Problemlösung auch damit beitragen, dass sie sich in Abwesenheit körperlicher Gewalt, wenn nur noch die Machtposition eines Mannes bleibt, dass sie sich dann auch auf Kosten von Karriereversprechungen zurücknnehmen. Das kann im Einzelfall mit Nachteilen verbunden sein, ich sehe allerdings kaum eine andere Lösungsmöglichkeit. Frauen müssen sich selbst ermächtigen.
Bitte denke in diesem Fall auch mal an die Frauen, die sich z.B. einem Weinstein wie selbstverständlich widersetzt haben. Die haben größtenteils dann auch alle keine große Karriere gemacht. Mussten dann aber den Frauen zuschauen, die z.T. sehr große Karrieren machten, die die Solidarität unter Frauen aufgekündigt haben und sich sehr bewusst mit Weinstein einließen, um Karriere zu machen. Diese Frauen sind für mich nicht nur Opfer (das können sie durchaus weiterhin auch sein), sondern auch Täterinnen, indem sie so ein beschissenes System am Laufen halten.
Beantwortet das deine Frage?