Okay, ich gehe mal kurz weg von Neubauer vs. Maaßen, aber der Schluss des Artikels ist halt zu lustig:
Neubauer hält Maaßen zudem vor, er verwende das Wort „Globalisten“ und dies sei ein rechtsextremes Codewort, wie laut Neubauer die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung analysiert habe. Die KAS-Studie ist freilich vieldeutiger. Der Begriff schaffe Berührungspunkte zwischen rechtsextremen und linksextremen Globalisierungsgegnern, heißt es dort.
Man müsse genau hinschauen, was sie verbinde und wo die gravierenden Unterschiede seien, hält die Studie fest. „Insofern ist Globalisierungskritik bei Rechtsextremisten auch Kapitalismuskritik und kann sich bei ihrer Artikulation in erheblichem Umfang auf das analytische Instrumentarium der linksextremen Konkurrenz stützen.“
Man glaubt es bei der Schärfe der Auseinandersetzung kaum: Könnte es da verbindende Brücken zwischen dem linken und dem rechten Lager geben?
Das fettgedruckte Finale, die vermeintliche Überraschung - das ist Satire, oder? Ist doch ein alter Hut, dass es auch bei den Linken einen gut gepflegten Antisemitismus gibt, gerne in Verbindung mit Kapitalismuskritik oder - aktuell - der reflexhaften Solidarität mit den vermeintlich unschuldig Unterdrückten überall in der Welt. So einen Reflex hatte ich auch mit 16, 17.
Beim aktuellen Hamas-Israel-Konfikt ist's doch auch mal wieder exemplarisch:
Wenn man nicht für die eine Seite ist, scheint man automatisch "ganz klar" für die andere Seite sein zu müssen. Grautöne haben's schwer. Aber so kann man einen Konflikt nicht lösen.
Fällt mir ja selbst schwer, da ich z.B. absolut kritiklos pro Israel bin. Darum würde ich auch nie den Friedensnobelpreis kriegen. factotum ist da deutlich näher dran, um das mal aufzugreifen.
higgi:
Hausaufgabe, Lesen: "Flucht - eine Menschheitsgeschichte" von Andreas Kossert. Danke.
Cantona-Ausschluss:
Finde ich schade.