higgi hat geschrieben:Ohne Mislintat würden wir in den Niederrungen der 2. oder 3. Liga rumdümpeln.
Satire?
Mit Mislintat krebste der VfB 3 verlorene Jahre lang immer zwischen zweiter Liga und Abstiegskampf in der ersten Liga. Das größte sportliche Highlight der gesamten Mislintat-Ära war ein verhinderter Abstieg in der letzten Spielminute.
Nur mit viel Glück, hat der VfB diese wirtschaftlich desaströse Zeit überhaupt überstanden und muss sich nun noch eine ganze Weile davon finanziell erholen. Diese Idee, die hier immer noch herumgeistert: Mislintat habe den VfB durch seine erwirtschafteten Transferüberschüsse gerettet, ist heute immer noch genauso naiv wie damals. Der VfB hat durch die sportliche Talfahrt dutzende Millionen an Vermarktungserlösen und Fernsehrechten verloren. So viel kann man gar nicht mehr transferieren, wie da den Bach runter ging. Zumal diese Transferüberschüsse bis heute niemand belegen kann, weil keiner die konkreten Zahlen kennt, also auch nicht die Millionen die an Berater, oftmals dubiose Agenturen oder Handgelder geflossen sind.
Und der sportliche Niedergang muss ihm hauptursächlich angelastet werden, weil er in seiner Alleinherrscher-Attitüde neben sich auch keine starken Trainer duldete. Er hielt viel zu lange an einem abhängigen Trainer wie Matarazzo fest, den er als Trainerneuling komplett kontrollierte. Als der Druck wegen der anhaltenden sportlichen Misere zu hoch wurde, wollte er mit Wimmer gleich seinen nächsten Trainernovizen seiner Gnade installieren. Jemanden wie Hoeneß wies er zurück, weil er wahrscheinlich schon befürchten musste, dass dieser eigene Vorstellungen haben könnte, was das gesamte Teambuilding betrifft. So ist es auch absolut kein Zufall, dass es für den VfB nach Mislintats Rückzug wieder sportlich nach oben ging.
Mislintat war für den VfB ein einziges sportliches und damit auch wirtschaftliches Desaster! Da gab und gibt es nichts zu beschönigen. Dass das so lange beschönigt wurde, bzw. dass der sich so lange beim VfB irgendwie durchwurschteln konnte, sagt leider auch eine Menge über den Zustand des Vereins zu jener Zeit aus. In jedem gut funktionierenden Verein, hätte Mislintat das erste Jahr nicht überlebt. Also genau das, was er jetzt bei den anderen Vereinen auch erlebt.
Es sollte jedem einleuchten, dass man bei der irren Komplexität, die dieses Fussballgeschäft mit sich bringt, bei der enorm schwierigen Planbarkeit von Erfolg, existentiell wichtig ist, dass man sich nicht einem Allesbestimmer ausliefert, sondern ein Team aufbaut, in dem unterschiedlichste Ansichten und Meinungen vertreten sind, Diskussionen stattfinden und alle Entscheidungen gemeinsam reflektiert werden, damit man Fehler vermeidet, bzw. aus gemachten Fehlern wirklich auch was lernt.