killroy hat geschrieben:Das nicht. Aber für einen Teil wird es ungemütlich bis gefährlich. Ich stehe auf deren Seite.
Solche Argumente höre ich oft- von Weißbroten, die im Alltag keinen Bezug zu migrantischem oder queerem leben haben. Selbstverständlich meine ich damit nicht dich oder andere hier, kenne euch ja alle nicht
Das hat aber wenig mit "Demokratie" zu tun, sondern mehr mit Minderheitenschutz.
Es scheitert ja schon daran, dass es gar keinen wirklichen Demokratiebegriff gibt. Irgendwie Teilhabe des Volkes, aber wie und in welcher Form steht halt nirgendswo. Sowohl wir als auch die USA sind ein demokratisches Land, trotzdem sehe ich da diverse Unterschiede. Auf dem Papier ist auch Russland demokratisch.
Es wäre zum Beispiel auch eine Form der Demokratie denkbar, in der es wirklich nur nach Mehrheiten geht zum Beispiel mit einer starken, direkten Demokratie. Das wären besonders schlechte Nachrichten für die Leute von denen du redest, denn für die meisten Menschen endet Gleichberechtigung usw. am Gartenzaun. Wir alle unterstützen liberale Positionen, sofern wir dafür nicht unseren Fernsehsessel verlassen müssen und vor allem soweit es für uns keine (augenscheinliche oder realen) Nachteile hat.
Nehmen wir mal an, wir führen eine Migranten oder LGBT Steuer ein, lass dies meinetwegen 20 Euro im Monat sein. Da wären die Sympathien aber ganz schnell weg geschwonnen. Für dich vielleicht nicht, weil du es eben im täglichen Leben hast. Allerdings darf ich dir dann natürlich nicht deine moralische Überlegenheit lassen.
Was ist zum Beispiel mit polyamoren Menschen, solche die mit mehr als einem Partner zusammen leben? Wo ist ihr Recht zu heiraten? Es gibt für solche Menschen eben keine Lobby. Warum gibt es da keine Initiative wie bei der Homo-Ehe?
Dann heißt es dann "Ja, steigt doch in die Kiste mit wem ihr wollt!" (als ob es nur darum gehen würde) oder "Es diskriminiert euch doch keiner, ihr könnt ja trotzdem alle zusammen leben!" Das stimmt dann zwar, allerdings betraf das eben auch die Homosexuellen bereits vorher. Trotz hat man dann (zu Recht) lange dafür gekämpft, dass die Homoehe eingeführt wird.
Schlagen wir den Bogen zurück zur Demokratie. Man könnte nämlich sogar so argumentieren, dass die Abschaffung der Demokratie höchst demokratisch wäre.
Ein gemeinhin bekannter Propagandaminister sagte einmal "Ich habe ja niemand gezwungen, mein Mitarbeiter zu sein, so, wie wir auch das deutsche Volk nicht gezwungen haben. Es hat uns ja selbst beauftragt." Dies ist natürlich nicht ganz korrekt, weil damals noch ganz andere Sitten herrschten mit Schlägertrupps, Einschüchterungen usw.
Heutzutage sieht das aber eben anders aus. Die Menschen wollen keine Demokratie mehr, sie sehnen sich nach dem "starken Mann" der alle Probleme löst. Das mit einer Diktatur alles besser wird, ist ja nun auch keine neue Entwicklung. Selbst die Bibel spricht ja schon vom Königreich Jesu dass kommen mag und nicht von der Republik Jesu wo ihm noch 30 Minister reinreden. Leider haben wir jedoch keinen Jesus, sondern einen Trump, einen Gauland usw.