Auswurf hat geschrieben:immer am Steinguttopf gewetzt.
Mach ich immer
- bzw am Boden einer Tasse, oder eines Untertellers
Hat mir meine blöde Ex beigebracht.
Die Sonnenseite der Schattenseiten
Ich hab das von meiner Oma gelernt. Wie so vieles andere auch, wie mir gerade mal wieder bewusst wird.
Für das Messerwetzen hat sie mich am guten Rosenthal-Sonntagsporzellan üben lassen, weil:
"Egal, ist ja nur die Rückseite."

Sie hat mich auch das Alphabet und das kleine Einmaleins gelehrt und war dafür verantwortlich, dass ich mit viereinhalb schon halbwegs gut lesen konnte (Ich wollte aber eben auch wissen, was in den Sprechblasen meiner Lasso- und Silberpfeil-Comics steht!).
Meine Mutter erzählt mir heute noch immer wieder mal voller Stolz die Geschichte, wie ich an meinem ersten Schultag im Büro bei der Rektorin typisch naseweis gespickelt und laut vorgelesen habe:
"W... i...rrr...d - e...ein...ge...schuuuult"
Den Gesichtsausdruck selbiger Rektorin in diesem Moment kenne ich leider nur aus mündlicher Überlieferung.
Ach ja, und Schuhe binden, Schleife machen ... habe ich auch bei ihr gelernt, also bei Omi.
Sie meinte, zur Musterung sähe das einfach vorzeigbarer aus... (Scherz).

Meine Oma ist naturgemäß natürlich auch nicht mehr da, aber erinnerungstechnisch ist das halt natürlich eine ganz andere Baustelle. Ohne irgendwelche schlechten Vibes.
Außerdem verdanke ich ihr meine Liebe zu Milchkaffee und kann bis heute die Tasse nicht wegwerfen, in die sie mir anno irgendwas meinen ersten "Kinderkaffee" reingebrüht hat. Auch wenn die bei einem mittelstarken Huster in die falsche Richtung mittlerweile wohl endgültig in sämtliche Einzelteile pulverisiert werden würde und dementsprechend schon lange nicht mehr benutzt wird.
Aber diese Tasse ist ein fucking Relikt!
Danke, Omi! Für alles!
