Tamasi hat geschrieben:"Meiner Familie geht es jetzt schlechter als vor vier Jahren!" - hätten auch an ihm geklebt.
Das ist halt der Klassiker in einem Wahlsystem, das nur zwei Parteien hervorbringt, und speziell in den USA: natürlich geht es der Familie schlechter als vor vier Jahren, weil die Republikaner die Kohle einer kleinen Gruppe in die Taschen packen und die Demokraten dann das Loch stopfen müssen. Sowas muss man als Wähler schon sehen, aber das gelingt den Leuten in anderen Ländern ja auch nicht – da muss man sich ja nur mal anschauen, wie sehr die Grünen jetzt für Versäumnisse der CDU bzw. großen Koalitionen bestraft werden.
Tamasi hat geschrieben:Und nein, das liegt nicht daran, dass die Amis doof sind.
Naja – mich beschäftigt eher die Frage, ob andere Wahlbevölkerungen mittlerweile genau so dumm sind wie die Amis, siehe oben. Nicht ganz, glaube ich.
Kommt auch drauf an, ob man bereit ist, Dummheit nüchtern zu definieren: nicht nur als Mangel an Bildung, sondern unabhängig davon bzw. darüber hinaus als Mangel an Informationen, Erfahrungen und Fähigkeiten.
Insofern – auf die USA bezogen – kann man es sich mit Chauvinismus erklären, mit dem eine massive Selbstüberschätzung einhergeht: wenn man das politische System und die Wahlen als Konflikt wahrnimmt, in dem es nur einen Sieger und einen Verlierer geben kann, am liebsten vielleicht sogar dauerhaft, dann kann wohl sowas zustandekommen. Dann gibt es genug Leute, die sich ausrechnen, dass sie auf der Gewinnerseite rauskommen – vielleicht sogar umso eher, je mehr Verlierer es gibt, denn dann bleibt ja umso mehr für die Gewinner übrig. Oder was für einer kruden Logik die da auch immer folgen. Ist halt falsch, weil es nur für die berühmten 1 Prozent funktioniert.
Wer das nicht sieht, ist schon dumm. Es sollte einen ja weniger wundern, wenn es zum zweiten Mal passiert, aber mich wundert es mehr. Die einzigen Stimmen für das Arschloch, die ich nachvollziehen kann, sind die einer kriminellen Elite. Schurkenstaat USA.