Tamasi hat geschrieben:Ich kenne mich mit Europäisch-chaotischem Wurfball nicht aus und mir ist nicht ganz klar, was & wie du das meinst.
Zum Beispiel: verschärfte Kapitänregel: Der Kapitän darf sich zwar erkundigen, aber er darf sich nur die Regelauslegung anhören.
Der Umpire ist quasi eine absolutistische Autorität auf dem Platz und das wird generell so akzeptiert. Da wird nicht gemault, da wird nicht „korrigiert“. Lieblingsszene: Ein Zweimeterschrank von einem Blumenkohlohr steht vor diesem kleinen Franzosenmännle, der ihm erklärt, warum er gepfiffen hat… Schrank will anheben zu „Yes, but the rule says, that…“
Männle „… , that we have a proper dialogue.“
Schrank nickt und trabt davon.
Ich finde das alleine schon eine ganz fantastische Atmosphäre und es setzt den Schiri in ein sehr gute Position. Es wäre ein absoluter Affront, den Schiri so anzugehen wie beim Fußball. Und das ist dort Konsens.
Klar gibt es dort auch regeltechnische Graubereiche. Das ist dann eben das Ressort des Umpire, wie er das bewertet und vorgenannte Stellung erlaubt ihm die Ausübung seiner Arbeit. Dass ein Spiel verpfiffen wird… kann man nicht ausschließen, nur glaube ich in der Tat, dass alke verstehen, wie wichtig dennoch der Glaube an eine faire Spielleitung ist.
Es ist evtl. auch etwas kulturelles. Der Sport wird konsequent am fair play ausgerichtet, vermutlich gerade weil es mitunter ganz schön auf die Knochen geht. Dafür wälzt sich da auch keiner nach einem tackle 800 Mal in die richtige Kameraposition.
Ein paar weitere Schmankerl:
- Videobeweis wird komplett transparent gemacht. Alle kriegen mit, was da diskutiert wird. Und der VAR ist eigentlich nur der Wasserträger des Feldschiris. Jener fordert an, dieser wiederholt die Anforderung und dann wird offen diskutiert, was man da sieht und wie man das bewertet. Das letzte Wort hat der Feldschiri. Nix mit „klarer Fehlentscheidung“…
- Ebenso ist die Kommunikation der Schiris mit den Spielern während dem Spiel zu hören. Am Anfang war es irritierend, mittlerweile höre ich es nicht mehr, aber das verändert sicherlich das mind set auf dem Platz.
Ich sitze regelmäßig bei internationalen Spielen vor der Glotze und wundere mich, wie lässig die Schiris da ihre Arbeit machen können. So muss das.
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.