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CoachingZone
Halbdaggl
RedBlues hat geschrieben:Am Ende kann man jeden Film meiner Meinung auf eine einfache Frage reduzieren, hat der Film gefesselt und oder berührt? Wenn ja, guter Film, wenn nein kein so guter Film.

Meiner Meinung muss ein Film wie ein Buch wie eine musikalbum fesseln, tut er das nicht bin ich danach nicht so happy über den Film.


Das gilt doch generell für Kunst und ist eine uralte Betrachtungsweise.

Ursprünglich aus der antiken Rhetorik stammend, gelten docere (belehren), movere (bewegen) und delectare (erfreuen) auch als die drei Grundprinzipien, nach denen die Qualität einer Rede beurteilt wird. Später wurde dann beispielsweise in der französischen Klassik mit dem plaire et instruire auch ein Anspruch an jede Form eines literarischen Werks (Text oder Theaterstück) formuliert.

Anhand dieser drei genannten Prinzipien kann man auch die Wirkung eines jeden Films, Musikstücks, Bilds, etc. für sich selbst beurteilen. Ob man nun eher der Typ ist, der sich an einem Werk ergötzt oder eher berührt werden möchte oder an einer Erweiterung des Wissens/Entwicklung der Persönlichkeit interessiert ist, das liegt halt in der Natur des Einzelnen. Und wenn einer Tränen heult bei einem Musikstück, das ein anderer seicht und belanglos empfindet, dann sind die Ansprüche ans Bewegen einfach unterschiedlich.

Und deshalb ist auch die Unterscheidung zwischen U und E oder zwischen Popkultur und Kunst oder zwischen Kunsthandwerk und Kunst immer eine Frage der persönlichen Einschätzung, auch wenn die Berufskritiker das anders sehen...
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

- Charles Maurice de Talleyrand -

jagdhuette
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Halbdaggl
Keiner hat behauptet, dass Spielberg ein schlechter bzw. unwichtiger Regisseur ist. Aber er macht mittlerweile einiges an Scheiss um eine Menge Geld zu verdienen. Seine Filme locken die Massen ins Kino und suchen sich gerne mal ein aktuell relevantes Thema. Das nenne ich Mainstream. Trotz allem kann man sich davon einiges anschauen. MMn allerdings eher trotz Spielberg und nicht wegen Spielberg.

spielerfrau
Granadaseggl
"Bedeutend" ist nunmal was völlig anderes als "talentiert". Darüber könnte man reden. Wer ist der bedeutendste noch lebende Maler oder Architekt? Verspür da überhaupt keinen Drang mir die Frage zu beantworten. Macht für mich einfach wenig Sinn, weil selten jemand sein ganzes Leben prägend bleibt. Wär auch furchtbar langweilig.

zeugwart
Granadaseggl
die benutzung des wörtchens „mainstream“ deutet in meiner wahrnehmung meist auf eine gewollte, beinahe schon inszenierte abgrenzung zum „massengeschmack“ hin. kann man so machen, man sollte aber nicht außer acht lassen, dass die masse durchaus auch das recht, auf einen vom eigenen dünkel abweichenden geschmack hat. und manchmal ist einfach auch beides richtig und beides gut… in aller regel abhängig von den eigenen erwartungen an ein wie auch immer geartetes erlebnis, sei es im kino, im fernsehen, theater, museum, in der literatur, kunst oder sonstwo. ich bin weder ungebildet noch ignorant oder unsensibel… und dennoch habe ich keinen anspruch an „anspruch“. mir genügt es fürs erste, wenn mir eine geschichte X so erzählt wird, dass ich deren ende kennen will. und wenn das ende scheiße ist, ist für mich einfaches gemüt auch die geschichte scheiße. einfach, weil ich keinen bock darauf habe, nach einem film schlecht gelaunt, traurig, wütend oder sonst wie negativ berührt zu sein. insofern stehe ich tierisch auf mainstream, da passiert sowas nämlich selten.


RedBlues
Halbdaggl
Und deshalb ist auch die Unterscheidung zwischen U und E oder zwischen Popkultur und Kunst oder zwischen Kunsthandwerk und Kunst immer eine Frage der persönlichen Einschätzung, auch wenn die Berufskritiker das anders sehen...


Das trifft es ganz gut, es ist stark davon abhängig was der persönliche Geschmack ist und auch abhängig davon in welchem Gemütszustand man einen Film schaut.

Ich bin was Kunst angeht, vor allem Film Theater, Malerei, ein absoluter Banause, ich erhebenda keinen Anspruch etwas besser zu wissen, ...

... was ich meine bewerten zu können ist die Handlung, und da erwarte ich mir auch von den Mainstream-Kasserfüllern häufig einfach ein bisschen mehr Logik und Strigenz in der Handlung. Ein film sollte mehr hergeben als die Aneinanderreihung von Actionszenen und CGI Effekten.

Muss ja gar keinen Tiefgang haben, aber aber grobe Logikschnitzer die einem sofort ins Auge fallen machen mir einen Film kaputt.


zeugwart
Granadaseggl
Kultur muss doch auch mal aufrütteln dürfen.

selbstredend! das soll sie, das darf sie, das muss sie. und dennoch bleibt es mir selbst überlassen, ob ich nach dem ganzen gerüttel, das täglich beruflich, politisch und sonst wie über mich hereinbricht, meine couch auch noch durchrütteln lassen will. ich für meinen teil will das nur selten. ich will unterhalten werden, abschalten, vielleicht auch einfach nur „konsumieren“ ohne deshalb gleich RTL2 einzuschalten.

vivafernanda
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Granadaseggl
Da passt ja dann die Einteilung von cz weiter oben wieder sehr gut:

Delectare=erfreuen.

Das ist Dein Merkmal, um Dich unterhaltende Elemente (Musik, Film, was weiß ich) zu bewerten.

Jemand anderem ist das zuwenig und er würde vielleicht, die Dinge, die Dir gefallen nicht Kunst nennen.

Wobei ich das bei einem Film eh schwierig finde. Technisch ist fast jeder Kinofilm Kunst. Der ganze Aufwand, das ganze Können das notwendig ist, um heutzutage einen Film zu machen.

Inhaltlich sieht es aber meist sehr mau aus.

Viel delectare, wenig movere, kaum docere.

Aber für viele ist das genug.
Eine Hand, die schiebt, ist besser als 100 Hände, die ziehen.

de mappes
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Spamferkel
Gestern mal wieder wolf of wallstreet geschaut.
Mir persönlich unerklärlich, dass leo dafür keinen oscar bekam...da hätte er mMn blendend gepasst
Don't criticize what you can't understand

sturgtr
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Granadaseggl
Nice Weather hat geschrieben:P.S. Spider-Man ist trotzdem ein oller Scheiß


pass mal auf, wenn alles perfekt für ihn läuft wird Andrew Garfield dieses Jahr gleich zweimal für nen Oscar nominiert ;) :mrgreen:

Nochmal zu Spielberg: Was ihn in meinen Augen von anderen Filmemachern abhebt ist A) dass er sich nicht an der Masse orientiert, und sie dennoch oft erreicht B) so viele verschiedene Genres bedient hat und so viele unterschiedliche Filme gemacht hat. Das Wort Mainstream ist negativ belastet und teilweise nicht ohne Grund, da hier eben selten neue Wege eingeschlagen werden. Aber genau das tat Spielberg in der Vergangenheit, sowohl mit seinen Blockbustern als auch mit seinen kleineren Filmen. Und gegen das Massen bedienende Klischee spricht auch, dass er in den letzten Jahren größtenteils diese kleineren Filme gedreht hat.

Und klar ist er mittlerweile ne Firma und schreibt für das entsprechende Geld auch seinen Namen auf den Film (*hust* Transformers, Jurassic World *hust*) aber mal abgesehen von diesem unsäglichen Kristallschädel Film, macht er selbst nach wie vor sehr ordentliche Filme, sein letzter richtig guter Film (imo Catch me if you can) ist halt schon etwas länger her.
Zuletzt geändert von sturgtr am 4. Oktober 2016 11:14, insgesamt 2-mal geändert.
"I ... I don't believe it"

"That is why you fail."




FLX81
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Granadaseggl
Also wenn ich mal kurz euer Geschwurbel mit einer Kritik zu einem Film unterbrechen durfte: War heute abend mit ner Perle in Findet Dorie. Sehr lustiger und sehr schöner, aber teilweise überraschend düsterer und nachdenklich nuancierter Film. Vermutlich für den Forumsmainstream :mrgreen: nicht geeignet, aber ich war 90 Minuten ganz wunderbar unterhalten.
Ehrenamtlicher Vorsitzender des 1. offiziellen mappes-Ignorierclubs e.V.


Paleto Gaffeur
Halbdaggl
Mit dem Argument A findet man dann auch Dieter Bohlen gut...der orientiert sich nicht an der Masse, sondern gibt ihnen seit weissgott wievielen Jahren immer denselben Dreck weil er weiss sie fressen es.
Spielberg weiss GANZ GENAU, welche Knöpfe er drücken muss um anzukommen und das hat er seit Jaws verinnerlicht. Ok auch eine Leistung, neidlos anerkannt.
Was ihn von Bohlen abhebt ist die Tatsache, dass er wirklich ein gewaltiges Erzählertalent hat....wie grad seine frühesten Werke zeigen, Duel und ansatzweise noch Sugarland Express und third encounter mit seinem totalen Gegenentwurf zu Star Wars.
Ja viele Genres vllt ABER Du erkennst ein Spielbergfilm IMMER!! Weil er immer dieselben Knöpfe drückt und immer einen bestimmten "Grundton" hat.

sturgtr
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Granadaseggl
Nun eine gewisse Handschrift schreibe ich ihm nicht ab. Man erkennt auch, dass sowohl 2001 als auch Shining von Kubrick sind, das macht ihn als Regisseur nicht schlechter.

Und ja, Spielberg weiß "welche Knöpfe er drücken muss" aber nicht an Hand einer Analyse des Mainstreams bzw. aktuell beliebter Filme. In meinen Augen hat er einfach einen sehr guten Überblick was eine jeweilige Story braucht um gut erzählt zu werden. Deshalb findet man bspw. auch selten einen Spielberg Film mit langweiligen Charakteren, weil er hierauf besonderen Wert legt (Übrigens ein Grund warum sich kein Schwein mehr für Avatar interessiert, denn da gab es keinen Ian Malcolm oder einen Matt Hooper).

Und beim gleichen Grundton widerspreche ich dir vehement. Jaws, E.T., Schindlers List, Private Ryan und Catch me if you can haben alle einen anderen Grundton. Das heißt nicht, dass man nicht erkennen kann von welchem Regisseur sie stammen, aber der Grundton ist sehr verschieden.
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de mappes
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Spamferkel
Nice Weather hat geschrieben:Sturgtr, die Leute denken du schreibst ab.

Ich hab vor einiger Zeit mal mit einer Freundin telefoniert, die sich viel mit Sprache beschäftigt. Die hat gelacht, weil ich nach einigen Jahren in England angefangen hatte, englische Satzstrukturen mit deutschen Wörtern zu füllen, was mir selbst nie aufgefallen war. Deine Beiträge haben einen ähnlichen Effekt – ich denke du bedienst dich der Formulierungen anderer Leute, um deine eigenen Gedanken auszudrücken. Ich finde da ist nix dabei, es klingt aber für andere komisch und mitunter auch aufgesetzt.


Ich weiß, was du meinst Honigstein :mrgreen:
Don't criticize what you can't understand




muffinho
Man landet als Director automatisch irgendwann im Mainstream, siehe etwa Kevin Smith. Früher Klassiker wie Clerks oder Dogma, später Hollywood mit Bruce Willis. Da kann man sich nur noch wehmütig an die Klassiker erinnern.